Treten, Treten, Treten
Letzten Sommer radelte ich mit zwei Freunden zur Ostsee und noch etwas weiter.
Warum?
Für viele mag es ersteinmal verrückt klingen oder nach reinster Qual so weit Fahrrad zu fahren und ja das war es auch manchmal :D Im Alltag fahre ich gerne und viel Fahrrad auch mal weitere Strecken von 10-15 km sind für mich kein Problem. Zwei meiner Mitschüler geht es ähnlich und so beschlossen wir in den Sommerferien diesen Trip zu starten. Das Ziel war: Ostsee, und dann mal schauen...
die Route
- Tag: Bad Belzig - Kratzeburg (175 km)
- Tag: Kratzeburg - Warnemünde (125 km)
- Tag: Warnemünde - Boltenhagen (90 km)
- Tag: Boltenhaben - Fehmarn (110 km)
- Tag: Fehmarn - Güster (140 km)
- Tag: Güster - Lenzen (120 km)
- Tag: Lenzen - Bad Belzig (170 km)
Diese Route ist dann aus unserem "Plan" geworden. Wir entschieden erst während der Fahrt wo es für die nächste Nacht hingehen sollte. Da wir möglichst viel Fahrradweg fahren wollten war der grobe Plan: Fernradweg D11 zur Ostsee, Ostseeküsten-radweg(D2) die Küste endlang und über den Elberadweg(D10) zurück. So wirklich dran gehalten haben wir uns aber nicht ;)
Tag 1
los geht's morgens um 4:30 Uhr, im dunkeln
Zum Schlafen teilten wir uns ein 3-Mann-Zelt und jeder hatte Isomatte und Schlafsack dabei.
Tag 2
Aufstehen, Sachen zusammenpacken, weiterfahren. Das Ziel war die Ostsee.
Zur Navigation nutzen wir unsere Handys. Auch wenn wir ursprünglich auf den ausgeschilderten Radwegen bleiben wollten, nahmen wir doch die ein oder andere Abkürzung. Mal über die Bundesstraße oder auch übers Feld...
"Abkürzungen dauern manchmal auch deutlich länger" oder "GoogleMaps ist nicht so dumm wie man denkt." Das waren zwei Lehren die wir nach diesem Tag erkannt hatten.
"Wieso will der denn da so einen Riesen Bogen fahren, dort führen doch auch Wege hindurch ?"
Dachten wir uns und fuhren drauf los: Aus dem Fahrradweg wurde eine Straße, ein Plattenweg, ein Feldweg, Wiese und schließlich standen wir mitten auf einem Feld irgendwo in Meck-Pom und fuhren querfeldein. Nach Nagivation und Diskussion mit allen Mitteln, fanden wir irgendwann wieder eine Straße und konnten weiter fahren.
Trotz unserer kleinen Verzögerung schafften es wir bis zur Ostsee. Als wir ankamen, war es allerdings schon dunkel und wir bauten unser Zelt an einem kleinen Rastplatz, westlich von Warnemünde, direkt am Meer auf.
Erst am nächsten morgen erkannten wir, wie schön es hier war.
Tag 3
Am dritten Tag ging es die Ostseeküste entlang
Nach einer vergleichseise entspannten Etappe von ca 90 km, bauten wir unser Zelt in der Nähe von Boltenhagen an einer Steilküste auf.
Essen kauften wir unterwegs im Supermarkt ein, abends kochten wir mit einem Spirituskocher oder überm Feuer. Das ultimative Essen für unterwegs: Brötchen mit Gauda und Curry-Ketchup.
Tag 4
weiter an der Küste bis zur Insel Fehmarn
Ziel in Sicht: auf der anderen Seite befindet sich die Insel Fehmarn.
Langsam wurden wir Profis darin schöne Schlafplätze zu finden. Wir entschieden uns, das Zelt diese Nacht nicht aufzubauen und so konnten wir unter klarem Sternenhimmel schlafen. Auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Dies war der Höhepunkt unserer Tour, ab jetzt ging es wieder zurück.
Tag 5
Gegenwind und Regen
Tag 6
Noch mehr Regen und keine Zeit oder Lust für Fotos
Am vorletzten Tag starteten wir erst relativ spät um dem schlimmsten Regen zu entgehen. Besonders viel half das nicht am Ende des Tages waren wir völlig durchnässt. Freundlicherweise stellte uns der Campingplatz in Lenzen eine Art Partyzelt zur Verfügung, wo wir samt Fahrrädern trocken unterkamen.
Tag 7
Auf nach Hause
Jetzt heißt es nur noch treten bis man zu Hause ist.
Rückblickend:
Eine solche Tour ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Es war eine anstrengende und zugleich erholsame Woche. Anstrengend, da man sich nach 3 oder 4 Stunden im Sattel sitzen dachte, wir haben noch nicht einmal die Hälfte.
Gleichzeitig waren es auch 7 erholsame Tage. 7 Tage ohne Handy, wir hatten zwar welche dabei, aber um Akku zu sparen habe ich weitestgehend darauf verzichtet. 7 Tage ohne Verpflichtungen, Terminen oder sonst sonst irgendwelchen Aufgaben. Und wenn man bis zu 12 Stunden am Tag gerade aus auf eine Straße oder Weg schaut hat man viel Zeit zum Nachdenken. Es hat schon etwas meditatives.
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