Freiwillig Frei (i.F. Fwf) sind sowas wie die Urgesteine des Youtube-Libertarismus'. Leider hat man schon lange nichts mehr von ihnen gehört. Bis jetzt (siehe Ende des Beitrags).
Teile und herrsche
Vor wenigen Tagen äußerte sich Manuel () über den Fall Tommy Robinson. Seine These: Es wirkt inszeniert und trägt zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei: divide et impera.
Wer FwF kennt, kennt auch deren Einstellung zu Politik, Weltgeschehen, rechts und links usw: Alles letztendlich irrelevant, weil es alles zum großen Spiel der Herrschenden gehört, Kollektive zu formen und gegeneinander aufzuhetzen; Es gilt, die weitestgehende Freiheit im eigenen Leben zu erreichen. Das hört sich gut an und ist es auch.
Aber hat es nicht einen Haken?
Im Gespräch mit Manuel äußerte Peter, dass er sich mehr um seine Familie, Freunde und Nachbarn kümmert, als um tagespolitische Skandale und damit gehe es ihm und seiner Umgebung sehr gut. Jetzt könnte man die Frage stellen:
Wie wäre es, wenn alle wie Peter Müller leben würden? Wären wir dann alle frei? Würde kein Bürgerkrieg drohen? Würden wir nicht mehr geschröpft und immer mehr eingeschränkt? Würde wir nicht unsere Websites schließen müssen, weil wir uns keinen Anwalt für die DSGVO-Umsetzung leisten können?
Die Luft wird dünner
Ich will FwF bzw. Peter Müller nicht zu nahe treten. FwF und speziell Müller sind für mich unter den Top 5 der wichtigsten Libertären in Deutschland (ironischerweise wollen sie nicht als "Libertäre" bezeichnet werden). Nur versuche ich mir immer wieder vorzustellen, was wohl wäre, wenn wir uns alle am Lebensstil von Manuel oder Peter ein Beispiel nehmen würden und komme dabei auf kein anderes Ergebnis, als dass man versucht, um sich herum eine Utopie aufrechtzuerhalten, während die Luft immer dünner wird – auch für einen selbst.
Ist dieses Land unrettbar verloren?
Denn Steuern zahlen – und davon immer mehr – tut man ja trotzdem. Und wenn der Staat in deine utopische, friedliche Nachbarschaft ein Flüchtlingsheim mit 500 gewaltbereiten Migranten setzt, dann wirst du auch nicht verschont. Und bildest du eine Nachbarschaftswache oder gar Bürgerwehr, dann stehst auch du mit einem Bein im Knast. Also wie geht ein Peter Müller oder Manuel Meint mit realexistierenden Repressionen des Staates um? FwF hat schon gezeigt, dass sie nicht so realitätsfern von einem Elfenbeinturm aus herunterrufen wie z.B. Larken Rose. Doch mir persönlich fehlt die Erläuterung der Praxis. Hier sei auch angemerkt, dass Susanne Kablitz, als Verlegerin Müllers Übersetzung zu "Die gefährlichste aller Religionen" das ganze offenbar etwas anders sah:
Dieses Land ist unrettbar verloren
Praktische Starthilfe
Ich bin mir bewusst darüber, dass es durchaus problematisch ist, dass viele Libertäre durch den Einfluss der AfD oder Identitäre heimliche Sympathien zum Etatismus hegen. Ich bin mir aber auch bewusst darüber, dass seit 2015 viele Libertäre dazugekommen sind und ihnen kaum vorgelebt wurde, wie man sich dem Staat entziehen kann. Wer hier auf Steemit aktiv ist, weiß es eher als der, der, der Steemit und Co vielleicht gar nicht kennt. Natürlich könnte man sagen, dass Leute doch bitte selbst googlen sollen, wie sie dem Staat ihre Mittel entziehen können. Doch wenn ich mich hinstelle und die offensichtlichste Lösung des offenen Widerstands in Form von Demonstrationen u.ä. als Herrschaftsgeseier und Forderungen an den Staat abtue, dann sollte ich daraufhin auch etwas praktische Starthilfe geben, wie man effizienter persönliche Freiheit erlangt. Schließlich gewänne man damit nicht nur Libertäre, sondern auch etatistische Patrioten, Rechte oder generell Staatskritiker.
Das Niveau sinkt
Leider hat sich FwF in den letzten Jahren weitgehend aus dem Internet verabschiedet und so werden ihre Plätze von fehlgeleiteten Etatisten mit chauvinistischen Ansichten eingenommen. Das Diskussionsniveau fällt und statt dass dabei neue Einsichten herauskommen, beobachtet man, wie gewisse Teilnehmer erstmal auf ein entsprechendes Niveau gehoben werden müssen (Wer baut dann die Straßen). Das ist im besten Fall Cringe-Entertainment. FwF oder ein Ben Daniel würden sicherlich mehr zum Fortschreiten zur Freiheit beitragen. Dass im Leben stehende Menschen Besseres zu tun haben, als einer Internetmeute zum drölften Mal alles zu erklären, ist mir schon klar...
..aber das Aufzeigen praktischer Lösungen, sich selbst echte Freiheit zu schaffen, wäre meiner Ansicht nach ein guter Abschluss von Freiwillig Frei.
Was ist deine Meinung?
- Kann man (in Deutschland) in Freiheit leben, wenn man es richtig macht?
- Kann und sollte man sich dem Teile-Und-Herrsche-Spiel entziehen?
- Ist der Fall Tommy Robinson inszeniert und wenn ja, was ist der richtige Umgang damit?
- Ist es richtig, sich nicht um die Situation im Land oder in der Welt zu kümmern?
Abschließend hier noch die Videos: