Neulich bestieg ich mit meiner Freundin eine Rolltreppe in einem Berliner U-Bahnhof. Vor uns eine Kinderschar und eine Obdachlose. Aus dem Zusammenhang war mir bewusst, dass diese sichtlich Obdachlose sehr wohl ein Zuhause hatte und auch einen Job - sie war nämlich die Erzieherin. Die zerfetzten Hosen, die Tattoos, die ungepflegten Haare - nichts davon konnte mich darüber hinwegtäuschen, dass diese Frau für die Erziehung einer ganzen Kindergruppe verantwortlich war.
Erst meine Freundin bemerkte, dass diese Frau auch in ihrer Erscheinung eine Vorbildfunktion hat. Ab diesem Zeitpunkt, der mittlerweile einige Wochen in der Vergangenheit liegt, habe ich öfter mal darauf geachtet, wie Personen aussehen, sich benehmen, sich kleiden oder reden, die offensichtlich fremde Kinder betreuen. Da gab es dann schwer Übergewichtige, Zersauste, Leute, die in ihren pubertären Punkjahren hängen geblieben sind usw.
Als Libertärer kann und muss es mir erstmal völlig egal sein, wie sich jemand kleidet, vollfrisst oder sonstwie verschandelt. Allerdings ändert sich dieser Punkt, wenn ich mein Kind in die Obhut dieser Leute geben muss, wenn sie zum Beispiel Kindergärtner oder Grundschullehrer darstellen. Ich habe ein Stück weit die Freiheit, nach meinem Gusto auszuwählen und zu prüfen, wem ich meine Kinder anvertrauen kann.
Doch in diesem Beitrag soll es nicht um meinen eigenen Geschmack gehen, sondern viel mehr darum, wie die Gesellschaft auch in den kleinen und vermeintlich unbedeutenden Details immer weiter verroht. Die Eltern dieser Berliner Kinder stellen es offenbar nicht infrage, wie sich ein Erzieher, der ja mindestens teilweise eine Vorbildfunktion einnimmt und damit auch die "mündige" Gesellschaft repräsentiert, gibt.
Was zeigt das wohl einem 4-jährigen Kind, wenn die Frau, die es Tag für Tag betreut, 150Kg auf die Waage bringt? Die Antwort ist: "So sehen Erwachsene aus und das ist okay so". Dem wäre nicht so, wenn diese dicke Frau sich regelmäßig als Warnsignal vor die Kindergruppe stellen und sagen würde "Passt mal auf, Kinder. Ich bin fett, ich werde mit spätestens 50 sterben, meine Fettsucht erschwert mir den Alltag extrem und glücklich bin ich auch nicht. Werdet nicht so wie ich!". Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Situation irgendwo in deutschen Kitas stattfindet, liegt wohl bei 0,002% . Der Trend scheint sogar in eine ganz andere Richtung zu gehen.
Dank der Vulgären Analyse und IdiotenWatch bin ich nämlich neulich auf ein Video von Jäger&Sammler gestoßen, das mein Blut zum Kochen brachte. (Die Videos sind auf den jeweiligen YT-Namen verlinkt).
Die beiden Youtubekanäle, die ich beide sehr schätze, haben die Aussagen schon sehr gut auseinander genommen. Daher ist es sehr ratsam, sich deren Videos mal anzusehen. Ich möchte in meinem Beitrag dennoch nochmal darauf eingehen.
Im Video von Jäger&Sammler wird uns eine Fettaktivistin namens Magda Albrecht vorgestellt. Was sie will, erklärt sie direkt am Anfang: Sie will, dass "Körpervielfalt" erreicht wird, dass Schlanksein nicht als der Status Quo gilt und dass Dicksein nicht mit Krankheit gleichgesetzt wird. Beide Kanäle sind auf Magdas Strohmannaussagen tiefer eingegangen.
Da die übergewichtige Magda sich aber selbst gern reden hört, hat ihr Monolog gefühlt gar kein Ende - und so kommen wir an den Punkt, wo sie sich darüber beschwert, dass Fette in Werbekampagnen nie als "Rolemodels" dargestellt werden.
Es wäre sehr schön, wenn dem so wär. Gerade im Rahmen von Modeindustrie ist das auch weitgehend so und geht zugegebenermaßen auch immer wieder in die andere ungesunde Richtung: Magersucht. Doch sieht man sich an, wie häufig gerade Dicke in Filmen oder Serien in den Vordergrund rücken und dabei auch häufig eine Idolfunktion einnehmen, kann man zurecht sagen, dass Magda unrecht hat - leider.
Darauf folgt ein bisschen Gejammer darüber, dass sie von ihren Ärzten und beim Fatcamp "diskriminiert" wurde.
Der nächste interessante Punkt für meinen Beitrag ist, wo sie anfängt, Begrifflichkeiten zu erörtern. So ist für sie "dick" und "fett" nur Zustandsbeschreibung, während "übergewichtig" für sie diskriminierend ist, da es aussagt, dass es von der Norm abweicht. Damit hat sie eigentlich auch recht und deswegen sollte man dicke Menschen auch besser als "übergewichtig" bezeichnen, weil ihnen dann klar wird, dass sie zu viel Gewicht haben.
Verstehen Sie mich nicht falsch; es ist mir völlig wurscht, wie viel oder wenig jemand isst. Es wird nur dann ein Problem für mich, wenn Leute für sich beanspruchen, dass ich sie schön oder attraktiv finden muss; wenn ich für die Konsequenzen ihres Verhaltens aufkommen muss (durch Steuern, höhere Krankenkassenbeiträge, etc); wenn sie die Gesellschaft um sich herum genauso krank machen wollen, weil sie ihre eigene Schwäche nicht ertragen. Sozialismus in Körperform: Was für die einen Geld ist (lieber alle gleich arm, als arm und reich), ist für die anderen das Gewicht oder Aussehen (lieber alle fett und krank, statt manche Sixpack und andre Wampe); es nicht ertragen können, dass andere "mehr haben", "besser" leben, etc.
Folgerichtig kommt Magda Albrecht bei ca Minute 4 zu dem Punkt, der mich dazu veranlasst hat, diesen Beitrag zu schreiben:
Die kleine, normal bis untergewichtige Moderatorin fragt sie, was man tun kann, um mehr "Körperakzeptanz" zu schaffen. Magda Albrecht sieht den Wandel schon in Kitas, Schule und Universitäten. Aha, warum? Weil vielleicht immer mehr Übergewichtige Kinder erziehen, Kinder nachahmen und selbst immer fetter werden und es ja sowieso als "normal" gilt?
Das reicht ihr aber nicht; sie möchte, dass man bestimmte "Dinge" nicht mehr sagt und von "Kommentaren ablässt". Ist es denn nicht längst so? Welcher dicke Mensch muss denn im Alltag fürchten, dass Menschentrauben auf ihn zukommen und ihm sagen, dass er zu fett ist? Natürlich kassiert man mal einen "Blick", den man allerdings auch bekommt, wenn man sich "abnormal" kleidet oder wie ich neulich mit Hexenschuss im Rollatortempo durch die Fußgängerzone kriecht. Zudem gibt es Dinge, für die man etwas kann, wie eben Kleidung oder Fettsucht oder eben Dinge, für die man nichts kann, wie eben Hexenschuss, eine Behinderung oder Hautkrankheit.
Dabei ist es nun mal so, dass abnormales Aussehen oder Verhaltensweisen eher in den subjektiven Fokus fallen, als Max Mustermann. Das ist evolutionärbedingt und völlig in Ordnung. Dass Dicke oder sich merkwürdig Gekleidete auch wertende Blicke abbekommen, hängt offenkundig damit zusammen, weil jeder weiß, dass man sich auch für andere Kleidung oder eben Schlanksein entscheiden könnte, wenn man denn wollte.
Darauffolgend gehts zur Wissenschaft; Harmlos ist da noch, dass man ihrer Meinung nicht mehr Essen in gut und schlecht einteilen sollte. Die 5-jährige Sarah in der Kita stimmt dem sicherlich zu, dass ein Happymeal genauso gut ist wie ein selbstgemachter Thunfischsalat mit Vollkornbrot - doch jeder wirklich mündige Mensch weiß es besser.
Abschließend will sie Druck auf die Politik ausüben, die dann wiederum Druck auf die Medizin ausübt, doch bitte den Bodymaßindex (BMI) "auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen".
Und genau hier wird es wieder persönlich. Diese fette Frau kommt mir ihrer eigenen Schwäche nicht zurecht, ist zu faul, daran etwas zu ändern und will stattdessen lieber mit der Macht des Staates ihr Umfeld ändern. Kranken Menschen nutzen den Staat als Institution, um ihre Schwächen per Leverage-Effekt zu verbreiten, statt der Realität ins Auge zu sehen. Lieber alles um sich herum zerstören, statt sich selbst zu reparieren.
Ich habe in meinem Umfeld viel Erfahrung mit dicken Menschen und ich selbst hab zugegebenermaßen auch keinen Sixpack, doch der Umgang mit diesem Mangel(!), fängt bei "ich nehm ab, mache Sport und esse gesund bis ich einen guten Lebensstil habe" über "Ich weiß, dass ich dick bin und will abnehmen, aber ich schaff es nicht" bis zu "ich bin fett und das ist okay". Die übergewichtige Magda und Co setzen dem ganzen aber die Krone auf:
"Ich bin fett und ihr sollt mich schön finden und am besten werdet ihr selbst fett"
Wohin mag es wohl führen, wenn die mental Schwächsten die staatliche Macht in die Hand bekommen? In dem Sinne kann dieser Beitrag mal wieder als Plädoyer für den Libertarismus verstanden werden, da es in einer PRG jedem scheißegal sein könnte, wie fett sich der Nachbar frisst, wie viel er raucht und wie viel Hero er drückt - denn die Konsequenzen trägt zuerst einmal er selbst und niemand wird dazu gezwungen, sich ebenfalls H zu drücken, damit sich der lieber Herr Nachbar nicht mehr allein schwach fühlt.
Es sei also (werdenden) Eltern geraten, sich sehr genau anzuschauen, wer sich vor Ihrem Kind als Ersatzmutter aufspielt.
Zum Abschluss eine Anekdote:
Vor wenigen Wochen habe ich in meiner recht bergigen Stadt einen Jungen gesehen, der extrem übergewichtig war. Ich habe ihn mit großen Respekt beobachtet, wie er seinen Job macht: Fahrradpostbote.
Dieser Junge war keine 18 Jahre alt, hat verstanden, was ihm blüht, wenn er so weiter macht und hat es geschafft, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einen Job zu finden, bei dem er Sport macht.
Leute wie Magda Albrecht finde ich nicht nur verachtenswert, sondern auch extrem gefährlich. Diesen Postboten dagegen sehe ich in seinem Umgang mit seinem Leben als wahres "Rolemodel". Viel Erfolg, Postbote!