Ich lebe mit Hochs und Tiefs.
Der 10. April 2004 war ein besonderes Datum. An dem Tag war mein letzter Kontakt zu meinem Mann. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er nicht mehr erwachte. 6 Wochen war er zwar physisch da, aber für mich unerreichbar. Dieses Datum macht immer noch etwas mit mir.
Es geht im Grunde immer um die Beziehung mit mir selbst.
Diese Worte aus meinem Wort zum Sonntag begleiten mich noch immer. Denn nur ich kann meine Situation ändern, indem ich mich zum Beispiel "selbst in den Arm" nehme und alle Gefühle da sein lasse.
Wie das Leben so spielt, hatte ich in dieser Woche zwei sehr persönliche Gespräche mit sehr guten Bekannten. Beide haben jeweils für sich einen Weg gefunden, sich quasi am eigenen Schopf aus dem Sumpf heraus zu ziehen. Es ging um Magersucht und einen Selbstmordversuch. Beide haben für sich einen Satz gefunden, der die Heilung eingeleitet hat.
Aus Wunden werden Wunder (Sabine Wolf)
Die Magersucht einer 19 Jährigen hat sie auf langen Wegen (keine Therapie) an den Punkt gebracht einen Beschluss für sich selbst zu fassen:
Ich bin es mir wert.
Mit diesem Satz als eine Art Mantra hat M. es geschafft, ihren eigenen Weg aus der Magersucht zu finden. Auch nach fast 10 Jahren schöpft sie ihre Kraft und ihr Handeln aus diesen speziellen Worten. Ich ziehe den Hut vor so viel Klarheit und Power.
Ich bin es mir wert, es mir schön zzu machen.
Ich bin es mir wert, meine Meinung zu sagen.
Ich bin es mir Wert, meinen eigenen Weg zu gehen.
Ich bin es mir Wert, auch mal "Nein" zu sagen.
Ich bin es mir Wert, mich von Menschen zu trennen, die mir nicht gut tun....
Ihr Heilungssatz würde uns allen gut tun!
Der Selbstmordversuch einer 25 Jährigen brachte zunächst natürlich Therapien mit sich. Eine Zeit lang wurde S. psychologisch betreut. Anscheinend sehr erfolgreich. In einer Sitzung (dann die Letzte) erzählte S. ihrer Therapeutin, dass sie jetzt verstanden hätte. Und sie von nun an ihrem Satz/Mantra folgen würde. Dies sei die letzte Sitzung. Ihr Entschluss stand fest und die Absicht ist:
Ich darf das.
Seit über 20 Jahren hat sie ihr Leben in diesem Sinne umgekrempelt und "fährt" gut damit.
Ich darf so sein, wie ich bin.
Ich darf Fehler machen.
Ich darf Menschen enttäuschen.
Ich darf auf mich selbst hören.
Ich darf faul und bequehm sein.
Sich selbst diese Erlaubnis zu geben, ist ein großer Schritt aus der Komfortzone. Sich unabhängig zu machen von anderen (und ihrer Meinung) gefällt dem Umfeld nicht immer. Manchmal ist man allein - und auch das darf dann sein. Ich darf das.
Auch ihr Heilungssatz würde uns allen gut tun!
Mein Wort zum Sonntag kann vielleicht eine Anregung für euch sein, zu fühlen, wie euer Satz lautet. Manchmal gibt es ihn bereits bewusst, weil bestimmte Lebenssituationen indirekt eine Absichtserklärung von einem selbst fordert. Ein neues Ja zum Leben. Es braucht diese Entscheidung und die daraus folgende Absicht, das eigene Leben in die Hand zu nehmen.
Mancher hat vielleicht einen Satz bewusst gewählt (Zielvorstellungen, Lebensplan) und folgt dem bereits. Es macht Sinn, die eigenen Sätze zu hinterfragen oder umzuformulieren, wenn sie nicht mehr stimmig sind. Wozu sage ich denn eigentlich "Ja" in meinem Leben?
Wie könnte dein Satz lauten? Wie ziehst du dich aus einem "Sumpfloch" heraus?
Ich wünsche euch und mir ein schönes Wochenende!
Mein Wort zum Sonntag:
Episode 1 Was ist ein Mensch wert?
Episode 2 Wem nutzen Froh-Sinn und Spiel-Chaos auf Steemit?
Episode 3 Steemit - Quo Vadis?
Episode 4 Mensch - Quo Vadis?
Episode 5 Bildung - Quo Vadis?
Episode 6 Die Kunst des Schreibens - Erwische den richtigen Flow
Episode 7 Prioritäten - Flow oder Perfektion?
Episode 8 Alles Leben kommt aus der Natur
Episode 9 Der Ton macht die Musik
Episode 10 Kinder als Zielgruppe im Visier
Episode 11 Regenbogen und Zebra als Freund und Helfer bei Stimmungstiefs
Episode 12 Train your brain
Episode 13 Urlaub - Steem ON und Steem OM
Episode 14 Thanksgiving - Erntedank Einmal im Jahr dankbar sein
Episode 15 Egal was kommt, mach was draus!
Episode 16 Große und kleine Abschiede fordern
Episode 17 Naturwissenschaft braucht Beziehung zur Natur
Episode 18 Leere
Episode 19 Schule spielen
Episode 20 Klarheit fordert mich
Episode 21 Was ist bloß los mit mir?
Episode 22 Warum ich mir Tgas für Kommentare wünsche
Episode 23 Human Beings oder Human Doings