Mein Roter Faden "Kinder brauchen..." #1 Märchen sind Buchtitel wie:
- Kinder brauchen Märchen - Bruno Bettelheim
- Kinder brauchen Grenzen - Jan-Uwe Rogge
- Unsere Kinder brauchen uns - Gordon Neufeld
- ..
Es geht also weiter mit den Gedanken zu dem, was Kinder brauchen. Der Rote (Buch) Faden führt zu Jan-Uwe Rogge mit "Kinder brauchen Grenzen". Dies ist nur mein Aufhänger, ich werde keine Buchrezension schreiben. In meiner aktiven Zeit habe ich diesen Autor persönlich auf Seminaren und Fortbildungen für Erzieher kennen gelernt. Er hat eine humorvolle Art, seine Themen zu kommunizieren.
Deutlich in Erinnerung geblieben ist mir sein
😉 Zwinkersmiley Lösungsvorschlag Ein Gläschen Rotwein gegen Schuldgefühle:
Sein Ansatz ist dabei, dass das Gefühl der Schuld wieder weitere "Fehler" nach sich zieht. Hier mein eigenes Beispiel mit meinem Sohn: Ich hatte mich sehr über ihn geärgert und ihn völlig "unpädagogisch" angeschrien. Es tat mir sofort Leid und am nächsten Tag war ich äußerst bemüht, nett zu sein. Dabei gab es dann wieder - als "Ausgleich" sozusagen - "ungerechte" Reaktionen meinerseits zu seinem Vorteil.
Für solch einen oder ähnliche Fälle hat Herr Rogge vor Jahren in einem Vortrag sinngemäß vorgeschlagen: "Wenn Sie dann abends mit sich selbst ins Gericht gehen und Schuldgefühle haben... Lassen Sie sie diese lieber los, da es nie Gutes hervorbringt. Haben Sie lieber Verständnis für sich selbst. Trinken Sie zum Beispiel ein Gläschen Rotwein auf Ihren "Fehler" und vergessen dann den Vorfall."
Grenzen setzen - ein weites Feld...
Viele "Aus-der-Haut-fahr-Situationen" haben mit dem Grenzen setzen zu tun. Jede Situation und jedes Kind/Elternteil ist verschieden, da gibt es keine Patentlösung. Dennoch gibt es wichtige grundsätzliche Gedanken zu dem Thema, die Eltern sich gemacht haben sollten - idealer Weise bevor das Kind in den Brunnen gefallen da ist.
Es gilt aber auch:
Peter Cornelius - Es ist nie zu spät
Eine kurze Verschnaufpause 😉
Das Wichtigste zuerst: Eltern sind Vorbilder
Kinder lernen durch Nachahmung. Weil sie ihre Eltern lieben (sie können das noch bedingungslos), sind vor allem ihre Eltern (und Geschwister) Vorbilder. Da sie gute Beobachter sind, nehmen sie alles (vorerst kritiklos) auf und speichern es ab. Es ist also essentiell wichtig, wie ich als Bezugsperson mein Leben gestalte!
Erziehung ist immer auch Selbst-Erziehung
Das, was ich für mein Kind möchte, sollte ich selbst verkörpern.
- Wie setze ich selbst mir und anderen Grenzen?
- Wo ist meine "Schmerzgrenze"?
- Welche Grenzen/Regeln habe ich in meiner eigenen Familie aufgenommen?
- Stimmen diese denn noch immer für mich?
- Wie eng oder weit sind meine Grenzen?
Tipp: Mach dir Gedanken über deine Einstellungen und miste aus, was du nicht wirklich brauchst/gut heißt.
Erziehung braucht eigene Klarheit
Es ist wichtig für Eltern ihre Einstellungen anzuschauen.
- Was will ich weiter geben an mein Kind?
- Will ich es besser machen als meine Eltern? Weiß aber vielleicht gar nicht: WIE?
- Was triggert mein Kind (immer wieder) bei mir?
- Wie ist meine Vorstellung von Familienleben?
- Welche Grenzen kommen von außen und wie gehen wir damit um?
- Und dann gibt es ja noch das weite Feld der Partnerschaft. Welche Ideale und Vorstellungen hat mein Partner?
- Welche Erziehungsmaßnahmen will ich anwenden, welche mein Partner?
Beide sollten an einem Strang ziehen, wobei sie durchaus auch unterschiedlich handeln können. Vorsicht: Kinder merken das und versuchen dann die Eltern gegeneinander auszuspielen.
Tipp: Führt viele Gespräche mit eurem Partner zur Klärung eures Erziehungs"stils" bzw. ~ziels.
Erziehung braucht Konsequenz
Klarheit vereinfacht Erziehung ungemein. Nicht jede Situation muss neu überdacht werden, wenn der gemeinsame Rote Faden da ist. Heute so und morgen so ist ungünstig für die kindliche Entwicklung. Klarheit bringt die Sicherheit im Verhalten dem Kind gegenüber. Dann ist es auch möglich konsequent zu sein. Ohne konsequente Reaktionen ist das Kind verwirrt und testet wieder Grenzen aus. Wenn ihr überzeugt seid von dem, was ihr "tut", dann bleibt dabei. Kinder brauchen nämlich - gerade in den ersten Jahren - hauptsächlich Sicherheit.
Kinder brauchen Sicherheit
Sicherheit durch Grenzen gibt es auch im physischen Sinne. Nach 9 Monaten in einem engen Raum fühlt sich ein Säugling in seiner Wiege wohl. Ein großes Kinderbett ist eine Überforderung für ein kleines Kind. Es braucht das Gefühl an etwas anzustoßen beim Strampeln/Bewegen. Ist da große Leere, verliert es sozusagen den Halt, ist verwirrt und bekommt Angst. Nicht umsonst wurden/werden Säuglinge gepuckt und kleine Kinder in einen "Schlafsack" oder Strampelsack gesteckt. Habt ihr bereits ein großes Bett, dann baut dem Kind ein "Nest" darin - schafft mit Decken oder Kissen Begrenzungen. Auch ein Laufgitter ist kein Gefängnis sondern ein Schutzraum...
Tipp: Macht euch klar, "woher" das Kind kommt, und lasst es Schritt für Schritt seine neue Welt selbst erkunden. Ein Kind ist ein Nesthocker und kein kleiner Erwachsener.
Seid "gnädig" mit euch selbst und denkt an Peter Cornelius: "Es ist nie zu spät!" 😉
Mein Wort zum Sonntag:
Episode 1 Was ist ein Mensch wert?
Episode 2 Wem nutzen Froh-Sinn und Spiel-Chaos auf Steemit?
Episode 3 Steemit - Quo Vadis?
Episode 4 Mensch - Quo Vadis?
Episode 5 Bildung - Quo Vadis?
Episode 6 Die Kunst des Schreibens - Erwische den richtigen Flow
Episode 7 Prioritäten - Flow oder Perfektion?
Episode 8 Alles Leben kommt aus der Natur
Episode 9 Der Ton macht die Musik
Episode 10 Kinder als Zielgruppe im Visier
Episode 11 Regenbogen und Zebra als Freund und Helfer bei Stimmungstiefs
Episode 12 Train your brain
Episode 13 Urlaub - Steem ON und Steem OM
Episode 14 Thanksgiving - Erntedank Einmal im Jahr dankbar sein
Episode 15 Egal was kommt, mach was draus!
Episode 16 Große und kleine Abschiede fordern
Episode 17 Naturwissenschaft braucht Beziehung zur Natur
Episode 18 Leere
Episode 19 Schule spielen
Episode 20 Klarheit fordert mich
Episode 21 Was ist bloß los mit mir?
Episode 22 Warum ich mir Tags für Kommentare wünsche
Episode 23 Human Beings oder Human Doings
Episode 24 Sätze, die zurück ins Leben bringen können
Episode 25 Abschiednehmen mit Herman Hesse, Echt und mehr...
Episode 26 Warum Lob unsere Entwicklung hemmt
Episode 27 Was ist bloß mit meinen Erinnerungen los?
Episode 28 Kinder brauchen#1 Märchen