In seinem aktuellen Newsletter schlägt der Neurobiologe Gerald Hüther sehr persönliche Töne an, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Sie haben mich zu diesem Artikel motiviert. Kurz vor dem Jahreswechsel macht es durchaus Sinn, sich Gedanken über unser Mensch-Sein zu machen. (Survival of the fittest?) Unterhalb seiner persönlichen Worte findet ihr einen Link zu einem ausführlichen Text:
In diesem trockenen Sommer hatte ich angesichts der ausgedörrten Natur endlich einmal genügend Zeit, darüber nachzudenken, weshalb ich all diese Bücher und Artikel schreibe, eine Akademie aufbaue, Vorträge halte, Interviews gebe, und so vieles mehr in die Welt zu bringen versuche. Es klingt sonderbar, aber ich halte es einfach nicht aus, tatenlos zuzuschauen wie eine vorübergehend irregeleitete Spezies dabei ist, die in Jahrmillionen auf unserem Planeten entstandene Vielfalt des Lebendigen zu ruinieren. (...)
(...) Was ich bei all meinen Bemühungen dabei bisher gelernt habe: Es geht nicht, indem ich sie zum Objekt meiner klugen Ratschläge oder Belehrungen, meiner Bewertungen oder Vorhaltungen oder anderer Änderungsversuche mache. Wenn es überhaupt geht, dann geht es nur, wenn sie wieder mit sich selbst in Berührung kommen. Genau das ist es aber, wovor sie die größte Angst haben und wogegen sie sich mit allen Mitteln zu wappnen versuchen. Man kann es nicht machen, aber bisweilen geschieht es eben. Einfach so, weil sie völlig ahnungslos beispielsweise zu einer Filmvorführung eingeladen werden. Wenn sie sich dann vielleicht „Die stille Revolution“ von Kristian Gründling oder „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer anschauen. Da sitzen sie dann in ihren Kinosesseln und fangen an zu weinen - und sind froh, dass es im Kinoraum so dunkel ist. Das sind Augenblicke des Erwachens und man kann nur hoffen, dass die dadurch in ihnen wiedererweckte Sehnsucht stark genug ist, um sich nicht gleich wieder in den festgefügten Beton ihres bisherigen „Ich“-Konstrukts zurückzuziehen. Denn nur aus dieser Berührung heraus passiert etwas. Man kann Menschen nicht verändern. Das können sie nur selbst. Und nur dann, wenn sie es selbst auch wirklich wollen. Das ist es, was mir bei der Betrachtung der verdorrten Natur in diesem Sommer aufgegangen ist.
Ich bin in meinem Berufsleben als Kindergartenleiterin immer wieder über diesen unermüdlichen Professor "gestolpert" und schätze seine Erkenntnisse und seine Bücher sehr. Sie weiten den Blick auf Kinder, auf uns selbst und die Welt mit wissenschaftlichen Hintergrund. Deshalb lege ich euch seine Zeilen ans Herz.... Hier ist ein Text von ihm zum Weiterleiten - ein Plädoyer für ein Miteinander, das Mensch und Planet überleben lässt, plus fünf Botschaften, welche Wege aufzeigen...
Gern komme ich seinem Wunsch nach, diesen Text zu verbreiten:
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