Wer im Internet unterwegs ist und seine Privatsphäre ein wenig schützen möchte, für denjenigen schrieb ich folgenden Artikel.
Einige der Browser werden von Unternehmungen kostenfrei bereitgestellt, deren Anbieter logischerweise eigene Interessen verfolgen. Heute geht es um Browser und im nächsten Teil um Erweiterungen zum Schutz der Privatsphäre und vor lästiger Werbung.
Die bekanntesten Browser
Microsoft liefert seinen Internet-Entdecker gleich mit dem Betriebssystem aus. Ähnlich machen es andere Betriebssystemanbieter, egal ob Google oder Apple.
Browser von amerikanischen Datensammlern
Microsoft Internet Explorer:
https://support.microsoft.com/de-de/help/17621/internet-explorer-downloadsGoogle Chrome:
https://www.google.de/intl/de/chrome/Apple Safari für Windows
(nicht mehr empfehlenswert, da Entwicklung eingestellt):
https://www.heise.de/download/product/safari-44740
Im Gegensatz zu den ersten beiden Browseranbietern legte Apple sein Vertriebsargument Browser mit Privatsphäre ad acta, als es die weitere Entwicklung für die Safari-Windowsversion einstellte.
Von Google ist bekannt, dass deren Browser redselig ist und gern nach Hause telefoniert. Microsoft stellt schon das Betriebssystem und wer weiß, was Windows alles nach Hause berichtet? Beide stehen sich also in nichts nach - außer dass Google Chrome einer der schnellsten Webbrowser ist, über zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten verfügt und Microsofts Internet Explorer gefühlt mehr Einfallstore für Ungeliebtes aufweist.
Welcher Browser von beiden unsicherer ist, das will ich hier nicht diskutieren. Die guten Nachlademöglichkeiten von Google Chrome sowie von Firefox und Opera sprechen für diese Browser. (Siehe FIREFOX VS. CHROME - WELCHER BROWSER IST BESSER?)
Alternative Browser
Die meisten Browser gibt es für verschiedene Betriebssysteme einschließlich den mobilen. Werbeaussagen der Anbieter befinden sich in Gänsefüßchen in Klammern nach dem Herunterladelink.
Mozilla Firefox:
https://www.mozilla.org/de/firefox/new/
("Bis zu 30% weniger Arbeitsspeicher als Chrome, Privat Surfen plus Schutz vor Aktivitätenverfolgung")Opera:
https://www.opera.com/de
("mit integriertem Werbeblocker, Energiesparmodus und kostenlosem VPN"; Entwickler in Norwegen)
Chromium-kompatibel
Google veröffentlicht die Codebasis für Google Chrome als Opensource-Projekt unter dem Namen Chromium. Zahlreiche weitere Anbieter greifen dieses Projekt auf und bringen eigene Browser-Varianten auf den Markt. Vorteil ist, dass fast alle Erweiterungen aus dem Google-Chrome-Store genutzt werden können.
Yandex Browser:
https://browser.yandex.com/
("schneller und sicherer Browser")Vivaldi:
https://vivaldi.com/de/download/
("Effizienz und Privatsphäre", Kontaktadressen in den USA, Norwegen und Island; Entwickler legen eigenen Aussageben zufolge viel Wert auf Privatsphäre und Effizienz)Maxthon 5 Cloud Browser:
http://www.maxthon.com/mx5/
(Mausgesten, Dual Display Engine = zwei Renderer-Mechanismen Chromium und Internet-Explorer-Modus für alte Webseiten)Brave:
https://brave.com/
("Privates, sicheres and schnelles Browsen, doppelt so schnell wie Chrome")BitBox - Browser in the Box (Chrome-Edition):
https://www.heise.de/download/product/bitbox-80398/download
(Bei der Installation des BitBox-Browsers wird eine VirtualBox samt absichertem Debian-Linux auf Ihrem Rechner installiert)
Firefox-kompatibel
Der Firefox-Browser genießt ein hohes Maß an Reputation, da die Mozilla-Foundation als unabhängig angesehen wird. (Ob dies wirklich so ist, soll hier nicht diskutiert werden.)
Daher wird dieser Browsertyp oft zur Verbesserung von Privatsphäre-Anforderungen herangezogen. Darauf werde ich in künftigen Artikeln näher eingehen.
Waterfox:
https://www.chip.de/downloads/Waterfox-64-Bit-Firefox_52855500.html
(64bit-Variantevon Firefox, separates Opensource-Projekt)UC-Browser:
https://www.ucweb.com/
(Video-Downloader vorinstalliert, nicht auf Deutsch)Puffin Web Browser:
https://www.heise.de/download/product/puffin-web-browser-89475
(Sehr schneller Browser)Pale Moon:
https://www.palemoon.org/
(Eigenständiges Projekt als Fork einer älteren Mozilla-Firefox-Version)BitBox - Browser in the Box (Firefox-Edition):
https://www.chip.de/downloads/BitBox-Browser-in-the-Box-Firefox-Edition_48987303.html oder https://www.heise.de/download/product/bitbox-80398 (
Bei der Installation des BitBox-Browsers wird eine VirtualBox inkl. absichertem Debian-Linux auf Ihrem Rechner installiert)
Opera-kompatibel
Mit dem Opera-Browser können einige der Chrome-Erweiterungen installiert werden. Die Meisten laufen. Um die verbesserte Privatsphäre nutzen zu können, sind unter > Einstellungen > Erweitert > Datenschutz & Sicherheit noch einige Häkchen zu setzen:
- Mit Browserzugriffen eine "Do Not Track"-Anforderung senden
- VPN aktivieren
Nicht vergessen werden darf. dass technische Einstellungen nur 10 % des Risikos darstellen. Das Restrisiko von 90 % ergibt sich aus dem Wissen, wie was funktioniert, und konsequentem Handeln. Jetzt mehr zum Opera-kompatiblen Browser, der auch von den Opera-Entwicklern kommt:
- Opera Neon:
https://www.opera.com/de/computer/neon
(Konzeptbrowser von Opera mit anderer Bedieneroberfläche)
Anmerkungen
Alle Chromium-kompatiblen Browser können die für Google-Chrome verfügbaren Erweiterungen nutzen, was beispielsweise den Yandex-Browser und Vivaldi aufwertet. Mein Liebling ist der Vivaldi-Browser, der standardmäßig DuckDuckGo als Suchmaschine mit Privatsphäre voreingestellt hat und zudem ein E-Mail-Adresse unter vivaldi.net anbietet inkl. PGP-Schlüsselverwaltung. Auf der Brave-Browser macht einen guten Eindruck, da deren Entwickler eigenen Aussagen zufolge ebenfalls Wert auf Privatsphäre legen. Opera behauptet, Opera-Webseitenaufrufe über einen eigenen VPN laufen zu lassen. Auch diese Maßnahme ist positiv zu bewerten, schützt für sich allein genommen noch nicht viel.
Opera, Yandex, Vivaldi, Google & Co. bieten zudem kostenfreie E-Mail-Postfächer an.
Der beste Schutz Deiner Privatsphäre
Den besten Schutz vor unliebsamen Eindringlingen auf dem heimischen Rechner bietet der BitBox-Browser. Er steht in zwei Varianten zur Verfügung - entweder Chromium-basiert (also ähnlich Google Chrome) oder Firefox-basiert.
In jedem Fall laufen beide Browser in einer virtuellen Maschine auf Deinem Rechner. Das erlaubt ungehindertes Surfen im Web und schützt außerdem das Betriebssystem vor Angriffen, die über einen Browser ausgeführt werden.
Für die virtuelle Maschine wird ein minimiertes Debian-Linux installiert, welches ohne Probleme parallel zum Windows läuft, nachdem einer der Browser in der Box gestartet wurde.
Das Konzept von Browser in a Box (BitBox) hat die deutsche Firma Rhode & Schwarz Cybersecurity umgesetzt. Ziel war mehr Sicherheit beim Surfen. BitBox wurde einst von der Firma Sirrix im Auftrag des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt. BitBox offeriert als Browser - wie bereits erwähnt - wahlweise Firefox oder Chrome. Als virtuelle Maschine wird die VirtualBox in der "Personal Edition" verwendet. Sie ist für die private Nutzung kostenfrei.
Erste Tests ergaben, dass man beide Installationen nicht standardmäßig installieren und nutzen kann. Zuerst installierte und nutzte ich die Firefox-Variante, die stabil lief. Nach der Installation der Chrome-Variante läuft nun keine der beiden. Eine Deinstallation und erneute Installation brachte bisher keinen Erfolg. Ich empfehle daher nur die Firefox-Version zu installieren und zu nutzen. In einem Folgeartikel werde ich auf die weiteren Optimierungen eingehen.
Fazit
Für die größte Sicherheit empfehle ich BitBox und ansonsten gefällt mir Vivaldi gut. Prinzipiell verwende ich verschiedene Browser parallel - je nachdem was ich mache, d.h. aus welchem Anlass ich im Internet surfe.
Bitbox und den UC-Browser hab ich so konfiguriert, dass sie keine Cookies speichern und beim Beenden ihren Cache löschen. Ich kann daher vor dem Surfen entscheiden, ob ich mit einem nacktem Browser oder mit einem Browser mit Historie im Netz unterwegs sein will.