Die Zistrose ist wie der Namen vermuten lässt KEIN Rosengewächs, stattdessen bildet sie eine eigene Familie, die Zistrosengewächse. Diese wiederum besteht aus etwa 20 Arten.
Die Zistrose (Cystus) ist ein stark verzweigter, buschiger Strauch, der vor allem im westlichen Mittelmeerraum vorkommt. Dieser mediterrane Spezialist liebt karge, trockene Standorte. Dort wo kaum Gras wächst, breitet sich diese Pflanze in der immergrünen Gebüschformation, der Macchie oder Garrigue, aus.
Die buschige Zistrose wird ca. 1.5 Meter hoch und hat ovale (grau) grüne Blätter. In heissen Sommern klappt diese Pflanze einfach ihre Blätter ein und wartet auf den nächsten Regen. In dieser unscheinbaren Form kann sie monatelang verharren. Nach dem ersten Herbstregen öffnet sie ihre Blätter und bildet über den Winter dicke Blütenknospen. Im Frühjahr zeigen sich dann die hauchzarten Blütenblätter im einzigarteigen Knitterlook, die von Weiss, Zartrosa bis kräftigem Pink variiren kann.
Geschichte und Produktion von Labdanum, gestern und heute:
Die Blätter der Zistrose sind lanzettenförmig und haben kleine, feine Härchen. Im Sommer tritt unter Sonneneinwirkung ein öliges Harz aus den Blättern und Zweigen, als würde die Pflanze schwitzen. Dieses Harz wird auch Ladanum genannt.
Beim Verräuchern oder als Parfum aufgetragen, wirkt das Harz nicht nur desinfizierend, sondern auch durch seinen warmen, ambraartigen Duft entspannend und bezaubernd.
Auf Zypern war es der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Sein Duft durchzog Tempel und Bäder und wurde als traditionelle Abendräucherung genossen.
Auch in der Bibel wurde dieses Harz unter dem Namen Myrrhe bekannt. In der Legende heisst es, dass einer der drei heiligen Könige dem Jesuskind Myrrhe als Geschenk darbrachte.
So wird auch heute noch, in verschiedenen Religionen, dieses Harz in Kirchen und bei Zeremonien verräuchert.
Im Alten Ägypten war Ladanum sehr beliebt und Bestandteil der bekannten Räuchermischung Kryphi.
Die Bezeichnung Ladanum oder Labdanum hat ihren Ursprung im syrisch-phönizischen Sprachraum. Dort wurde die Pflanze als Ladan (klebriges Kraut) bezeichnet.
In der Antike wurde vor allem das Harz der Kretischen Zistrose (Cistus creticus) verwendet. Beim griechischen Gelehrten Dioskurides wurde beschrieben, wie Hirten ihre Tiere in das dichte Buschwerk trieben und anschliessend die Harzklümpchen aus dem Fell herauskämmten.
...und nun bin ich in einem Dilemma, soll ich mir nun noch Ziegen anschaffen, damit ich eigenes Harz "ernten" kann?
Wie würde wohl Gaia entscheiden?
Heute wird das meist aus der Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) gewonnen. Dieses produziert bedeutend mehr Harz und kommt nur im westlichen Mittelmeergebiet (Südfrankreich, Spanien, Portugal und Marokko) vor. Die Labdanum-Produktion ist überwiegend in Spanien konzentriert.
Schon längst sind die Hirten durch Maschinen ersetzt, die in Plantagen die Zweige der Zistrosenbüsche abschneiden und sammeln. Anschliessend wird aus dem Pflanzenmaterial das Harz extrahiert (herausgezogen).
Aus dem Labdanum wird durch Wasserdampfdestillation zusätzlich Labdanumöel gewonnen, das vor allem in der Parfümerie- und Seifenindustrie Verwendung findet.
Zistrose als Heilpflanze:
Die Zistrose als Heilmittel ist schon seid unendlich langer Zeit bekannt. Erste Hinweise auf die Verwendung der Pflanze für medizinische Zwecke stammen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus.
Der graubehaarten Zistrose (Cistus incanus) werden dabei besonders starke Heilkräfte nachgesagt.
Sie soll mehr heilende und antioxidativ wirksame Substanzen beinhalten als andere Zistrosenarten.
Nichtsdestotrotz werden in der Volksmedizin seit Jahrtausenden sehr viele Zistrosenarten für Heilzwecke eingesetzt. Erfahrungsberichte bestätigen ebenfalls, dass nicht nur eine einzige Art Heilwirkungen bieten kann, sondern viele andere auch - ob sie nun Cistus incanus, Cistus albidus, Cistus monspeliensis, Cistus laurifolia, Cistus cretius oder wie auch immer sie heissen.
Das traditionelle Anwendungsgebiet sind bakterielle Infektionen der Atemwege, deshalb ist sie schon lange kein Geheimtipp mehr.
In der Zistrose befinden sich neben Tanninen und ätherischen Ölen auch die sogenannten Polyphenole. Darunter staffeln sich die 12 wichtigen Flavonoiden.
Diese Zusammensetzung erklärt auch das breite Wirk- und Anwendungsgebiet der heilenden Pflanze.
Diese jetzt alle einzeln aufzuzeichnen und erklären würde zu weit führen.
Nur kurz gesagt; ist die Zistrose einsetzbar :
- für ein gesundes Verdauungssystem
- Karies und Aphten
- gegen Aufnahme von Schwermetallen im Körper
- vorbeugend gegen Erkältungen-Immunsystem aktivierend
- div Möglichkeiten für innerliche und äusserliche Anwendungen
usw, usw, usw
NIEMALS SOLLTE ABER SELBST MEDIKAMENTIERT WERDEN, AUCH NICHT MIT HEILPFLANZEN, OHNE VORHERIGE ABKLÄRUNG DURCH EINEN ARZT!!!
Fazit:
Mir jedenfalls wurde die Zistrose durch mein Veterinär empfohlen, um unseren Hund Zeckenfrei zu halten!
Da ich eine Cistus cretius in meinem Garten habe, werde ich davon einen Tee zubereiten und 3-5 cl davon, zusätzlich zur tägl.Fütterung, meinem Hund geben.
Ich bin gespannt, denn immer nur Chemie ist für mich nicht die Lösung!
Bis bald
eure Kizumo
(alle Fotos sind von mir selbst gemacht, oder aus eigenem Archiv)