Schon seit vielen Jahren biete ich diversen Wildbienen-Völkern bei mir ein Zuhause. Bei meinem über 200 Jahre alten Haus befinden sich im Mauerwerk, hie und da Wandnischen, die sich hervorragend für einen Unterschlupf dieser fleissigen Honigsammlerinnen bietet.
Für mich ist klar, dass ich diesem Volk und somit Gaias Kindern, gerne ein sicheres Zuhause gewähre, denn auch ich und vor allem meine Obstbäume profitieren von diesem Zusammenleben.
An einem herrlichen, sonnigen Frühsommertag wurde ich durch lautstarkes Summen und einer Unmenge fliegenden Bienen rund um Ihr Ausflugsloch aufmerksam.
Ich begriff sehr schnell, dass ich Zeuge eines aussergewöhnlichen Vorgangs wurde.
Dieser ganz spezielle Moment wo sich ein Bienenvolk teilt, nennt man Schwärmen. Dieses Volk wurde nun zu gross um alle zu ernähren und auch der Platz im Stock wurde allmählich zu eng, deshalb wird eine neue Königin herangezogen die dann mit tausenden ihrer Artgenossen den alten Stock verlässt. Fast alle dieser geflügelten Honigsammlerinnen lassen sich zunächst auf einem nahe gelegenen Ast oder etwas Ebenbürtigem nieder.
Inmitten dieses ca. 25 bis 40 cm grossen Gebildes befindet sich warm und sicher geschützt die neue, junge Königin, die darauf wartet, mit ihrem Volk ein neues Zuhause zu beziehen.
In der Zwischenzeit fliegen sogenannte Kundschafter in der Umgebung herum und suchen einen geeigneten Platz für die neue Bienenkolonie.
Ist dieser dann schlussendlich gefunden fliegen sie zurück und berichten mit tänzelnden Bewegungen, dass das neue Zuhause gefunden wurde.
Daraufhin erhebt sich wieder laut summend der ganze Schwarm und fliegt davon.
Dies alles einmal hautnah mitzuerleben ist ein einmaliges Erlebnis!
Negative Schlagzeilen:
Leider gehören aber auch negative Schlagzeilen zu diesem Bienenbericht.
Im Jahre 2004 machte sich leider im Südwesten von Frankreich erstmals ein eingeschleppter Bienenkiller bemerkbar. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina).
Bis 2010 hat sich diese Hornissenart über weite Teile Frankreichs bis ins Rhônetal, Burgund, Grossraum Paris und der Bretagne schnell ausgebreitet und es ist zu befürchten, dass weitere Regionen Europas davon befallen werden oder schon sind.
Die Vespa velutina erreicht eine Grösse von 2.4cm und die Königin 3cm und ist damit etwas kleiner als die einheimische Hornisse. Sie ist schwarzbraun gefärbt und ein grosser Schädling vor allem für die Bienen. Sie richtet nicht nur grosse Schäden in der Imkerei und den Wildbienen an, sondern sie ist zusätzlich auch eine Gefährdung der einheimischen Hornissenarten.
Ich konnte selbst zusehen wie eine solche Hornisse vor dem Einflugloch meiner Wildbienen wartete und jede Biene sofort tötete derer sie habhaft wurde.
Ich war darüber sehr betrübt, den so verlor ich innert kürzester Zeit ein ganzes Wildbienenvolk!
Wer mehr über diesen Bienenschädling wissen möchte, für den hat die französische Regierung eine Seite eingerichtet: http://inpn.mnhn.fr
Trotz allem Verdruss über diese Schlacht vor meiner Haustüre war ich diesen Frühling überglücklich, als ich wieder die ersten Wildbienen im alten Flugloch sah.
Nun hoffe ich, sicher auch mit mir die Bienen, dass uns dieser gefährlicher Killer dieses Jahr in Ruhe lässt!
Also auch die Kleinen lassen sich nicht so schnell unterkriegen!
Nur wenn der Mensch noch zusätzlich tief in das System von Mutter Natur eingreift ist meistens die Katastrophe vorprogrammiert!
Dazu möchte ich euch ganz dringend diese beiden Links empfehlen:
Vor allem der Film: MORE THAN HONEY von Markus Imhof möchte ich euch wärmstens empfehlen!
Denkt dabei daran, wie wichtig die Honigbienen und vor allem auch ihre wilde Verwandtschaft, für uns Menschen sind!
So nun mach ich mir ein feines Butterbrot mit Honig direkt vom Imker und denke dabei voll Dankbarkeit an die Kleinen, fleissigen Kinder von Gaia.
Bis bald
eure Kizumo
(alle Fotos sind von mir selbst gemacht oder aus eigenem Archiv)