Jetzt kläre ich das Rätsel der „Tante Berta“ auf.
Diejenigen unter euch die nicht wissen wovon ich spreche, können hier den 1.Teil der Geschichte nachlesen.
@kizumo/raetselraten-um-eine-pflanze-1-teil
Foto kizumo
Recherche
Nachdem ich also mit meinen Samen von der „Tante Berta“ Pflanze meiner Freundin nach Hause kam, führten mich meine Füsse direkt in meine Bibliothek. Darin befinden sich nämlich auch ein paar sehr interessante Fachbücher über Pflanzen.
Das Dickste wurde von mir natürlich als erstes genau begutachtet.
Das ist die: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen von Christian Rätsch.
Auch das Internet war mir sehr behilflich und so fand ich bald unter den blau blühenden Nachtschatten Gewächsen, den sog. Solanaceae, meine gesuchte Pflanze.
Ich wusste doch, dass ich so was ähnliches kannte und die Verwirrung bei mir lösten vor allem die blauen Blüten hervor!
…dann aber!!!
war schon sehr nahe dran --- Gratulation (auch wenn es ausser Fachwissen, keinen weiteren Preis gibt)
Heureka, des Rätsels Lösung!
Foto Kizumo
Nun konnte ich meiner holländischen Freundin sagen, dass es eine: NICANDRA PHYSALOIDES eine BLAUE LAMPIONBLUME oder auch GIFTBEERE ist. So muss sie diese Pflanze nun nicht mehr Tante Berta nennen, ausser sie findet den Namen schöner.
Die Blaue Physalis stammt ursprünglich aus Südamerika und ist einjährig. Sie wächst 1 bis 1.5 Meter hoch und kann aber auch mal mehrere Meter gross werden. Sie entwickelt sich gut im Freiland an spärlich grasbewachsenen Orten, Brachland und sogar auf Müllhalden. Die Giftbeere kann aber ebenso gut in Kübeln gezogen werden.
ACHTUNG GIFTIG ACHTUNG GIFTIG ACHTUNG GIFTIG ACHTUNG GIFTIG
Aber verwechseln Sie die Früchte der Blauen Physalis niemals mit der echten Physalis. Zwar gehören beide den Nachtschattengewächsen an.
Essen sie aber niemals die Früchte der blauen Physalis, denn das wird ihnen nicht bekommen. Die Pflanze heisst nicht umsonst auch Giftbeere.
Die Vergiftungserscheinungen sind ähnlich wie beim Bilsenkraut und Tollkirsche, aber leicht abgeschwächt. Pupillenerweiterung, trockene Schleimhäute, narkotische Wirkung und Puls Beschleunigung.
Die Nicandra ist in allen ihren Pflanzenteilen giftig, aber besonders konzentriert in den Wurzeln.
Vor allem mit Kindern ist Vorsicht geboten, während die echte Physalis gelb, orange Beeren hat, sind die Früchte der blauen Physalis braun gesprenkelt und können aber auch mall etwas dunkler sein.
Foto kizumo
Wissenswertes und interessant für Gärtner
Diese Pflanze hat sich zunehmend als wirksames, biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel herausgestellt.
Vor allem wirkt sie wunderbar gegen die Weisse Fliege oder auch Mottenschildlaus
Ihre Toxizität und ihr Geruch können den Befall fast zur Gänze verhindern. Zwischen dem Gartengemüse wie Kohl oder Porree gepflanzt, hilft sie die Schädlinge fern zu halten.
Selbst Mäuse empfinden diese Pflanze und ihren Duft als unangenehm und nehmen Reissaus.
Die aparten blauen Blüten werden jedoch gerne von Bienen und anderen Insekten zur Befruchtung angeflogen, ihnen fügt diese Pflanze keinerlei Schaden zu.
Foto pixabay
Da ich ja schon lange in meinem Garten Mischkultur betreibe, werde ich mir für nächstes Jahr einige Blaue Physalis aus Tante Bertas Pflanze nachziehen und in mein Gemüsebeet setzen.
So das wäre die Auflösung meines Bilderrätsels und ich hoffe, ich konnte damit einigen von euch wertvolle Tipps für die biologische Schädlingsbekämpfung geben oder einfach etwas Kurzweil bieten.
Haltet euren grünen Daumen hoch und bleibt gesund
Eure Kizumo