Wir befinden uns jetzt seit knapp drei Wochen in Norwegen und lieben dieses Land bereits jetzt. Das Ziel ist es, bis im Winter hier im hohen Norden zu bleiben und die Polarlichter zu sehen. Wie lange wir es dann wirklich im Winter in Norwegen oder Schweden aushalten, lassen wir offen und freuen uns dieses Abenteuer anzugehen.
Wie ihr vielleicht schon länger mitgekriegt hat, liegt uns die Natur besonders am Herzen. Wir bemühen uns so abfallfrei und umweltbewusst wie möglich zu leben und das auch in den Reisealltag zu integrieren. Dazu gehört das plastikarme Einkaufen, sowie die Herstellung von diversen eigenen Produkten. Bereits in früheren Artikeln haben wir euch erklärt, wie wir unser Spüli herstellen, das eigene Waschmittel anmischen oder den Allzweckreiniger für den Van mixen.
Wir haben es uns zusätzlich zur Aufgabe gemacht, während dem gemeinsamen Nomaden Leben, der Natur etwas Gutes zu tun und den herumliegenden Müll einzusammeln. Wir wissen, dass wir mit diesem Vorhaben nicht wirklich einen großen Effekt auf das Müllproblem der Welt bewirken. Trotzdem sind wir davon überzeugt, durch unsere Sammelaktionen das Bewusstsein der Mitmenschen einfacher zu sensibilisieren und besser zu erreichen.
Be the change you want to see in the world.
Wir fotografieren unsere Müllsammelaktionen und teilen die Bilder via Facebook und Instagram und ermutigen andere dasselbe zu tun. #letspickupthetrash
Mittlerweile sammeln wir seit fünf Monaten Müll ein und es ist schon einiges zusammengekommen:
Insgesamt 500kg Abfall in sieben verschiedenen Ländern!
Dabei sind wir schon auf zahlreiche Gegenstände gestossen, welche uns zum Nachdenken brachten und wir nur den Kopf schütteln konnten. Doch in den letzten Tagen wurden die bisherigen Natursünden noch einmal übertrumpft....Ich teile dies mit euch, nicht um jemanden zu verurteilen. Allerdings stösst mir diese Art von Handeln besonders auf und ich möchte diese unschöne Erfahrung mit euch teilen.
Wir übernachteten an einem wunderschönen Ort in der weiten Natur Norwegens und ich begann den Tag damit, den Platz ein bisschen zu säubern. Zuerst sah es nicht nach viel aus: Wie immer Zigarettenstummeln, Toilettenpapier und ein paar Plastikflaschen lagen verstreut im hohen Gras. Trotzdem füllte sich der Müllsack bereits nach weniger Minuten und ich fand immer mehr Abfall.
Als ich genauer unter einer Tanne nachschaute, traf mich fast der Schlag: War das wirklich, das wofür ich es von weitem hielt?
Ich stieg den Hang hinunter und schaute genauer nach: Ja es war tatsächlich eine praktisch neue Campingtoilette bzw. der Tank einer Chemietoilette mitten in der Natur!!!
Wir haben schon sehr viele außergewöhnliche Funde in der Natur gemacht, doch das übertrifft alles.
Als erstes mussten wir dann herausfinden, wo man eine solche Toilette in Norwegen entsorgt. Und ich kann euch sagen, das war gar nicht so einfach.
Klar, in Norwegen spricht jeder Englisch, doch wir waren irgendwo im nirgendwo und eine solche Toilette riecht ganz schön stark. Deshalb wollten wir diesen Umweltsünder samt Metallhalterung, so schnell wie möglich loswerden. Nach einer intensiven Recherche fanden wir dann etwa 50 km entfernt eine Entsorgungsstelle, wo wir diese 'Chemiescheisse' fachgerecht entsorgen konnten.
In Norwegen wird der Müll sehr strickt getrennt und wir wollten die Toilette aus Prinzip nicht einfach in einen Container schmeissen. Deshalb waren wir froh, die Toilette und die Metallhalterungen fachgerecht entsorgen zu können. Auch wenn wir dafür 15 Euro zahlen mussten. Das war es uns allemal wert.
Warum muss der Mensch nur so achtlos mit der Natur umgehen?
Text: Sarah