Was sich anhört wie eine schlechte, von einem Biologen erfundene Fake News ist tatsächlich real. Man kann mit Pflanzen nach Metall „schürfen“!
Schwermetalle wie Blei oder Cadmium sind giftig, werden aber in vielen Industrieprozessen verwendet. Um sie zu bekommen muss man einen riesigen Tagebau in den Boden baggern und irgendwie die Metalle aus der Erde extrahieren. Zurück bleibt ein gewaltiges, hässliches Loch.
Aber wusstet ihr, dass auch Pflanzen das „schürfen“ übernehmen können?
Damit dies geschieht muss das Metall wasserlöslich sein, damit die Pflanze es in den Wurzeln hinauf zu den Blättern, und hier vor allem der Außenseite, transportieren kann. Die Wurzeln mancher Pflanzen produzieren sogar Säuren, um das Erz zu zersetzen und so an das Schwermetall zu kommen.
Manche Pflanzen können das Metall so stark anreichern, dass sie nach dem Trocknen eine Konzentration von mehreren Prozent aufweisen!
Warum macht die Pflanze das?
Dafür scheint es zwei Gründe zu geben. Erstens ist es eine Verteidigung gegen Insekten oder andere Angreifer, die an akuter Metallvergiftung sterben würden, wenn sie die Pflanze äßen. Zweitens, wenn die Blätter der Pflanze abfallen und verwesen, tötet das Metall jede andere Pflanze, die solche Bedingungen nicht ertragen kann.
Es gibt eine erstaunliche Anzahl an Pflanzen die Metall aufnehmen, mit einigen überraschenden Kandidaten.
Wusstet ihr, dass man die Senfpflanze dazu benutzen kann, Gold „anzubauen“ (und auch Blei)?
Aber bevor ihr anfangt, massenhaft Senf zu züchten: Der Gehalt des Goldes in der Erde ist zu gering, um eine gewinnbringende Quelle zu sein.
Man kann auch Sonnenblumen benutzen, um Radioaktivität abzubauen, wie es in Tschernobyl getan wurde.
Natürlich sind die Pflanzen selbst Sondermüll, wenn sie radioaktive Stoffe oder Schwermetall in sich tragen.
Aber man kann die Pflanzen benutzen, um wertvolles Land zu säubern und das Land dann zum Anbau zu nutzen. Eine Pflanze, die für diese Zwecke untersucht wird, und die Blei, Cadmium, Nickel und Zink aufnehmen kann, ist die Kriech-Schaumkresse.
Während das „Pflanzen-minen“ nicht wirtschaftlich ist (und die Pflanzen nicht die tieferen Erzschichten erreichen können), kann doch der Renaturalisierungs-prozess verbilligt und der Boden auf die denkbar natürlichste Form gesäubert werden. Das bietet eine Chance für alte Industrieregionen, die es sich auf andere Weise nicht leisten könnten, die Bürde von Jahrzehnten der Industrialisierung zu entfernen.
Quarks&Co hat eine Sendung über das Phytomining gemacht: http://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/sendungen/uebersicht-superpflanzen-100.html