Liegt, wie auch in vielen anderen Bereichen, vielleicht sogar in allen, in der Einfachheit. Die Tomatensoße steht wesensmäßig daher für vieles, was man ihr oberflächlich betrachtet zunächst gar nicht zutrauen würde.
Letztlich wiederholt und zementiert die Tomatensoße das, was Puschkin über die Poesie sagte.
Leroy kocht seit Jahren kläglich Tomatensoßen und wunderte sich immer wieder aufs Neue, warum sie im Vergleich zu dem, was ihm sein WG-Kollege aus Italien vor Jahrzehnten mal vorgesetzt hatte, alle jämmerlich schlecht waren.
Von Aldis Tomaten bis zu Mutti Pizzatomate speciale, von DeCecco bis Granoro, von holländischer Fleischtomate bis zur Ochsenherzscheiße - ich hab es alles ausprobiert. Ergebnis immer wieder nur Mittelklasse.
Neulich war Leroy bei seinem Brandenburger Gärtner und hat paar Kilogramm Tomaten gekauft, um Tomatensalat mit Knoblauch draus zu machen. Wurde dann aber nix, weil ... naja, das Übliche.
Am Schluss fingen die Dinger an schrumpelig zu werden. Darauf hin hab ich sie einfach in eine riesige Pfanne geschmissen, mit einem Kartoffelstamper etwas gematscht, eine kleine Jalapeno dazugegeben und das Zeug genervt 1 h köcheln lassen und Schalen raus.
Kein Salz, kein Pfeffer, kein Lorbeerblatt, kein Oregano, kein Olivenöl, kein Knoblauch, keine Zwiebel - GAR NIX von dem Kram.
War die beste Tomatensoße, die ich jemals gegessen habe. Besser noch als die von Guiseppe damals. Mussten sogar meine Kinder zugeben, obwohl die gar keine Ahnung haben können von Guiseppes Soße.