Wohlgemerkt manchmal.
Leroys Kumpel und er sitzen schon mit leichter Schlagseite auf der Hausboot-Terrasse, lauschen den Fröschen und Vögeln und starren auf den See. Die Sonne geht langsam unter, Stille. Die Welt ist in Ordnung.
Auf einmal machen sich zwei Zweier-Kanus bemerkbar, die unseren Boliden ansteuern. Das eine Kanu bleibt in der Mitte des Sees stehen, das andere fährt direkt auf uns zu.
Zwei typische Brandenburger Gören drin, so zwischen 17 und 18. Beide knallrot im Gesicht.
Auf unsere Frage, wie wir Ihnen helfen können und dass wir leider auf Herrentagstour sind und daher Damenbesuch nicht unbedingt erwünscht ist, es sei denn als Küchenpersonal, wurde immerhin gekichert, womit der Feministentest bestanden war.
Nein, meinten die beiden, es sei ihnen total peinlich, aber sie seien am Wildcampen am See und hätten einfach nicht genug zu essen dabei und sie hätten schon den ganzen Tag nix gegessen und stürben vor Hunger. Sie hätten aber noch 10 Euro, ob wir Ihnen vier Bier und vier belegte Brote verkaufen könnten.
Mit 100 Meter Sicherheitsabstand die beiden Typen. Denen wäre das zu peinlich gewesen, meinten sie. Da hätten sie eben in den sauren Apfel beißen müssen.
Da ist Leroy höchstpersönlich in die Küche abgehuscht und hat den beiden Chicks Stullen vom Allerfeinsten gemacht. Kochschinken, Käse, Gewürzgürkchen und Bautzner Senf, dazu ein Salatblatt. Soviel Vitamine haben die sicher schon lange nicht mehr bekommen. Das Bier gab es selbstverständlich in doppelter Ration obendrauf.
Denen ist fast das Kanu gekentert, so beladen sind die abgezogen. Selbstverständlich haben sie nix gezahlt.
Hauptsache, die Weiber sind schnell weg.
Als Tipp haben wir Ihnen noch mitgegeben, die zwei Pudel möglichst schnell gegen was Richtiges einzutauschen.