Alle unter 60 in diesem Land sind, wenigstens wenn sie gearbeitet haben, in den Arsch gekniffen.
Je jünger, desto größer die Hebelwirkung der Zange.
Heute auf dem Weg zur Arbeit hab ich im Alfa mal Radio gehört, was selten vorkommt, da Leroy sowohl das Gedudel als auch das dumme Gequatsche auf den Sack gehen. Irgendwann verkündete irgendein Nachrichtensprecher, dass irgendein Vorsitzender verlautbart habe, wir müssten wohl - falls wir die Sozialversicherungsbeiträge nicht explodieren lassen wollten - noch deutlich länger arbeiten als bisher geplant.
Unsere Regelarbeitszeit liegt jetzt schon etliche Jahre höher als in den Partyrepubliken im Süden Europas, die außerdem in großen Teilen weit höhere Renten als in Deutschland beziehen.
Und Leroy soll - Stand heute - also nicht malochen bis Ende 68, sondern bis 70, Tendenz steigend. Wer das mit sich machen lässt, dem haben sie eindeutig voll ins Hirn geschissen.
Et hät noch immer jot jejange, oder? Vergesst es.
Der Vorsitzende hat natürlich Recht und jeder weiß es. Wir leben seit mindestens 30 Jahren weit über unsere Verhältnisse und es gibt zu wenige verbliebene Netto-Produktivkräfte, um das angeblich sozial gerechte Affentheater hier nachhaltig zu finanzieren. Die Rente ist genauso im Arsch wie alles andere auch. Die Summen, die auf den Zettelchen von der Rentenversicherung stehen, kannst Du Dir also getrost durch die Furche ziehen.
Entscheidend ist die Kaufkraft, und die wird komplett geschliffen sein.
Parallel werden alle, die arbeiten und/oder was gespart haben, jetzt schon enteignet durch Inflation, Nullzinsen bzw. Negativzinsen etc.pp - und das ist nur die Feuervorbereitung. Die richtig harten Schritte werden folgen, da gibt es die verschiedensten Szenarien, die wir hier nicht durchspielen wollen. Keiner hat eine Glaskugel und weiß genau, was wann konkret wie kommt.
Wer hingegen glaubt, dass alles super ist und der Staat alles regeln wird, dem ist zu gratulieren. Hoffentlich ist er schon älter.
Der Rest sollte sich langsam mal Gedanken machen, wie er seinen Hintern an die Wand bekommt, und zwar aus eigener Kraft. Auch wer denkt, er hat einen sicheren und gut bezahlten Job, möchte gern kurz überlegen, in welcher Branche er tätig ist und wie die Performance seiner Firma so war die letzten Monate und wie die realistischen Aussichten sind die nächsten 10 Jahre.
Es gilt also, nicht inflationierte Assets zu akkumulieren bzw. intelligent zu investieren. Nach Möglichkeit darf man auch gerne Ausschau halten nach Vermögenswerten, die dem Zugriff des Staates möglichst entzogen werden können, jedenfalls in Teilen. Eigentlich ist das gar nicht so schwer, und falscher machen als nichts geht auch nur schwer.
Etwas Investition in sich selbst in Form von Bildung diesbezüglich könnte man durchaus in Betracht ziehen.
Dann stößt man auch auf verschiedene Assets und Investionsarten, die passend zu einem sind und die nach wie vor Rendite abwerfen, die a) wesentlich höher ist als das staatliche Schneeballsystem namens Rente und b) mindestens genauso zuverlässig bzw. unzuverlässig. Das geht von erzkonservativ bis hin zu offenen Ponzis, die eine Zeitlang gute Renditen abwerfen.
Leroy darf ja keine Anlagenberatung geben und würde das auch nie tun. Er darf zwar erzählen, was er selbst macht, aber das spart er sich, v.a. da er selbst nicht weiß, ob es nun wirklich die ultima ratio ist.
Und er darf durchaus dazu aufrufen, die Sache nicht mehr auf die leichte Schulter zu nehmen.
Es wird langsam Zeit, die Komfortzone zu verlassen und den ideologischen Schild herunterzufahren, der kognitive Dissonanzen erlaubte, die bald nicht mehr aufrechterhalten werden können.
Zwar keine Anlageberatung, aber wenigstens trostspendend dürfte das diesbezügliche Werk eines vollkommen unbekannten Autors sein.