Gerade hat die neue Bundesligasaison begonnen und mit ihr auch gleich die Diskussion über den Videobeweis. Anstatt über Tore, Siege und Niederlagen, Aufstellung und Taktik zu diskutieren, streitet man wieder über den Videobeweis.
Gleich beim Eröffnungsspiel der Bayern gegen Hoffenheim kam es in der 78. Minute zu einer Situation, in dem sich die Zuschauer, die es nicht mit dem FC Bayern halten, ein Eingreifen des Videoschiedsrichter gewünscht hätten. Franck Ribery lief von der linken Seite in den Hoffenheimer Strafraum, sein Gegenspieler Havard Nordtveit packte die Grätsche aus, ohne jedoch Spieler oder Ball zu berühren und rutschte mit ausgestrecktem Bein über den Rasen. Ribery nahm diese Situation dankend an, fädelte ein und ging zu Boden.
Während man früher nur darüber streiten konnte, ob es für eine solche Situation einen Elfmeter geben muss oder nicht, verlagert sich jetzt die Diskussion darauf, ob der Videoschiedsrichter hätte eingreifen müssen. Dies soll er nur bei klaren Fehlentscheidungen, aber war das eine klare Fehlentscheidung? War es überhaupt eine Fehlentscheidung? Nico Kovac meinte nach dem Spiel zumindest, dass er den Elfmeter nicht gegeben hätte.
Am Ende sind wir trotz Videobeweis kein bisschen schlauer als vorher. Stattdessen diskutiert man nicht mehr nur über die Frage, ob es ein Elfer war, sondern auch darüber, ob der Videoschiedsrichter hätte eingreifen müssen. Der Videobeweis sorgt somit nicht für mehr Klarheit sondern für mehr Unklarheit.
Hinzu kommen die langen Unterbrechungen, die den Spielfluss stören. Nach jedem Tor blickt der Fan bang zum Schiedsrichter, ob sich nicht der Videoassistent aus Köln meldet. Das alles hilft dem Fußball nicht, es schadet ihm.
Und spätestens nach dem Spiel der Schalker in Wolfsburg sollte auch dem letzten Befürworter des Videobeweis klar sein, der Videoschiedsrichter hilft dem Schiedsrichter nicht, er verunsichert ihn.