Hier kommt der zweite Teil meiner ersten Kurzgeschichte.
Die Inspirationswörter stammen von und lauten: Pfefferminze, Hitze und Traum.
Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat: Hier ist er ;)
Viel Spaß!
Gewürzte Träume
Schweißgebadet kam ich aus dem Traum wieder in die Realität zurück. Meine Decke war zerknüllt und mein Kissen zerknittert. Mein Herz raste und ich konnte förmlich fühlen, wie mein Blut in Wellen durch meinen Körper schoss. Noch immer sah ich sein Gesicht vor meinen Augen, sein Sternengesicht, es war so schön und doch so weit weg. In der Schule traute ich mich nie ihn anzusprechen und ich glaubte ehrlich gesagt nicht, dass er so unbedingt viel von mir hielt.
Nur meine beste Freundin Sarah wusste von meinem Geheimnis, ich traute mich nicht es den anderen zu sagen. Johann war nicht gerade der beliebtesten einer, seine Noten waren mittelmäßig und in der Pause war er immer nur mit den älteren unterwegs. Auch im Unterricht sagte er recht wenig und wenn dann nur, wenn er dazu aufgefordert wurde.
Ich würde nicht sagen, dass er schüchtern ist, nur scheint ihn der Stoff nicht so recht zu interessieren. Die Ausnahme ist Physik, da hatte er immer nur Einsen und redete wie ein Wasserfall. Ich fand Physik bevor Johann in meine Klasse kam immer langweilig und total kompliziert. Um ihn zu beeindrucken habe ich allerdings dann doch versucht mich mehr damit zu beschäftigen und fand es doch eigentlich ganz ok.
Während ich so vor mich hin dachte merkte ich, dass es schon hell wurde und ich mich bald für die Schule fertig machen musste. Wie jeden morgen freute ich mich darauf in die Schule zu gehen und Johann zu sehen, doch heute war da noch dieser Test in Mathematik. Wir würden ihn in der ersten Stunde schreiben…
Doch dann kam mir eine Idee: Ich konnte Johann eine kleine Überraschung mitbringen, nur so um ihn auf mich aufmerksam werden zu lassen. Ich überlegte ein wenig, dann fiel mir mein Traum ein und ich dachte, ich könnte ihm einen Kräuterstrauß aus Pfefferminze machen. Blumensträuße sind ja eigentlich eher typisch, aber einen Pfefferminzstrauß, davon hatte ich auch noch nie gehört.
Es war noch recht früh, also stieg ich aus dem Bett und ging ans Fenster. Ich kletterte hinaus und hatte, wie im Traum, den Wunsch zu rennen. Nur kam der diesmal, weil ich meine Idee möglichst schnell umsetzen wollte. Ich war ganz aufgeregt und malte mir den ganzen Weg über die Übergabe der Pfefferminze aus, wie er sich freute und mir sogar einen Kuss gebe. An eine negative Reaktion habe ich gar nicht gedacht.
In der echten Welt war es leider deutlich kälter, als im Traum. Dadurch waren meine Hände halb gefroren, wodurch das Pflücken der Minze deutlich erschwert wurde und ich mehrere Stängel zerknickte. Nach einer Weile war ich allerdings mit meinem Kunstwerk zufrieden und machte mich auf den Heimweg.
Zuhause angekommen war sich meine Mutter schon sehr verwirrt am fragen, wo ich denn sei. Die Erleichterung stand ihr ins Gesicht geschrieben, als ich in die Küche eintrat und einen guten Morgen wünschte. Sie fragte mich wo ich war und ich sagte nur: »Draußen.« Sie schaute mich einen Moment lang besorgt an, merkte dann aber auch, dass das nichts brachte und ich grinste wie ein Honigkuchenpferd. Meine gute Laune beruhigte sie.
Nachdem ich mein Frühstück eingenommen habe, ging ich zur Schule. Dort angekommen sah ich Johann und mir wurde plötzlich übel und ich bekam Angst. Was wenn ihm das gar nicht so gefallen würde, wie ich es mir ausgemalt hatte? Was wenn er mich gar nicht mochte?
- Was meint ihr, traut sie sich? Wenn ja, wie wird er reagieren?
Ich habe übrigens zwischendrin etwas mit dem Schreibstil herum experimentiert, ich hoffe das ist nicht allzu unpassend :D
Bin immer für Anregungen offen! ;)