Nun kommt er also: Der letzte Teil meiner Kurzgeschichte
Die Inspirationswörter stammen von und lauten: Pfefferminze, Hitze und Traum.
Wer die vorherigen Teile noch nicht gelesen hat:
Hier ist Teil 1
Und hier Teil 2
Viel Spaß!
Gewürzte Träume
Ich beschloss erst einmal abzuwarten und mich auf den Test zu konzentrieren, was sich jedoch als sehr schwierig herausstellte, da ich natürlich dauerhaft an die Überraschung in meinem Rucksack denken musste. Auch kompliziert war, dass ich Johann dauerhaft ansah, meine Augen huschten immer tückisch zu ihm herüber.
Der Test war über Funktionsgleichungen, das Zeug mit „f von x ist gleich soundso“… Leider sah ich statt den Formeln die ganze Zeit nur ihn und dachte statt an das Lösen der Gleichungen immer nur an seine Reaktion. Nach zehn Minuten gab ich ab, ohne auch nur eine Zahl geschrieben zu haben - nicht mal meinen Namen habe ich buchstabieren können – und ging raus, um mich zu beruhigen.
Als ich alleine so vor der Klassentür stand war mein Kopf am rasen und drohte an Emotionen überzuquellen. Ich dachte ich sollte weg rennen, so weit wie es nur ging, doch könnte ich bestimmt diese Pfefferminze nicht überreichen. Ich konnte ihn nicht sehen, er bereitete mir doch eh nur Schmerzen, und dabei kannte ich ihn doch gar nicht.
Kurz bevor ich zu dem Gedanken kam das Fenster als Ausweg zu nehmen, war es plötzlich ruhig in meinem Kopf und eine leise, mir unbekannte Stimme sagte in mir: »Wozu diese Aufregung, sei einfach du selbst und gib ihm diesen Strauß, schlimmer kann es eh nicht werden.«
Plötzlich war alles klar, ich ging selbstbewusst wie nie wieder zurück in die Klasse, hörte gar nicht auf den Lehrer und tauchte meine Hand in meine Tasche. Heraus zog ich mein Meisterwerk und überlegte nicht weiter, sondern übergab es einfach an meinen Traum.
Johann war ganz verdutzt und glotzte mich verstört an. Er hätte wohl nie gedacht, dass ich, ausgerechnet ICH, in ihn verknallt sein könnte. Doch nach einigem Überlegen breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und er nahm mir das Grün aus der Hand. Mit seiner Anderen nahm er meine Hand und wir gingen hinaus auf den Gang, über den Schulhof, bis hinaus über die Straße und zum verlassenen Park gleich um die Ecke.
Dort wollte er mir sofort einen Kuss geben, doch ich war mir nun unsicher. Ging das ganze nicht etwas schnell? Was ging da vor sich? Ich beschloss mich erst einmal vorzustellen, da ich ihn noch gar nicht richtig kannte und bezweifelte, dass er überhaupt mehr als meinen Namen von mir wusste.
Daraufhin wurde er ärgerlich und fragte mich, was ich überhaupt wollte und ich sagte ihm, dass ich ihn toll fand und schon lange für ihn schwärmte, aber mir eigentlich noch nie darüber Gedenken gemacht habe, was ich denn wollte. Das stimmte auch, meine Gedanken gingen immer nur bis kurz nach der ersten richtigen Begegnung, in diesem Falle bis zur Übergabe der Gewürze. Nie hatte ich daran gedacht, dass er ja sagen würde.
Nach einiger Zeit merkte ich aber, dass ich doch etwas wollte, nämlich Liebe, echte Liebe. Nicht einfach nur Händchen halten, Küsschen geben und was danach noch so kommen wollte, sondern ich wollte auch geliebt werden, Liebe ist mehr als nur eine Beziehung. Das sagte ich ihm auch und merkte sehr schnell, dass er das anders sah und von dem Moment an hörte mein Schwärmen für Johann auf, ich begann zu merken was wirklich wichtig im Leben war: Die Liebe.
Ich habe die Vorschläge in den Kommentaren vom letzten Teil extra noch nicht gelesen, um nicht davon beeinträchtigt zu werden, das werde ich dann jetzt nachholen!
Ich freue mich auf eure Rückmeldungen :)