Hamburg zählt nicht unbedingt zu den absoluten Highlights der deutschen Theaterszene. Die ist eher in Bochum oder Berlin zu Hause. Jedoch hat Hamburg durch John Neumeier an der Staatsoper einen unschlagbaren Ruf, wenn es um die Ballettszene in Deutschland geht.
Neumeier, ursprünglich aus Milwaukee in den USA wurde in 1963 London entdeckt und erhielt ein Engagement in Stuttgart, wo er auch seine ersten Choreografien schuf. Über Frankfurt a. Main gelangte er schließlich 1973 nach Hamburg, nachdem er bereits mit einigen seiner Choreografien in Deutschland und international für Aufsehen gesorgt hatte. Aber hier soll es nicht um seine spektakulären Inszenierungen, sondern um etwas damit verglichen eher Triviales gehen.
Wobei Triviales nicht immer schlecht sein muss, ganz im Gegenteil, ein Fischbrötchen zur rechten Zeit ist immer ein Genuss. Jedenfalls ist es ein Ritual, eines oder beide Theater in Hamburg zu besuchen, wenn ich denn in der Stadt bin. Welche? Nun, entweder das Imperial-Theater oder das St. Pauli Theater. Beide liegen an der Reeperbahn und beide haben ihren ganz speziellen Reiz.
Im Imperial-Theater (https://www.imperial-theater.de) geht es um Krimi. Und bei Krimi nicht etwa um irgendwelchen neuen Schnick-Schnack, sondern um das traditionell Gute: Edgar Wallace.
Im Augenblick läuft derzeit „Der Frosch mit der Maske“ und das ist die wohl beste Inszenierung, die ich zu einem Wallace im Imperial-Theater gesehen habe.
Selbst wenn man den alten Schwarz-weiß-Film mit Blacky Fuchsberger kennt, langweilt man sich keinen Augenblick, vielmehr hält einen das Stück in Atem, ist spannend und gleichzeitig mit Augenzwinkern inszeniert.
Unbedingte Empfehlung!
Das St. Pauli Theater, direkt neben der David-Wache gilt als eines der ältesten Theater in Deutschland und wurde 1841 eröffnet. In den mehr als 170 Jahren seiner Geschichte wechselte es öfters den Namen und den Besitzer. Glücklicherweise wurde es im 2. Weltkrieg, während der für die für Hamburg verheerenden Luftangriffe der Alliierten Bomber nicht zerstört. In den 70ern erlangte die Bühne stärkere Aufmerksamkeit durch damalige Stars wie Freddie Quinn (habe ihn selbst einmal auf der Bühne spielen sehen dürfen), Elke Sommer und Willy Millowitsch überregionale Aufmerksamkeit.
Seit 2003 arbeitet Ulrich Tukur mit im Team und holte für eigene Produktionen Namen wie Eva Mattes, Mathias Richling und Christian Redl in das Haus am Spielbudenplatz.
Das derzeit aktuelle Programm, für alle, die einen Besuch in der Stadt planen, gibt es hier: https://www.st-pauli-theater.de
Viel Spaß wie immer und ein paar mehr Hamburger Geschichten in den nächsten Tagen, bevor ich wieder nach London zurückmuss.