Dehmel (1863-1920)
Die Möbel sind staubig, die Fenster nicht klar,
der Boden ist schmutzig, das Sofa voll Haar.
Es leidet der Haushalt, man nimmt's kaum noch wahr,
die Nasenabdrücke und überall Haar.
Du suchst ein Plätzchen für deinen Hund,
du selbst sitzt auf einem Sessel, der alt ist und bunt.
Es ist Zeit, dein Hund braucht was zum Fressen,
deinen eigenen Hunger hast du vergessen.
Dein Hund er wimmert und jammert recht laut,
auf zum Tierarzt, damit er nach deinem Liebling schaut.
Der Garten er leidet, der Rasen ist hin,
doch für Gartenarbeit steht dir nicht der Sinn.
Die Winter sind mühsam, mal nass und mal rau.
Der Hund ist schmutzig und du vor Kälte ganz blau.
Die Familie bleibt weg, Freunde lassen dich in Ruh',
du siehst fast nur noch Hundeleute, die leben wie du.
Man rennt und man reist, so ist der Trott,
dazu die Hundesteuer, bald bist du bankrott
Ist es das wert, was machst du da bloß?
Doch dann kommt dein Liebling und springt auf den Schoss.
Sein Blick wärmt dein Herz und um nichts in der Welt
gäbst du ihn her, was bedeutet schon Geld?
Es muss wohl was wert sein und es muss dir was geben,
denn er liebt dich, der Hund in deinem Leben.
Alles hat sich verändert, nichts ist mehr gleich.
Du liebst deinen Hund und deine Seele ist reich.