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1846 wurde der letzte lebende Luchs im Bayerischen Wald erschossen. Bereits 1819 der letzte in Thüringen lebende Luchs. Luchse wurden zur damaligen Zeit aufgrund des begehrten Fells gejagt. Auch die Jagd auf seine Beutetiere zur damaligen Zeit setzte ihm zu.
Jedoch konnten einige Exemplare im Böhmerwald überleben, einem Wald in Tschechien direkt an der Grenze zum Bayerischen Wald. Diese wurden durch Zucht vermehrt und danach seit dem 20. Jahrhundert wieder in Deutschland ausgewildert.
Der Deutschen Wildtierstiftung zufolge leben heute wieder 65 Luchse in Deutschland. Aufgrund dieser geringen Anzahl sind Luchse weiterhin stark vom Aussterben bedroht.
Und weiterhin bleibt der Mensch eine der größten Gefahren für den Luchs, denn da Luchse ein großes Territorium haben, überqueren sie manchmal Bundesstraßen. Die Deutsche Wildtierstiftung schreibt dazu, dass "[d]er Tod auf der Straße [...] eine der wesentlichen Todesursachen." ist.
Die Ausbreitung der Luchse ist heute auf wenige Schutzzonen beschränkt, wohingegen er früher in ganz Europa vertreten war. Trotz allem ist der Luchs noch heute eine jagdbare Tierart, jedoch mit einer ganzjährigen Schonzeit versehen. Wer entgegen der Vorschriften einen Luchs abschießt hat eine Geld- oder auch Freiheitsstrafe zu erwarten.
Um den Umgang mit Luchsen klarer zu machen wurde 2008 in Bayern der Managementplan "Luchse in Bayern" veröffentlicht. In diesem wird auch geregelt, dass gerissene Nutztiere mit Ausgleichszahlungen vom Freistaat kompensiert werden, um die Akzeptanz von Luchsen zu steigern.
Diese Ausgleichszahlungen haben im Zeitraum von 1998 bis 2007 nur 5.242 € betragen. In dieser Zeit wurden schließlich auch nur 45 Nutztiere von einem Luchs gerissen. Bei den Fällen, wo der Luchs als Verursacher vermutet wurde, fand man durch Begutachtungen heraus, dass der Luchs tatsächlich nur in 24% dieser Fälle schuld war. Zu 31% war es ein Hund/Fuchs und zu 22% sind die Nutztiere gewaltlos gestorben.
Obwohl Luchse von vielen Landwirten kritisch gesehen werden, sind Luchse weitaus zurückhaltender als meist angenommen. Immer wieder werden Luchse getötet, wie der Luchs 'Alus' der im September 2017 mit Kopf und Vorderpfoten abgetrennt aufgefunden wurde. Eine Rückkehr der Luchse ist jedoch für unser heimisches Ökosystem durchaus von Vorteil, da sie (unter anderem) den Wildbestand kontrollieren. Wie man am Beispiel des kanadischen Luchses und den Schneeschuhhasen erkennen kann, beschränken sie sich in ihrer Populationsgröße selbst, da sie nur zur Paarungszeit zusammenkommen.
Je nach Nahrungsangebot könnte es sogar sein, dass nur ein oder zwei Luchse auf zwanzig bis zweihundert Quadratkilometer zu finden sind.
We shall all welcome our feline overlords.
Quellen:
https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/luchs
http://www.naturpark-bayer-wald.de/tw/index.php?MID=10&ALL=1&print=1
https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/luchs/steckbrief/index.html
http://www.luchsprojekt.de/index.html
http://www.luchsprojekt.de/downloads/MP_Luchs_Bayern.pdf
http://www.salzburg24.at/luchs-alus-tot-aufgefunden-15-000-euro-belohnung-im-falle-einer-straftat/5085148