Liebe Steemianer, liebe Freunde und liebe Follower,
Selbstliebe hat nichts, wie viele meinen, mit Egoismus zu tun. Es ist genau das Gegenteil. Jeder von uns weiß, wie essentiell es ist, uns selbst zu lieben. Doch erscheint es uns wie eine hoffnungslose Aufgabe, bei der wir nicht genau wissen, wo genau wir anfangen sollen. Daher widme ich heute meinen Artikel ganz und gar diesem Thema.
Meine Reise beginnt…
Auch ich kann euch mein Wort geben, dass ich bei dem Thema „begeisterten Selbsthass“ eine Koryphäe war. Ja, ich hasste regelrecht die Vorstellung von Selbstliebe. Auf dem Weg dorthin ergaben sich schockierende Begegnungen mit mir selbst. Auch vor meinem „inneren Kind“ hatte ich zunächst Angst. Meine Reise war Kilometerlang und durchaus beschwerlich, doch heute bin ich außerordentlich glücklich, dass ich meine Chance genutzt habe. Heute denke ich, dass Selbstliebe der Schlüssel zu vielem ist, um zu genesen. Nicht nur psychisch, sondern auch physisch. Aber warum ist “Selbstliebe lernen” so schwer?
Alles begann in deiner Kindheit…
Ich habe viele Menschen in meinem Leben getroffen, die von Selbstzweifel und Angst geprägt waren. Doch wie sollten Sie es auch lernen, wenn schon in unserer Kindheit der Grundstein dafür gelegt wurde? Das weit verbreitete Mittel dazu war die alltägliche Behauptung: „So wie du von Natur aus beschaffen bist, bist du nicht besonders genug“. Uns wurden in der Schule unsere Schwächen aufgezeigt, aber unsere Stärken wurden tot geschwiegen.
Wollten wir jedoch unsere Einzigartigkeit zum Vorschein bringen, so wurden wir mit dem Glaubenssatz: „Sei nicht so überheblich.“ oder „Gib nicht so an.“ in unserem Vorhaben gebremst. Eine Trennung unseres Selbst von unseren Gedanken und unserem gesunden Menschenverstand war die Folge. Dieser sogenannte Zustand des Getrenntseins erzeugt ein tiefes Gefühl von Trauer im Herzen und im Körper des Kindes, welches wir einmal waren. Wir wurden mit der Tatsache konfrontiert eine Brücke zwischen unseren wahren Bedürfnissen und den Anforderungen unserer Eltern zu bauen. Wiederum entstehen nun Schuldgefühle, weil wir als Kind nicht in der Lage waren, diese Bedürfnisse zu erfüllen.
Von nun an herrschte Unsicherheit. Wir schauten zu äußeren Autoritäten auf, die uns sagen sollten, was wir zu tun und zu lassen haben, damit wir uns in Sicherheit fühlen konnten. Die Quintessenz daraus, dass unsere natürliche Abhängigkeit zu gesellschaftlichen Institutionen hin verlagerte, liegt auf der Hand. Im Verlauf dieses Prozesses wird das wahre Selbst des Kindes immer mehr in ein Gefängnis eingesperrt und der Sprössling fängt an es zu verleugnen. Würden wir nun im Erwachsenenalter den Versuch unternehmen, die „dunkle Brille“ abzusetzen, so treten u.a. viele unserer natürlichen Talente / Fähigkeiten zu Tage und unsere innere Wahrheit wächst.
"Wer sich selbst nicht auf die rechte Art liebt, kann auch andere nicht lieben. Denn die rechte Liebe zu sich ist auch das natürliche Gutsein zu anderen. Selbstliebe ist also nicht Ichsucht, sondern Gutsein." — Musil
Nun möchte auch ich euch dazu anspornen auch diesen Weg einzuschlagen. Ihr werdet lernen, dass ihr euch selbst das geben solltet, was ihr erwartet von anderen Menschen erhalten zu müssen. Auch ein wenig Mut gehört dazu und der Wille euer Leben eine neue Richtung zu geben.
Los geht’s (Diese Technik ist von Teal Swan übernommen. Vielleicht kennt sie der ein oder andere):
Als erstes möchte ich euch dazu ermutigen eine Art Pakt mit euch zu schließen. Dies kann für den Anfang schon eine Herausforderung darstellen, da sich der Satz: „Ich liebe mich“ wie eine Lüge anhört. Doch nun sollten wir mit der inneren Wahrheit und der Lebensfreue in Kontakt kommen, die wir einst verspürten, als wir noch jung waren. Aus diesem Grund hilft genau dieser Satz zu Beginn das endlose Tal zu überbrücken. Suche dir einstweilen einen Tag im Kalender aus, an dem du beginnen möchtest und kreuze auch den Zeitpunkt an, welcher 365 Tage nach diesem Beginn steht.
Derweil möchte ich, dass du täglich, genau ein Jahr lang, in bestimmten Situationen, welche dir als geeignet erscheinen, egal wie wichtig diese sind, immer wieder diesen einen Satz sagst: „Was würde jemand, der sich selbst liebt, tun?“. Auch bei sehr einfachen Fragestellungen wie z.B.: „Sollte ich lieber zu Fuß zur Arbeit laufen oder doch lieber mit dem Fahrrad fahren.“, kannst du diese Fragestellung benutzen. Immer wenn du dir diese Frage stellst, wird deine Intuition geschult und dir somit die Antwort sofort einfallen und als unverhofftes Wissen entschleiert (Bauchgefühl, Gedanke, Bild, Emotion oder körperliche Empfindung). Ohne bewusstes Überlegen und Nachdenken. Somit können wir unsere Intuition, welche wir in Kindestagen verloren haben, wieder aufleben lassen. Dies ist äußerst wertvoll und nützlich für unsere Wanderung hin zu Selbstliebe ist.
Ich wünsche dir, dass auch du irgendwann den Ort voller Freiheit, Freude und Liebe betrittst und auf deiner Reise innerlich wachsen wirst.