...ist vor allem eine Störung der Emotionsregulation.
Betroffene Personen haben in der Regel Probleme ihre Gefühle zu steuern und werden oft von schmerzhaften Gefühlen überflutet.
Meist sind impulsive und selbstschädigende Verhaltensweisen kurzfristige Versuche diese schmerzenden Gefühle zu beenden.
Zu starken Einschränkungen im Alltag führt häufig der Versuch, diese schmerzhaften Gefühle zu vermeiden.
Eines der Hauptmerkmale einer Borderline-Störung ist, wenn eine sehr starke, plötzlich auftrende innere Anspannung entsteht, welche sich nicht eindeutig zu einem Gefühl zuordnen lässt.
Die Probleme, welche von Borderline-Patienten berichtet werden, können in 5 Kategorien eingeteilt werden:
1 Emulationsregulationsstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Schwierigkeiten beim Steuern der Gefühle
2 Denkstörungen
- Dissoziation (Verzerrung von Raum-, Zeit- und Körperwahrnehmung)
- Flashbacks (erneutes erleben traumatischer Erinnerungen)
- Pseudohalluzinationen (als Täuschung erkannte Illusionen)
- Paranoia (Gefühl, verfolgt zu werden)
- Negative Grundeinstellung (pessimistisch sich selbst gegenüber)
3 Selbstwahrnehmungsstörungen
- Fremdheit, Unsicherheit oder Ekel im Umgang mit dem eigenen Körper und sich selbst
- Sich "anders" zu fühlen, als alle anderen
- Unsicherheit in Bezug auf zukünftige Ziele, wichtige Entscheidungen und alltägliche Entscheidungen und die eigene Meinung.
4 Störungen in der Verhaltenseben - Selbstschädigende und impulsive Verhaltensweisen
- Hochrisikoverhalten
5 Zwischenmenschliche Störungen - Beziehungen, welche meist intensiv und unsicher sind
- ständiger Wechsel zwischen Abwertung und Überbewertung
- Schwierigkeiten beim Alleine sein
- Angst verlassen zu werden
- Angst vor Nähe
Diagnostische Kriterien einer Borderline-Störung
Um eine Diagnose zu erstellen, sollten durch einen Facharzt mindestens 5 von 9 Kriterien attestiert sein:
- Verzweifelte Bemühungen zur Vermeidung von vermutetem oder tatsächlichem Verlassenwerden.
- Ausgeprägte und anhaltende Instabilität des Selbstbildes (Identitätsstörung).
- Ein Muster von intensiven aber unsicheren zwischenmenschlichen Beziehungen, gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen extremer Über- und Entwertung.
- Wiederholen von Suizidversuchen, -andeutungen bzw. -drohungen oder auch Selbstverletzungen.
- Impulsivität bei min. zwei selbstschädigenden Verhaltensweisen (z.B. Alkohol- oder Drogenmißbrauch, Sexualität, Essanfälle, Rücksichtslosigkeit beim Fahren)
- Emotionale Instabilität durch erhöht ausgebildeter Empfindlichkeit gegenüber der sozialen Umgebung
- Schwierigkeiten beim Kontrollieren von Wut oder Ärger oder auch unangemessene, heftige Wut bzw.Ärger
- Paranoide Vorstellungen, das Gefühl ungerecht behandelt zu werden oder auch schwere dissoziative Symptome