Unser letzter Ausflug führte uns nach Bukeyashiki, einer Reproduktion einer alten Samurai-Residenz. Das Anwesen ist hier auch ziemlich bekannt aus Funk und Film, verschiedene Fernsehserien wurden hier wohl gedreht.
Wir haben uns das Gelände mit einer größeren Anzahl an Schulkindern geteilt, die auch an diesem Tag ihren Ausflug hierher verlegt hatten. In meinen Fotos habe ich aber so weit es geht versucht, ein anderes Bild darzustellen.
Der Herr des Hauses durfte zum Ende der Boshin-Kriege dann auch an der Schlacht um Aizu (1868) teilnehmen, und als das vernichtende Ende der Aizu-Besatztung abzusehen war, hatte der weibliche Teil der Familie und Gefolgschaft in großer Zahl beschlossen, rituellen Selbstmord (Seppuku) zu begehen.
Tragödien gab es auch in diesem Teil der Welt, und man sollte das Leben und Wirken der Samurai auf keinen Fall glorifizieren. Im eigentlichen Sinne waren sie auch nur bezahlte Söldner, die sich ein mystisches Mäntelchen umgehängt haben. Wenn der Kopf ab ist, ist er nun mal ab. Da braucht dann auch keiner mehr etwas von Ehre und Loyalität zu erzählen.
War trotzdem schön hier, und zu Friedenszeiten war das mit Sicherheit ein ganz angenehmes Plätzchen. Vor allem für den Herrn des Hauses.
Die Atmosphäre an sich macht Bukeyashiki schon zu einem lohnendem Ziel, und wenn dann noch das Wetter mitspielt will man am Ende auch gar nicht mehr gehen.
Aber man kann ja mal wieder vorbei kommen.
Eines fernen Tages dann...