Orte der Sehnsucht müssen nicht immer Orte sein, nach denen man sich sehnt. Oft handelt es sich dagegen eher um Orte, an den unsere Sehnsucht geweckt wird und auf Hochtouren läuft und unser Herz sich oft von unserem Verstand abkoppelt. Plötzlich fahren wir zweigleisig, wobei unser Herz definitiv Vorfahrt hat und es schafft unseren Verstand spielerisch abzuhängen.
Diese Orte verbindet man meist mit unerfüllten Träumen und Wünschen, und sie sind oft auf eine ganz besonders melancholische Art und Weise stimulierend und anregend, dabei aber auch unausweichlich wehmütig. Die eigenen Gedanken überwinden alle gesteckten Grenzen und sind uns räumlich und zeitlich bereits Längen voraus, es scheint unmöglich diese physisch jemals wieder einzuholen.
Träumen ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Warum sollte man auch der Fantasie und der eigenen Vorstellungskraft Grenzen setzten, der Wunsch nach dem Möglichen im Unmöglichen übernimmt die Gegenwart. Das Hier und Jetzt sehnt sich nach mehr, wobei uns unsere Wunschträume nie deutlich sondern nur abstrakt erscheinen. Das Ziel der eigenen Sehnsüchte lässt sich oft nicht einmal klar definieren. Aber eins scheint festzustehen, das Ziel unserer Bestimmung liegt hinter diesem Horizont, der wenn er auch noch so nah wirken mag, doch unerreichbar fern zu sein scheint.
Und wenn man versucht sich ihm zu nähern, verschieben sich auf einmal die Dimensionen. Überflutet von Impressionen erlebt man einen epischen Wettkampf von Euphorie und Schwermut, das Pendel schwingt wiederholt unerbittlich in alle Richtungen aus, und manchmal kommt es einem vor, als schläge es gleichzeitig auf beiden Seiten der Arena.
Stillstehen fällt immer schwerer, die Sehnsucht wird zum Motor, zum eigentlichen Antrieb des Seins. Sie kann wohlig wärmen aber einen auch zutiefst frösteln lassen. Auch wenn man sich nicht einen Zentimeter fortbewegt hat, ist man doch plötzlich Weiten von dem entfernt, was man hinterlassen hat. Unmöglich und unnötig, dorthin zurückzukehren.
Unser Herz hat das Steuer übernommen und für diese Reise gibt es keine Blaupause und keine Karte. Diese Reise hat es in sich und oft hat man nicht mal den geringstem Schimmer, wo es denn hin geht und wo man landen wird. Und auch wenn man sich immer wieder wundert, warum man eigentlich auf diesem Trip dabei sein muss, vergesst Gurt und Helm und lasst euch einfach ein auf diesen turbulenten Ritt der Gefühle.
Das Leben wartet nicht, du musst es dir schon holen!