Schlaf
Für die einen überbewertet, für die anderen lebenswichtiges Elixier.
Ich treffe hier oft Menschen in Japan, die mit für meine Verhältnisse, oder mein Verständnis, wirklich wenig Stunden Schlaf auskommen.
Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wenn mir jemand erzählt, dass ihm oder ihr 5 Stunden (oder auch weniger) Schlaf am Tag ausreichen. Und dass dies auch am Wochenende so gehandhabt wird.
Wie beneide ich die jenigen, die mir erzählen, dass sie sich einfach nur hin zu legen und die Augen zu schließen brauchen, um sofort im Land der Träume zu verschwinden. Ohne dabei auch nur einen Gedanken zu verschwenden, was man denn jetzt eigentlich hier vorhat.
Und dieses Traumland auch erst dann verlassen, wenn es Zeit ist zum aufstehen. Also diejenigen unter uns, die keine Probleme mit dem Ein – und Durchschlafen haben. Da scheint es ja wirklich einige zu geben. Oh, die Glücklichen!
Auf den nächtlichen Krampf, endlich zur Ruhe zu kommen, kann ich wirklich verzichten. 30 Minuten ist bei mir eigentlich das Mindeste. Oft ist es aber eher so, dass es länger wird, ja auch das es mehr als eine Stunde dauert, ist nicht wirklich eine Seltenheit.
Und Durchzuschlafen ist für mich ein Fremdwort. Manchmal kann ich das gar nicht mehr zählen, wie oft ich da so wach werde und feststelle, dass ich noch ein paar Stunden Zeit habe, bis ich hoch muss. Leider wird diese Zeit mit jedem Mal Wachwerden immer weniger und wenn dann der Wecker seinen gnadenlosen Schrei raus lässt, fühle ich mich eher wie gerädert, als gut geruht zu haben.
Besonders im Sommer ist das ein Problem. die Hitze zwingt mich die Fenster aufzumachen, was dann dazu führt, dass es im Zimmer um 4 Uhr hell wird. Warm und hell, nicht gerade das beste Rezept für gesunden Schlaf.
Und dazu kommen dann all die Geräusche, die eine Stadt so zu bieten hat. Hier in Japan sind die Häuser ja nicht unbedingt für dicke Wände und eine gute Isolierung bekannt, was ich nur zu gut bestätigen kann.
Und im Nebenzimmer fängt dann auch der Zwerg bald an zu quaken and zu brabbeln, und schon kannich das Noch-Einmal-Einschlafen endgültig in die Tonne kloppen. Aber da ist eigentlich noch das geringste Problem.
Also wie beneide ich die Glückseligen, die ohne Anstrengungen einfach so wegdämmern können um erst zu gegebener Zeit wieder zu sich zu kommen. Man das wäre ja ein Traum, wenn das mal so klappen würde. Hinlegen, Augen zu und weg.
Aber trotz permanentem Schlafmangel funktioniert der Körper trotzdem und irgendwie auch das Gehirn. Der Anfang am Morgen ist schwer, aber mit Routine kommt man immer wieder in die Gänge und wälzt sich durch den Tag und dabei alles nieder und man läuft dabei auch immer wieder zu echt guter Form auf.
Manchmal mehr innerlich aber das andere Mal dann eher äußerlich. Der Schein trügt oft, in jeder Hinsicht.
Oder ist das Leben einfach zu kurz, um es zu verschlafen?
Wer rastet der rostet heißt es doch so schön. Also sollte ich mich vielleicht gar nicht so zimperlich anstellen. Es gibt mit Sicherheit immer wieder welche, die mit noch weniger Schlaf durchkommen und uns von den tollsten Höchstleistungen erzählen können. Und über Schwächlinge wie mich dabei nur wage lächeln können. Was stelle ich mich denn hier so an?
Schlaf? Wozu soll das denn gut sein?