Das vorliegende Buch beginnt mit einem Sprung in die Weimarer Republik, an die Geburtsstätte des Querfront-Begriffs. Dort lernt der Leser jene Personen kennen, die an einem Zusammenschluss nationalistischer und sozialistischer Kräfte arbeiteten, an einer Front also, die quer zum traditionellen Links-rechts-Denken verlief.
In der zweiten Hälfte des Buches beschäftigt sich Kaiser mit der Frage, inwieweit eine solche Allianz heute möglich ist. Daran, dass er eine solche als wünschenswert erachtet, lässt er keinen Zweifel. So ist dem Buch beispielsweise ein Zitat von Slavoj Žižek vorangestellt, in dem dieser feststellt, dass Leninisten und Konservative sich wenigstens darin einig seien, dass „beide das zurückweisen, was man liberale Verantwortungslosigkeit nennen könnte“.
Die von der Bundesregierung und Brüssel forcierte Masseneinwanderung nennt Kaiser „ein Instrument zur Konkurrenzentfachung und Lohndrückung“. Unser Wirtschaftssystem sei eine „marktradikale Form des Liberalkapitalismus“, die uns vor derart große Probleme stelle, dass man zu deren Lösung selbst den „liberalen Fetisch“ unserer Wirtschaftsstruktur hinterfragen müsse. Kaiser kokettiert an dieser Stelle mit einem europäischen Zentralstaat, in dem sich „linke Politik mit rechten Menschen“ machen ließe.
Dadurch, dass der Autor die Welt mit Hilfe von marxistisch-leninistischen Theorien zu verstehen versucht, wird nun sowohl der amerikanische Imperialismus im Nahen Osten als auch die EU zum Auswuchs des „globalen Kapitalismus“. Wie man dies von identitärer Literatur bereits gewohnt ist, wartet man vergeblich auf eine nüchterne Definition dieses Kampfbegriffs.
Politische Zentralisierung und Sozialismus scheinen innerhalb des rechten Lagers immer mehr als Lösungen auf unsere heutigen Probleme gesehen zu werden. Dass freiheitliche Interpretationen unserer heutigen Malaise dabei nicht widerlegt, sondern totgeschwiegen werden, wirft die Frage auf, inwieweit man dort überhaupt nach den besseren Argumenten sucht.
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