Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben will, aber mich dann dafür entschlossen. Es soll hierbei nur um eine Namensnennung gehen, damit man mit den Namen, die mit Inârah zusammenhängen, vertraut werden kann.
Zunächst Wiki:
(Anmerkung: Soweit ich weiß wurde der Beitrag von Raymond Dequin, Jemandem aus Inârah erstellt, s. hier in imprimatur, S. 6.)
Vorläufer
Bereits Ignaz Goldziher, Joseph Schacht, Günter Lüling, Suliman Bashear, Yehuda Nevo, John Wansbrough, Patricia Crone und Michael Cook waren der Ansicht gewesen, dass der traditionelle Bericht nicht dem tatsächlichen Gang der Geschichte entspricht. Mit Inârah hat sich erstmals eine interdisziplinär arbeitende Forschergruppe dieses Themas angenommen.
Die Saarbrücker Schule geht auf den Religionswissenschaftler Prof. Dr. Karl-Heinz Ohlig zurück, der im Zuge seiner 2006 erfolgten Emeritierung an der Universität des Saarlands eine multidisziplinäre Gruppe von Forschern um sich versammelt hatte, die im Jahre 2007 den gemeinnützigen Verein „Inârah e.V. - Institut zur Erforschung der frühen Islamgeschichte und des Korans“ gründeten. Diese Gruppe, zu der außer Ohlig u. a. der Orientalist Gerd-Rüdiger Puin, die Philologen Markus Groß und Christoph Luxenberg, sowie der Numismatiker Volker Popp gehören, haben 2008, 2010, 2012 und 2014 vier Fachtagungen durchgeführt, in denen über 40 Forscher vorgetragen haben, deren Arbeiten in bis jetzt acht Sammelbänden (Inârah 1-8) veröffentlicht wurden. Ferner gibt es zahlreiche kleinere Artikel in der Saarbrücker Zeitschrift „imprimatur“.
Im Englischen Wiki Revisionist_school_of_Islamic_studies gibt es noch mehr Namen wie z.B. Hoyland, Donner oder auch Sven Kalisch. Diese haben aber nicht unbedingt etwas mit Inârah zu tun, stehen teilweise auch den Arbeiten von dort sehr kritisch gegenüber.
Meines Eindrucks nach sind die Arbeiten von Wansbrough, Hoyland und Puin (E. und G.R.) durchaus weitläufig rezipiert worden. Wiki Englisch erwähnt auch Tom Holland, der einiges popularisiert hat. Hier hat eventuell der ein oder andere schon einmal auf YouTube die Doku (1h 12min) Islam The Untold Story (für das BBC oder channel 4 oder iwie sowas produziert) gesehen: https://hooktube.com/watch?v=zzKk0L6H1ms
Von Tom Hollands „In the shadow of the sword“ gibt es das audiobook auf YouTube. Habe ich mir noch nicht angehört.
Nun zu den Saarbrückern.
Ohlig und Luxenberg sind sicherlich die bekanntesten Namen.
Ohlig ist (ein) Herausgeber der Inârah Sammelbände und ebenso ein Herausgeber von imprimatur. Er ist Religionswissenschaftler und ihr konntet von ihm schon im Beitrag zu Religion lesen.
Luxenberg ist ein Pseudonym, das wiederum die Übernahme eines Namens eines Forschers, der sich der Aufklärung verschrieben hatte, sein soll und nicht ein Wortspiel mit Licht, Christus (wegen Christopher) und Ähnlichem. Er ist im Rahmen von Inârah ausschließlich sprachwissenschaftlich tätig und bekannt für „Die syro-aramäische Lesart des Koran – Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache“ und ähnliche bzw. sich dem anschließende kürzere Texte. Er ist wohl der umstrittenste und meistbesprochenste Autor von Inârah. (Zu einigen Rezeptionen im heute kommenden Beitrag.)
Gerd Rüdiger und Elisabeth Puin sind bekannt für die Aufarbeitung des Sana’a palimpsest, „[...] one of the oldest Quranic manuscripts in existence.“ Es wurde 1972 entdeckt (ist also relativ/ziemlich neu). Hijazi bedeutet wie Kufi wieder rasm.
Hier der deutsche Beitrag von Elisabeth Puin, wie er dann im 5. Sammelband für Inârah abgedruckt wurde, inkl. Abbildungen, in tip-top Qualität. (Ist allerdings etwas dröge zu lesen und nicht allzu relevant für die kommenden Beiträge.)
Um einen Beitrag von Popp wird es dann bald ausführlich in mehreren Beiträgen gehen. Er trägt den Titel Die frühe Islamgeschichte nach inschriftlichen und numismatischen Zeugnissen. Numismatik ist Münzkunde. Es wird kompliziert und ich werde mein Bestes geben, um es zu vereinfachen. Der Beitrag selbst ist quasi eine ziemlich kompakte Darstellung der von Inârah-Mitgliedern als wahrscheinlich angenommenen tatsächlichen Geschichte, räumlich sowie zeitlich.
Weiterhin häufiger untergekommen sind mir
- Kerr (Robert Martin/Robert M.),
- Ibn Warraq,
- Kropp, Manfred S.
- Groß, Markus
- Für Französisch lesende noch Gobillot, Gilliot und Courtieu.
Fotos sind der Natur der Sache nach schwierig zu finden. Hier ist ein älteres der gesamten Gruppe zu sehen: http://inarah.net/mission
Wenn ich mich recht erinnere, müsste ganz rechts Gerd R. Puin sein (sehr sicher) und der dritte von links Karl-Heinz Ohlig.