Ja, das nervt mich auch total. Ich habe ja auch schon einige persönliche Gespräche mit Leuten in der IB und anderen "rechten" Kreisen geführt und bin immer mehr zu der Erkenntnis gelangt, dass die Neuen Rechten im Prinzip auch nur wieder für einen starken Staat sind...da ist teilweise Etatismus pur in deren Argumentation. Auch nervt mich immer wieder, dass der Neoliberalismus fast immer in einen Topf geworfen wird mit dem klassischen Liberalismus und dass selbst die Österreichische Schule der Nationalökonomie meistens nur als "Turbokapitalismus" oder "Raubtierkapitalismus" verunglimpft werden. Bei den verschiedenen Gesprächen ist mir auch aufgefallen, dass es nicht unbedingt am logischen Verständnis scheitert....den Leuten mangelt es meiner Meinung nach ganz grundsätzlich am Vorstellungsvermögen, an der Fähigkeit abstrakten Denkens. Die können sich schlicht keine Gesellschaft vorstellen, welche von keiner übergeordneten Autorität gelenkt wird; in der ausschließlich der freie Markt die notwendigen Korrekturen an der Gesellschaft und der Wirtschaft vornimmt. Das ist allerdings der Sozialisation geschuldet, wie ich finde. Wenn man seinen Lebtag nichts anderes kennt, ist es eben sehr schwer, sich aus dieser gedanklichen Zwangsjacke zu befreien. Wir können nur versuchen, so gut es geht, aufzuklären und dem Glauben an Herrschaft und an irrationale Autorität einhalt zu gebieten und das zu fördern und zu unterstützen, was ein Gegengewicht zu den aktuellen unfreiheitlichen Zuständen aufbaut bzw. aufbauen kann. (Stichwort Blockchain ;-))
Dennoch....bei aller Kritik ist es heutzutage zwingend notwendig, sich Bündnispartner zu suchen und sich zu vernetzen mit den Menschen, mit denen man trotz Differenzen auch zusammenarbeiten kann, da man zumindest einen kleinen gemeinsamen Nenner hat (z.B. Meinungsfreiheit).
RE: Auf den Punkt gebracht - Warum Konservative und Rechte libertär sein müssen