ACH DU SCHEIßE, drei Hexen, war mein erster Gedanke als die alten Weiber plötzlich wie aus dem Nichts auftauchten , auf meiner Terrasse standen und mich fragten ob ich ein wenig Zeit für sie hätte, man wolle mit mir reden.
Unheimlich, nicht mal der Hund hatte gebellt.
Natürlich habe ich immer Zeit, wenn ich 3 alten Damen behilflich sein kann und bat zu Tisch, nichtsahnend was da gleich kommen sollte.
Ob ich an den Herrgott glaube, wollte die Jüngste, die ich so auf Anfang 70 schätzte, von mir wissen.
Betretenes Schweigen meinerseits und die Hirnwindungen ratterten.
Wie bringe ich es ihnen schonend bei, schließlich wollte ich das illustre Trüppchen nicht zu sehr aufregen.
NEIN sagte ich und bevor ich erklärend fortfahren konnte, begann das Gejammer schon.
Das wäre ja schrecklich, ließen sie mich wissen, ohne Glauben durchs Leben zu ziehen und sich damit die Zukunft zu verbauen.
Noch begriff ich nicht von welcher Zukunft sie da redeten und beschloss erst einmal etwas Ruhe in die aufgescheuchte Runde zu bringen, in dem ich anbot Kaffee zu kochen.
Niemand wollte, Tee auch nicht, aber zu einem Gläschen Wein sagte keiner dieser ulkigen Frauen nein.
So saßen wir da, tranken Wein und ich ließ mich aufklären, das es noch nicht zu spät sei zum Glauben zu finden und meiner Wiedergeburt nach dem Tode somit nichts mehr im Wege stünde.
Mir schauderte und vorsichtig ließ ich sie wissen das mein Interesse an einer Wiedergeburt doch eher gering sei und ich eigentlich froh sei das der ganze Firlefanz irgendwann ein Ende hat, beteuerte aber noch schnell es nicht eilig damit zu haben.
Sicher ist sicher, wusste ich ja nicht was sonst noch in den Köpfen der drei Mütterchen vorging und ich wollte keinesfalls riskieren, das Sie sich spontan vor Ort und Stelle gleich um meine Zukunft kümmern.
Die Drei waren sichtlich irritiert.
Das zweite Glas Wein wurde dennoch freundlich dankend, aber schon ein bisschen beleidigt angenommen und um erst gar keine Hoffnung aufkommen zu lassen das man mich zu irgendwas bekehren könnte, erzählte ich den Mädels eine Geschichte von sozialistischer Erziehung, einer Mauer die selbst Gott nicht überwinden konnte und den teuflischen Gefährten die mich bisher durchs Leben begleiteten.
Nun waren es die vermeintlichen Hexen die es mit der Angst bekamen, beeilten sich ihr Glas zu leeren, lehnten meinen Vorschlag es wieder zu füllen hektisch ab und verabschiedeten sich auffällig nervös von mir.
Untereinander tuschelnd zogen sie von dannen, ich blickte ihnen amüsiert nach und als sie schließlich oben an der Straße abbogen und fast außer Sichtweite waren, begann plötzlich der Hund zu bellen und zu knurren an.
Unheimlich!
Es erschloss sich mir nicht zu welcher Kirche oder Sekte die Drei gehörten, kenne ich mich mit so etwas viel zu wenig aus und auch mein Interesse war nicht sonderlich groß, aber sportlich waren sie.
Etwa anderthalb Stunden später und ca.7 km von meinem Haus entfernt, erspähte ich sie vom Auto aus, die Landstraße Richtung Dorf spazierend, hielt an, fragte ob ich sie mitnehmen könne was sie panisch verneinten und so fuhr ich schnell weiter.
Im Rückspiegel konnte ich noch erkennen wie die Weiber ihre Hände gen Himmel streckten.
Unheimlich, … hoffentlich verfluchten Sie mich nicht.
Hui, da lobe ich mir doch ein etwas weniger gruseliges …
… und wenn dem noch ein …
… folgt, ist das zumindest für mich beruhigender als der Gedanke wiedergeboren zu werden.
Amen. 😎