Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
—Albert Einstein
Die Vereinten Nationen ergreifen die historische Initiative und verhandeln über ein Verbot aller Atomwaffen — ein Ausschuss der UN Vollversammlung spricht sich für eine Untersagung aus. Im Plenum soll über eine atomwaffenfreie Welt abgestimmt werden. Wie nicht anders zu erwarten, leisten Atommächte wie USA, Großbritannien, Frankreich und Russland Widerstand gegen die Abschaffungsinitiative: vier der fünf Veto Mächte im UN Sicherheitsrat stimmen in dem Ausschuss mit 'Nein'. China enthält sich (ebenso Indien und Pakistan).
Ist es nicht ein zivilisatorisches, kulturelles und moralisches Artmutszeugnis, dass die Unberechenbarkeit, die erschütternde Unbeständigkeit sowie die anrüchige Launenhaftigkeit 'machtorientierter Menschen' durch fragwürdige Androhung erschreckender Waffengewalt, mit verhängnisvollen Folgen für die gesamte Zivilisation, gezähmt werden soll?
Albert Schweitzer (Mediziner, Philosoph und Pazifist) wusste, wovon er sprach, als er mit Weitblick Folgendes zum Ausdruck gab: „Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“
Es gleicht einem Wunder, dass die Vereinten Nationen über ein vollständiges Verbot aller Atomwaffen nachdenken und diesen überraschenden Anstoß zu mehr Frieden und Sicherheit durch Reduzierung und Abschaffung aller Kernwaffen zu Gunsten aller Menschen auf den Weg bringen wollen. Ein Ausschuss verabschiedet gegen den Widerstand der großen Atommächte eine Resolution zu Verhandlungen über ein neues Vertragswerk. Österreich, Irland, Mexiko, Nigeria, Südafrika und Brasilien setzen sich vorbildlich für dessen Einbringung ein.
Vom rationalen Standpunkt aus ist es außerordentlich begrüßenswert, dass — im Interesse aller Menschen, denen Frieden, Freiheit, ökologische sowie die geopolitische Nachhaltigkeit zur Sicherung unserer zivilisatorischen Existenz etwas bedeuten — erste Verhandlungen im März und Juni 2017 abgehalten werden sollen.
Dass jeglicher Einsatz von Atomwaffen katastrophale humanitäre Auswirkungen hätte, dass zahlreiche unter- und überirdische Atomwaffentests seit 1945 unser Planet ökologisch langfristig verseucht und für unermeßliche Lebewesen unbewohnbar macht, ist jedem verständigen Menschen bewusst. Es ist daher höchste Zeit, dass die Gemeinschaft aller souveränen Nationen die Vorlage unterstützt — und die sicherheitsorientierten (zum Teil machttrunkenen) Atommächte ihre Doktrin der atomaren Abschreckung überdenken, auch wenn der Text dazu nur empfehlenden Charakter besitzt; und Gespräche über atomare Abrüstung im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags bereits stattfinden. Es ist ein historischer und daher ein bemerkenswerter Anfang.
Allzu hastig wird angenommen, dass die Atombombe fortan größere und blutigere Kriege bringe. Doch wahrscheinlicher ist, dass die Großmächte sich nun einig werden, niemals Atomwaffen gegeneinander anzuwenden.
—George Orwell
Vergessen wir nicht, was uns wichtige Ideengeber, die großen Geister, auf Erden wie unter Beobachtung und Forschung im Weltall, gelehrt haben, um uns vor unserem eigenen Kleingeist und Gedankenlosigkeit zu warnen.
Karl Popper, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, hat dies bereits zu Lebzeiten treffend formuliert:
„Schönheit in der Philosophie und in der Wissenschaft hängt oft davon ab, dass wir den Mut haben, etwas neu durchzudenken. Wir können nicht intellektuelle Feiglinge und Wahrheitssucher zugleich sein. Es gibt allerdings Moden in der Philosophie und auch in der Wissenschaft, aber wer ernsthaft nach der Wahrheit sucht, wird nicht der Mode folgen.
Er wird der Mode misstrauen und sie, wenn nötig, bekämpfen.
Die Hauptaufgabe besteht darin, kritisch über das Universum und unserem Platz in ihm nachzudenken, sowie über die gefährliche Macht unseres Wissens und unsere Kraft zum Guten und zum Bösen.
Einem an der ersten Mondlandung beteiligten Astronauten wird eine einfache und kluge Bemerkung, die er nach seiner Rückkehr gemacht haben soll, zugeschrieben: „Ich habe in meinem Leben auch andere Planeten gesehen, aber die Erde ist doch der Beste.“
Wir wissen nicht, wieso wir auf diesen wunderbaren kleinen Planeten leben oder warum es so etwas wie Leben gibt, das unseren Planeten so schön macht, aber wir sind hier und wir haben all den Grund, darüber zu staunen und dankbar zu sein.
Es ist fast ein Wunder, auch vom Standpunkt der Naturwissenschaft, denn nach allem, was unsere Naturwissenschaft uns sagt, ist das Universum nahezu leer. Viel leerer Raum und wenig Materie. Und dort, wo es Materie gibt, ist sie fast überall in chaotischer Turbulenz und unbewohnbar.
Es mag vielleicht viele andere Planeten geben, auf denen es Leben gibt, aber von der modernen Kosmologie können wir lernen, dass, wenn wir willkürlich irgendeine Stelle im Universum herausgreifen, die Wahrscheinlichkeit gleich null ist, dass wir an dieser Stelle einen Weltkörper finden, der ein Träger von Leben sein kann.
So hat also das Leben jedenfalls einen Seltenheitswert: es ist kostbar.
Wir neigen dazu, das zu vergessen und das Leben gering zu achten. Vielleicht aus Gedankenlosigkeit, oder vielleicht, weil unsere schöne Erde ein wenig überfüllt ist.
Alle Menschen sind Philosophen, weil sie die eine oder andere Einstellung oder Haltung gegenüber dem Leben und dem Tod einnehmen. Es gibt solche, die das Leben für wertlos halten, weil es ein Ende hat. Sie übersehen, dass das gegenteilige Argument ebenso verfochten werden kann. Gebe es kein Ende, so hätte das Leben keinen Wert. Sie übersehen, dass es zum Teil die stets gegenwärtige Gefahr ist, das Leben zu verlieren, die das Leben so kostbar macht. Sie hilft uns den Wert des Lebens zu begreifen.“
Aller Anfang ist hingeordnet auf Vollendung.
—Thomas von Aquin
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