Häufig fahre ich auf die schöne Insel Rügen, um mit dem Rennrad sportliche Kilometer zu sammeln. Dabei nutze ich, so gut es geht, Radwege. Doch manchmal muss ich auf Straßen ausweichen und die Begegnungen, die ich dort habe, sind teilweise recht grenzwertig. Das kommt daher, dass der Urrüganer - meine Bezeichnung der Inselbewohner, die jene noch nie verlassen haben – Radfahrer auf seiner Straße nicht akzeptiert. Sie sind für ihn stets ein Dorn im Auge und haben auf der Straße nichts zu suchen.
Er versteht generell nicht, warum man Fahrrad fahren muss, wenn man ein Auto nutzen kann. Die resultierende Verhaltensweise am Steuer ist dementsprechend respektlos und aggressiv. Oder aus seiner Sicht: „Dem Penner zeig ich gleich, wohin er sich mit seinem Rad verpissen kann!“. Diesem Gedankengang folgt ein beschränktes Überholmanöver nach dem anderen.
Unübersichtliche Kurve – Egal: Hupen und dran vorbei. Manche sind in ihrer Handaugenkoordination mittlerweile so geübt, dass sie im Überholvorgang das Fenster auf der Beifahrerseite öffnen und ihre Wut inklusive Rotz aus dem Fenster spucken. Ob dieses Verhalten sie befriedigt, kann ich nicht einschätzen. Aber mit der Häufigkeit solcher Geschehnisse muss das Belohnungssystem des Hirns zumindest irgendwelche Hormone ausschütten, die dazu beitragen, dieses Verhalten immer wieder zu wiederholen.
Manchmal fasst man innerlich an den Kopf: "WTF?"
Die besonders beschränkten Typen, die zumeist etwas jüngere Variante, trauen sich sogar, nicht allzu weit anzuhalten, um mich als einzelnen Radfahrer und manchmal sogar eine ganze Gruppe anzubellen. Dass sie dabei die 4 Sekunden, die sich mit ihrem Manöver herausgeholt haben, mit solchen Aktionen wieder verlieren, wird ihnen nicht bewusst. Auch nicht im Nachhinein.
Aber ich mag diese leicht debilen Honks. Auch wenn eher schlecht als recht, haben sie mit ihrem Gebell wenigstens ein wenig Artikulation betrieben und somit ihre Hirnströme gekitzelt.
Die andere Variante, die minutenlang hupend hinter einem herfährt, ist mir deutlich unsympathischer. Bei diesen weiß man nämlich nicht, ob denen die Hand von der Hupe rutscht und einen Schlenker in meine Richtung verursacht. Das wäre nicht optimal. In solchen Situationen winke ich nett mit der Aufforderung zum Überholen. Doch auch wenn die Straße frei ist, verharren manche ab und an in einer Art Hirntotenstarre. Die Hand klebt an der Hupe, das Gesicht völlig verzogen und Hirn auf voller Leistung: „Waaaaarum fährt der daaa Fahrraaaaaaad?“.
Nun, ich weiß, dass einige ihre Konflikte mit den Radfahrern nicht lösen können. Ist auch schwer. Wie soll man denn nachvollziehen, wie es ist, auf zwei Rädern mit 40km/h unterwegs zu sein, wenn man nur seine Couch und den Autositz kennt. Ok! Gebongt.
Doch fahre ich mal auch mit dem Auto auf die Insel drauf. Und erlebe quasi dasselbe Verhalten. Halte ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung plus 10km/h, weil mein Tacho ja nicht so genau ist, so bin ich für den Urrüganer grundsätzlich 30 km/h zu langsam. Drängeln, Lichthupe, vollkommen undurchdachte Überholmanöver erlebe ich wirklich jedes Mal. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Straße nass oder mit einer Eisschicht bedeckt. Hauptsache, man kann überholen. Als wäre es bzgl. der Selbstwahrnehmung die einzige Möglichkeit zu einem inneren Frieden zu gelangen.
Letztes Jahr sprach ich mal mit einem Notarzt, der im Sommer für mehrere Woche Dienst auf der Insel schiebt. Er meinte auch, dass er wirklich viele Urrüganer von der Straße kratzen muss. Und oftmals eben auch Menschen, die aufgrund des Fehlverhaltens anderer ihr Ende fanden.
Ich kommunizierte diesbezüglich auch mit anderen Radsportlern und sie bestätigten mir meine Erfahrungen. Es ist wirklich zum Heulen, vor allem, weil die Insel Rügen die perfekten Gegebenheiten bietet, um Urlaub mit und auf zwei Rädern zu machen.
Recht selten scheint es die respektlosen Raser und Drängler, Huper und Schneider, zu erwischen. Bußgelder jucken nur die wenigsten.
Also bleibt letztendlich nur der Appell: Liebe Autofahrer, ob auf Rügen oder anderswo, provoziert keine gefährlichen Situationen.
Er versteht generell nicht, warum man Fahrrad fahren muss, wenn man ein Auto nutzen kann. Die resultierende Verhaltensweise am Steuer ist dementsprechend respektlos und aggressiv. Oder aus seiner Sicht: „Dem Penner zeig ich gleich, wohin er sich mit seinem Rad verpissen kann!“. Diesem Gedankengang folgt ein beschränktes Überholmanöver nach dem anderen.
Unübersichtliche Kurve – Egal: Hupen und dran vorbei. Manche sind in ihrer Handaugenkoordination mittlerweile so geübt, dass sie im Überholvorgang das Fenster auf der Beifahrerseite öffnen und ihre Wut inklusive Rotz aus dem Fenster spucken. Ob dieses Verhalten sie befriedigt, kann ich nicht einschätzen. Aber mit der Häufigkeit solcher Geschehnisse muss das Belohnungssystem des Hirns zumindest irgendwelche Hormone ausschütten, die dazu beitragen, dieses Verhalten immer wieder zu wiederholen.
Die besonders beschränkten Typen, die zumeist etwas jüngere Variante, trauen sich sogar, nicht allzu weit anzuhalten, um mich als einzelnen Radfahrer und manchmal sogar eine ganze Gruppe anzubellen. Dass sie dabei die 4 Sekunden, die sich mit ihrem Manöver herausgeholt haben, mit solchen Aktionen wieder verlieren, wird ihnen nicht bewusst. Auch nicht im Nachhinein.
Aber ich mag diese leicht debilen Honks. Auch wenn eher schlecht als recht, haben sie mit ihrem Gebell wenigstens ein wenig Artikulation betrieben und somit ihre Hirnströme gekitzelt.
Die andere Variante, die minutenlang hupend hinter einem herfährt, ist mir deutlich unsympathischer. Bei diesen weiß man nämlich nicht, ob denen die Hand von der Hupe rutscht und einen Schlenker in meine Richtung verursacht. Das wäre nicht optimal. In solchen Situationen winke ich nett mit der Aufforderung zum Überholen. Doch auch wenn die Straße frei ist, verharren manche ab und an in einer Art Hirntotenstarre. Die Hand klebt an der Hupe, das Gesicht völlig verzogen und Hirn auf voller Leistung: „Waaaaarum fährt der daaa Fahrraaaaaaad?“.
Nun, ich weiß, dass einige ihre Konflikte mit den Radfahrern nicht lösen können. Ist auch schwer. Wie soll man denn nachvollziehen, wie es ist, auf zwei Rädern mit 40km/h unterwegs zu sein, wenn man nur seine Couch und den Autositz kennt. Ok! Gebongt.
Doch fahre ich mal auch mit dem Auto auf die Insel drauf. Und erlebe quasi dasselbe Verhalten. Halte ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung plus 10km/h, weil mein Tacho ja nicht so genau ist, so bin ich für den Urrüganer grundsätzlich 30 km/h zu langsam. Drängeln, Lichthupe, vollkommen undurchdachte Überholmanöver erlebe ich wirklich jedes Mal. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Straße nass oder mit einer Eisschicht bedeckt. Hauptsache, man kann überholen. Als wäre es bzgl. der Selbstwahrnehmung die einzige Möglichkeit zu einem inneren Frieden zu gelangen.
Letztes Jahr sprach ich mal mit einem Notarzt, der im Sommer für mehrere Woche Dienst auf der Insel schiebt. Er meinte auch, dass er wirklich viele Urrüganer von der Straße kratzen muss. Und oftmals eben auch Menschen, die aufgrund des Fehlverhaltens anderer ihr Ende fanden.
Ich kommunizierte diesbezüglich auch mit anderen Radsportlern und sie bestätigten mir meine Erfahrungen. Es ist wirklich zum Heulen, vor allem, weil die Insel Rügen die perfekten Gegebenheiten bietet, um Urlaub mit und auf zwei Rädern zu machen.
Recht selten scheint es die respektlosen Raser und Drängler, Huper und Schneider, zu erwischen. Bußgelder jucken nur die wenigsten.
Also bleibt letztendlich nur der Appell: Liebe Autofahrer, ob auf Rügen oder anderswo, provoziert keine gefährlichen Situationen.
Es geht nicht nur um euer Leben, sondern auch um das Leben anderer.
Und meine speziellen Freunde von der Insel: Ihr kommt nicht schneller nach Hause, wenn ihr gedankenlos rast und überholt, und dabei andere gefährdet. Ein wenig Vernunft und etwas mehr Respekt und ihr spart euch den unterbewussten Stress. Gehässigkeit und Wut zahlen sich am Ende nicht aus – Also, bleibt geschmeidig.