Gestern kam die Wärme zurück. Ein Hoch mit irgendeinem Namen schob sich langsam über das Land. Zum Abend hin verstummte auch der Wind und das Wasser glättete sich zu einem überdimensionalen Spiegel. Bei einem Kaffee beschlossen ein Rennradkollege und ich den früh-sonntaglichen Ausflug nach Ummanz. Grundlagenausdauertraining.
Sonne im Nebelschleier
Um 5 Uhr morgens mache ich einen Spaziergang mit meinem noch recht verschlafenen Wauzi, während sich die ersten Sonnenstrahlen am Horizont zeigen. Danach frühstücke ich, schmeisse mich in mein Rennradleroutfit und fahre gemütlich zum Treffpunkt. Am Wasser zeigt sich der glühende Ball nun in Gänze und wirft mit Wärme um sich, welche ich genüsslich entgegennehme.
Wärme!
Mein Kollege taucht auf und wir radeln gemütlich über die Brücke nach Rügen. Windstille. Kein Lüftchen weht. In den Senken finden sich noch Nebelschleier, die sich langsam auflösen. Wir biegen in Richtung Ummanz ab und fahren entlang des Boddens weiter. Die Farben Grün und Gelb dominieren das Landschaftsbild.
Über die Brücke!
Und durch den Nebel
Wir passieren die quietschgelben Rapsfelder, erfreuen uns an etlichen Greifvögeln, die gerade bei der Frühstückszubereitung sind, und inhalieren die morgendliche Frischluft, der es glücklicherweise noch an Abgasen mangelt.
Gelb und Grün
Nach etwa 32 Kilometern überqueren wir die kleine Brücke nach Ummanz. Keine Menschen oder Autos weit und breit. Die kleine Insel gehört für diesen Moment uns.
Könnte auch ein Postkartenmotiv sein
Ummanz liegt im westlichen Teil von Rügen und hat eine Fläche von etwa 20km². Sie gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Es leben derzeitig etwa 250 Menschen auf Ummanz.
Wir drehen die etwa 10 Kilometer lange Runde gegen den Uhrzeigersinn und anschließend nochmal im Uhrzeigersinn. Danach geht es wieder zurück. Es wird von Minute zu Minute wärmer und der Kopf wird auch endlich wach. Wir erfreuen uns weiterhin an den satten Farben und der Abwesenheit jeglichen Verkehrs.
So gefällt mir das ;) - Kein Verkehr.
Wieder in der Stadt verabschieden wir uns und freuen uns auf das zweite Frühstück. Das haben wir uns nach knappen 85 Kilometer verdient.
Unsere Fahrt aus der Vogelperspektive
Ich wünsche allen noch einen herrlichen Sonntag!