Zuerst: Es ist wirklich viel Schönes passiert in den letzten Tagen. Aber darüber zu schreiben, wie wundervoll die Gegend ist, in die man gezogen ist, wäre ja nur semi-unterhaltsam. Klar ist es schön hier: In zwei Minuten am Kollau-Wanderweg, der entlang des 8km langen Baches führt, und in 5 Minuten am Niendorfer Gehege, einem imposanten Waldgebiet mitten in Hamburg.
Grün vor der Tür - Kurzer Ausflug mit dem Bike
Die perfekte Umgebung für den Hund. Will ich mal in die Stadt, sprich ins Zentrum, bin ich in 10 min mit dem Rad dort. Öffis halten auch beinahe vor der Tür. Was will man mehr?
Im Niendorfer Gehege...
Und deshalb folgen nun ein paar Pleiten, Pech und Pannen vom Umzug.
Europcar – Kein Transporter da!
Vor einem Monat habe ich den großen Transporter für den Umzug bei Europcar gebucht und bezahlt. Easy. Zwei Tage vorher noch eine Mail bekommen, quasi als Erinnerung: „Hey, in zwei Tagen wartet dein Transporter an der Abholstation XY“ – Dementsprechend habe ich mir bei dieser Sache keinerlei Sorgen gemacht. Viel spannender war die Frage, ob unser Kram in das Vehikel passt.
7:20 Uhr stehe ich vor dem Tor des Europcar-Geländes und werde leicht genervt von hinterm Zaun angebratzt, dass man ja erst um 7:30 öffne. Schon klar, denke ich mir, ich mache ja keinerlei Anstalten über den Zaun zu springen oder schreie genervt herum… Um 7:30 Uhr wird das Tor geöffnet, ich begebe mich ins Büro und freue mich darauf, den Transporter endlich zu starten und zum Umzugsort zu fahren.
Es ist nämlich alles durchgeplant. Um 8 Uhr erscheinen die Helfer, der Parkplatz in der Innenstadt ist blockiert, alle Kisten und Möbel wurden bereits am Vorabend in den Hausflur gebracht, der zur großer Freude der Nachbarn kaum passierbar ist. Sie haben zum Glück Verständnis.
Während die Mitarbeiterin sich im System einloggt und meine Daten checkt, werfe ich zum wiederholten Male einen prüfenden Blick auf das Gelände. Und zum wiederholten Male entdecke ich keinen Transporter darauf. Nur Kleinwagen und ein LKW befinden sich im Sichtfeld. Naja, es wird wohl noch irgendwo einer herumstehen, hab ja reserviert, gebucht, bezahlt. Die Lady checkt das System – es ist alles korrekt – und begibt sich auf die Suche nach dem Schlüssel für den Transporter. Wird jedoch nicht fündig. Es ist nämlich kein Transporter da, dementsprechend auch kein Schlüssel.
Laut Ihrem Buchungssystem müsste aber der gewünschte Transporter da sein. Ist er aber nicht. Ich kollabiere innerlich. Die Helfer, der volle Flur, die Helfer, die in Hamburg warten werden… OMG!! Sie spricht mit einem Mitarbeiter, der auch keine Ahnung hat, wo der Transporter ist. Anscheinend wurde er am Vortag nicht abgegeben und keiner hat es geprüft.
Und nun? Tja, Oneway-Transporter bekommt man nicht bei den lokalen Mitbewerbern – Mist. Und einen LKW-Führerschein besäße ich nicht zufällig? – Ich verneine. Aha, das System sagt, es steht ein passender Transporter in Greifswald (45 min Fahrt) und ob ich mir den holen möchte? Ehm, wie jetzt, warum soll ich mir den holen? Holen Sie ihn mir doch her! Ich brauche ihn hier und nicht sonstwo. – Ach ja, stimmt! War ja auf hier gebucht. Na gut. Nach kurzer Klärung macht sich ein Mitarbeiter auf den Weg nach Greifswald, um den Transporter zu holen. Ich möge in 1.5h nochmals kommen.
Enttäuscht und leicht aufgelöst raddel ich nach Hause und teile den Helfern die frohe Botschaft mit. Denen, die noch nicht erschienen sind, gebe ich via Messanger Bescheid und hoffe, dass nicht zu viele abspringen. Nach einer gefühlten Ewigkeit – 1.5h Stunden etwa – bekomme ich den Anruf, dass der Transporter in wenigen Minuten da ist. Ich fahre also wieder rüber und nehme 10 Minuten später den Transporter in Empfang. Mit einer Verspätung von ebendiesen 1.5 Stunden beginnt der Einlademarathon, der tatsächlich glückt, sprich, unser Zeug passt tatsächlich rein. Bis auf den Millimeter ist der Transporter dicht, auf dem Beifahrersitz teilt der Wauz den Sitzplatz mit meinem Rennrad.
Wir fahren los und informieren die Helfer in Hamburg über die Verzögerung. Die Fahrt verläuft trotzt leichter Linksüberladung völlig unspektakulär und auf dem halben Weg vergesse ich die Tatsache, dass Europcar mir beinahe den Umzugstag ruiniert hätte.
Prost vom Balkon mit Abendsonne!