Ronny R. hatte seinen Traum vom Auswandern verwirklicht und sich eine Existenz in Mexiko aufgebaut. Doch 2011 wurde der Traum zum Alptraum. Der Unternehmer wurde plötzlich verhaftet und damit begann eine fünfjährige Odyssee durch mexikanische Gefängnisse. Nun ist er wieder ein freier Mann.
Im Juli 2011 freute sich Ronny auf einen Besuch in seiner deutschen Heimat. Am Telefon sagte er seiner Mutter Gudrun noch, dass sich die Kinder schon freuen würden, ihre Oma zu sehen, berichtet „Bild“. Doch die 61-Jährige wartete vergeblich am Flughafen auf die Ankunft ihres Sohnes, der mit Frau und Kindern in Mexiko lebt und sich dort als selbstständiger Unternehmer eine Existenz aufgebaut hat.
Erst mehrere Wochen später erfuhr Gudrun, was passiert war: Ihr Sohn war auf der Weg zum Flughafen verhaftet worden. „Es hieß mein Junge habe mit kriminellen Banden zu tun, wurde deshalb eingesperrt“, sagte die 61-Jährige.
Der Vorwurf erwies sich jedoch als haltlos und wurde 2013 von der mexikanischen Justiz fallengelassen. Doch damit war der Alptraum für Ronny noch immer nicht vorbei. Dem gelernten Kfz-Mechaniker wird nun vorgeworfen, in Geldwäschegeschäfte verstrickt gewesen zu sein.
Hier 2 englischsprachige Links dazu:
http://deadlinelive.info/2011/08/03/deadline-live-exclusive-dea-protecting-the-most-dangerous-and-powerful-mexican-drug-cartel/
https://pikapvs.com/2011/10/21/german-ronny-rohrig-accused-of-laundering-money/
Er wird immer wieder in neue Haftanstalten verlegt, es gibt zahlreiche Anhörungen, aber nie ein Urteil. Unterdessen kämpft Gudrun für ihren Sohn. Sie gibt fast 40.000 Euro für mexikanische Anwälte aus und hält Kontakt zur deutschen Botschaft in Mexiko und zum Auswärtigen Amt in Berlin. Im Mai diesen Jahres kommt endlich die Erlösung für Ronny, wenn auch eher unsanft.
„Nachts 3.00 Uhr warfen die mich aus dem Knast“ berichtet er „Auf der Ladefläche eines Pickups wurde ich in die nächste Stadt gefahren“.
Das Verfahren gegen den Deutschen war eingestellt worden.