Lüders lastet die Verschärfung der Konflikte im Nahen Osten den USA an: „… eine Politik der militärischen Intervention, wie sie die USA seit 2001, seit den Terroranschlägen des 11. September vollzogen haben, sei es in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Libyen und im Jemen, [hat] in allen genannten Ländern lediglich Staatsverfall gebracht …, zu Anarchie und Chaos geführt … Und das Erstarken von terroristischen Bewegungen wie dem Islamischen Staat ist ursächlich auf diese Interventionspolitik zurückzuführen.“[6]
Zur Lösung des Syrienkrieges und Reduzierung der Zahl der Flüchtlinge plädierte Lüders für eine Kooperation mit Baschar al-Assad sowie Russland und Iran. Der Berliner Zeitung sagte er: „Es gibt doch bereits eine Schutzzone für Flüchtlinge in Syrien. In dem Küstenstreifen am Mittelmeer, den Assads Armee noch kontrolliert, befinden sich vier Millionen Menschen, die vor dem IS geflohen sind.“[7]
Im Interview zu seinem Buch Wer den Wind sät... führte Lüders seine These aus, wonach „westliche Politik“ nur „vermeintlich“ für Demokratie und Gerechtigkeit stehe.[8]
Lüders hält einen kurdischen Hintergrund des Terroranschlags am 12. Januar 2016 in Istanbul für nicht ausgeschlossen. Türkische Regierungsstellen gehen von einer Urheberschaft des IS aus.
Zum Luftangriff auf den Militärflugplatz asch-Schaʿirat, den die US-Regierung als Reaktion auf den Giftgasangriff ausführte, sagte Lüders, die USA öffne damit die Büchse der Pandora. Es bestehe die Gefahr, dass sich die beiden Nuklearmächte USA und Russland in Syrien bald in einer ernsthaften Konfrontation befinden. Der von Lüders auch kurz darauf in der Talkshow von Anne Will vorgetragenen These widersprach dort der Historiker Michael Wolffsohn, der anführte, dass die russische Seite von den USA vorgewarnt gewesen sei, jedoch die US-Marschflugkörper nicht abgeschossen habe, obwohl sie dies hätte tun können.[