In zwei Tagen öffnet wieder der Rupertikirtag in der Altstadt von Salzburg. Gefeiert wird diese zu Ehren des Landespatrons von Salzburg, dem Hl. Rupert. AUs diesem Grund möchte ich einen kurzen Abriss über sein Leben veröffentlichen. Viel Spass beim Lesen!
St. Rupert (696- 716/18)
Ursprünglich dürfte der Hl. Rupert als Missionar nach Bayern gekommen sein. Ob allerdings freiwillig oder gezwungenermaßen ist nicht mehr mit Sicherheit zu entscheiden. Indizien deuten aber auf eine erzwungene Missionsreise, da es einem Bischof verboten ist seine Diözese ohne weiteres zu verlassen. Und eigentlich war er Bischof von Worms, und hielt sich trotzdem zwanzig Jahre im „Ausland“ auf. Die plausibelste Erklärung wäre, dass er sich mit den austrasischen, also ostfränkischen, Herrschern überworfen hat, und deshalb "gegangen worden ist".
Von Regensburg aus machte sich St. Rupert auf den Weg Donau abwärts und kam wohl bis nach Lauriacum (Lorch, OÖ). Angeblich zum Missionieren reiste er dorthin, wo einst in antiken Zeiten Kultur und Christentum blühten. Schlussendlich zieht er aber aus dem Grenzgebiet wieder ab und wandert weiter westwärts.
Im Salzburger Land angekommen gründete er in Seekirchen am Wallersee eine erste Kirche, zieht aber bald nach dem verfallenen Juvavum weiter. Hier, im Salzburger Becken, dürfte er auf romanische Christen gestoßen sein, welche in jener Zeit ein noch ziemlich geschlossenes Siedlungsgebiet am Alpenrand und in den Alpen besaßen. Zugleich dürfte es in Salzburg eine herzogliche Pfalz gegeben haben. Denn, der Festungsberg war seit römischer Zeit befestigt- in einer chaotischen und kriegerischen Zeit wie dem frühen Mittelalter ein nicht zu unterschätzendes Argument. Darüber hinaus ist der Aufenthalt bayrischer Herzogssöhne in Salzburg verbürgt- was sich wohl nur aus der relativ sicheren Lage erklären lässt.
In der Stadt Salzburg gründet er 696/700 das Kloster St. Peter, das älteste noch bestehende Kloster auf deutschem Boden. Ob er es allerdings erneuerte oder wirklich neu gründete lässt sich mit Sicherheit nicht mehr klären. Es gibt Indizien dafür und dagegen, Tatsachen aber keine.
711/12 gründet er die Maximilianszelle, das heutige Bischofshofen, als Missionszentrum für die Slawen, welche damals bis zu den Tauern siedelten. 712/16 gründet er das Stift Nonnberg, das älteste Frauenkloster auf deutschem Boden, wenn nicht sogar weltweit. Erste Äbtissin wird die Hl. Erentrudis, wohl seine Nichte und heute, zusammen mit den Hll. Rupert und Virgil, Landespatronin von Salzburg.
Mit St. Ruperts Wirken rückt Salzburg nach mehr als zwei Jahrhunderten wieder ins Licht der Geschichte. Entscheidend für die weitere Geschichte von Stadt und Land Salzburg war die Schenkung des verfallenen antiken Juvavum an den Hl. Rupert, die Schenkung von Salzquellen in Reichenhall als finanzielle Basis, sowie die großzügige Ausstattung der Maximilianszelle mit ausgedehntem Waldbesitz. Wichtig sind dabei auch die Salzquellen, den der Salzreichtum gab Stadt und Land seinen Namen, Salzburg.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die tatkräftige Mithilfe der Romanen. Oft waren es gerade sie, welche die entstehende Salzburger Kirche, besonders Innergebirg (gemeint ist damit das Salzburger Land südlich des Pass Lueg) förderten.
Um 716/18 kehrte St. Rupert wieder nach Worms zurück wo er kurz darauf verstarb.
Anlässlich der Weihe des ersten Domes von Salzburg im Jahr 776 durch den Hl. Virgil, wurden seine sterblichen Überreste in einem feierlichen Zug von Worms nach Salzburg überführt. Am 24. September (dem heutigen Landesfeiertag) wurde er im Dom beigesetzt wo er seither ruht.