Guten Abend allerseits! Heute geht es um den Einfall der Ungarn und ihre Sesshaftwerdung in Europa. Dies alles spielte sich zu 99% noch im 10 Jahrhundert ab, wir machen also wieder einen großen Sprung zurück.
Ich hoffe Ihr habt dennoch viel Interesse beim Lesen.
Der Ungarnsturm.
Ursprünglich kamen die Ungarn aus dem Osten als Vertriebene und Flüchtlinge. Ende des 9. Jahrhunderts wurden sie von den Petschenegen, einem nomadischen Turkvolk, vertrieben. Der Name Ungarn leitet sich von den Hunnen ab. Denn im FrühMA bezeichnete man alle Nomadenvölker als Hunnen. So wurden aus den „Hungarn“ die Ungarn. Ihre Eigenbezeichnung lautet Magyaren oder Madjaren.
Kaiser Arnulf von Kärnten verbündet sich 892/94 im Kampf gegen Mähren mit den Ungarn. Nach dem Sieg über Mähren lassen sich die Ungarn dauerhaft in Pannonien nieder. Als Arnulf 899 starb, erlosch auch das Bündnis zwischen Ungarn und dem Reich. Was folgte waren sich immer mehr steigernde Raub- und Plünderungszüge in den Westen wie nach Byzanz.
Quelle Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, der Pfeil ganz rechts der nach Norden zeigt. Die UNgarn sind nämlich mit den Finnen und Esten verwandt. Zusammen bilden sie die Finno-Uralische Sprachfamilie.
Dabei kam den Ungarn zugute, dass neben ihnen auch die Wikinger und die Sarazenen Europa bedrohten, und so das Ostfränkische, und spätere Deutsche Reich, den Ungarn alleine gegenübertreten musste.
Vor allem nach der Schlacht bei Preßburg 907, in welcher der gesamte bayrische Heerbann vernichtet wurde, wurden die Ungarn zu einer wahren Plage. Da Bayern von Militär entblößt war, mussten sie den Plünderern freien Durchzug gewähren um nicht selbst vernichtet zu werden. Auf diese Weise gelangten ungarische Heerscharen bis nach Italien und Frankreich. 921 gelangen sie in einem Raubzug bis nach Otranto in Apulien, 942 überschreiten sie sogar die Pyrenäen.
Erst unter König Heinrich I. begann sich die Situation etwas zu bessern. Nach seinem Sieg bei Riade an der Unstrut im Jahr 933, gelang es ihm einen Waffenstillstand mit den Ungarn auszuhandeln, gegen jährliche Tributzahlungen selbstverständlich.
Die Überlegung stand dabei im Vordergrund die Zeit zu nutzen um eine schlagkräftige Reiterei aufzubauen. Gleichzeitig wurde der Burgenbau vorangetrieben, und man begann die Grenzgebiete mit Hecken und Gestrüpp verwildern zu lassen, um so den ungarischen Reitern weniger Bewegungsfreiheit und Rückzugsmöglichkeiten zu geben.
Trotz aller Verträge, kam es immer wieder zu Kämpfen und Feldzügen mit wechselndem Kriegsglück.
Erst 955 kam die Wende. Otto I. weigerte sich Verträge mit den Ungarn zu erneuern, was automatisch zum Krieg führte. In der Schlacht auf dem Lechfeld, am 10 August 955 wurden die Ungarn in offener Feldschlacht vernichtend geschlagen. Es gab wohl kaum ungarische Überlebenden, ihre gefangenen Anführer wurden in Regensburg öffentlich gehängt. Nur 7 Ungarn sollen überlebt haben, ihnen wurden die Ohren zur Warnung abgeschnitten und so in ihre Heimat zurück geschickt.
Zwar endeten die Kämpfe mit Augsburg nicht, jedoch begann ab da eine Entwicklung bei den Ungarn, welche schließlich zu Christianisierung und Sesshaftwerdung führte.
1001 wird Stephan I. zum apostolischen König von Ungarn gekrönt, die Zeit der Ungarneinfälle ist endgültig vorbei.
Vielen Dank für Euer Interesse
Euer
parzifal1