Guten Morgen liebe Steemer!
Schon länger wollte ich meinen Beitrag vom letzten Baltencontest hier mal veröffentlichen. Heute ist es mir dann endlich geglückt :)
Viel Freude beim Lesen!
Kindheitserinnerungen
Am End´ der Straße, dort am Waldesrand,
steh´n Turnhall´, Schulgebäud´, mit einem Spielplatz dran;
darinnen spielt, eine frohe Kindeschar,
wie einstens, anno dazumal;
dort in dieser Kinderschar,
wird man das erste Mal der Freundschaft dann gewahr;
doch nicht nur Freundschaft findet sich,
auch der Schlange Gift vermisst man nicht.
So viel Neues man erfassen kann,
so viel, wie unbekanntes Land;
gütig´ Lehrkraft fördert und hält an,
zu Geistesregung, Sport und Spiel, wohlan!;
sodann, wird auch musiziert,
teils das Klassenzimmer, neu dekoriert;
und Ausflüge gibt es dann und wann,
in Wald und Wies, der Allee entlang.
Doch, auch manch größeres Abenteuer gab es zu besteh´n,
wie, in der Altstadt, oder auf der Feste steh´n;
auch mal einen Hof begeh´n,
um die Tierwelt, besser, zu versteh´n;
Feste gabs natürlich auch,
St. Martin, Krampus und der Nikolaus;
die Kindermette mit dem Krippenspiel,
und zu Sylvester krachts gar viel.
Drei König´ segnen Wohnung oder Haus,
für Gottes Lohn, nicht für den Applaus;
so hebt sich den der Fasching an,
der Narren Zeit schlägt dann;
zu Ostern kommt noch einmal etwas Ruh´,
doch am Sonntag end´ auch die im Nu,
Pfingsten lässt uns hoffend lachen,
doch danach lassen´s alle krachen.
Die Sonne hat getaut die Sinn´,
da drängen alle Kinder, zu dem Garten hin;
drinnen hält es keiner aus,
alle denken nur mehr Raus!
Endlich ist der Spielplatz wieder offen,
ist nun nicht mehr abgesoffen;
sind die Pausen auch nur kurz,
Kindes Frohsinn ist es Wurst.
Den Abschluss endlich bildet die Vergabe,
eines Zeugnisses, zunächst noch ohne Klage;
worauf es abgeht wie die Post,
auf Schusters Rappen im Galopp.
Ist es nun gut, ist es schlecht,
wo des Wissens Tisch vermeintlich reich gedeckt?;
wer meint das Wissen sich mit Bildung deckt,
der hat der Worte Stamm noch nicht entdeckt;
nicht das du falsch verstehst mein Wort,
nicht steh ich gegen des Wissens Hort;
die Unverfrorenheit die ist´s,
die festlegt, wer und was, gebildet ist!
Zu fragen ist des Kindes Wesen,
das Fragen den Verstand dann säubert wie ein Besen,
altes raus, und neues rein,
so wächst der Mensch allein;
die Kathedrale wird nicht gebaut von oben,
sie wird gebaut vom Boden;
dieser Boden ist das Fundament,
welches man Wissbegierde nennt.
Das Kind will wissen, will versteh´n,
will den Dingen auf den Grunde geh´n;
diese Neugier stellt dann alle bloß,
deren Wissen nicht sehr groß;
gewiss, das Fragen das kann ganz schön quälen,
vor allem, muss man eingestehen;
eingestehen, dass man nicht alles weiß,
das man wohl niemals wird, ein weiser Greis.
Doch ist´s das Wissen nicht allein,
es kommt die Faulheit noch obendrein;
die Faulheit sich nicht zu bequemen,
dem Kinde Antwort dann zu geben.
Eltern, denket nicht ich sei euch Feind,
nein, ich bin ein Teil von euch;
es ist heut ein schweres Ding,
einen Menschen zu erzieh´n, zu Güte, Anstand, Mitgefühl;
drum lest dies nicht, ich bitt´ euch sehr,
dies zum Gram, in eurem Herzen schwer;
den die schwerste Arbeit hier auf Erden,
ist, den Kindern Zukunft zu gewähren!
Eure Rechte, vor Gott und der Natur , sind groß,
doch sind die Pflichten, ein weit bittres Los;
ob ihr wollet oder nicht,
das Kind zu rüsten ist eure Pflicht;
und dies mein Urteil zu dieser Sachlag´ ist,
dass ihr euch eurer Rechte brüst´,
doch eurer Pflichten kümmerts nicht,
lasst eure Sprößling´ in geistig Höll´ zurück.
Doch neben spielerischem Locken nun,
und dem elterlichen Tun,
wird nicht gebannt, das ist wohl wahr,
eine weitere Gefahr.
Was zunächst nun, ganz verdeckt,
durch falsche Tugend, nicht entdeckt;
beginnt sich Ideologie zu zeigen,
die Kinder dazu anzutreiben;
nur nennt es keiner Politik,
sonst würd´ auch der Dümmste erkennen, wem das dient;
den dienen tut´s nur einer Sach´ allein,
des Staates Wohl, gar fein;
wird versteckt durch Apell, an der Menschheit Wohl,
doch ist dies nicht, der erhoffte Lohn;
die Oberflächlichkeit nur täuscht,
des Pudels Kern wird nie beäugt.
Was immer nun der Staat auch will,
erhält er durch der Kinder Drill;
wie, glaubst du, wies beim Kaiser und beim Führer war,
warum schrien alle laut, HURRA!;
denkst du wirklich, heute würd´ es anders sein,
wo Sitt´ und Anstand gar so klein?;
den nur wer Ehre hat, und Sitt´ und Anstand trägt im Leib,
ist vor des Dämons Flüstern wohl gefeit.
Wie hieß es noch, wie war es gleich,
des Teufels tollster Streich;
zu glauben das es ihn nicht gibt,
zu glauben, dass das Böse nicht obsiegt;
den, was ist gut und was ist böse,
die Frage scheint gar wenig seriöse,
doch ist die Antwort nicht so schwer,
drum will ich sie geben, bitte sehr.
Zu wollen was man braucht,
man in des Guten Seel´ erschaut;
zu tun was man will,
wird dem Bösen selbst zum Grimm;
den Weg zur Hölle pflastert dann,
der gute Vorsatz, sobald er kann.
Doch genug der schwarzen Mär,
lasst sehn´ wies Leben weiter wär;
drum Segen, Glück und Heiterkeit,
all jenen denen Sinn als Sonne scheint;
und allen andern sage ich,
wer nicht verzagt, dem lohnts gewiss.
Parzifal