Frühling
Liebe Steemians, heute begehe ich meinen Jahrestag! Am 9. Mai 2017 wurde mein Account auf Steemit angelegt. Ich erinnere mich kaum noch daran, wie lange die Anmeldung dauerte. Ich glaube, es waren 3 Tage und dann, ich hatte vorher natürlich schon gelinst, fielen mir erstmal die Augen aus. Da gab es Posts, die hatten einen Wert von über 2000 STU. Sagenhaft! Aber klar, da hatten wir ja auch noch HF18, die das möglich gemacht hat. Auf diese Plattform bin ich seinerzeit durch aufmerksam geworden, dem ich mein erstes Follow gab. Und, ohne wirklich irgendwas vom System verstanden zu haben, schrieb ich meinen ersten Post. Gar nicht so daneben, wie ich rückblickend finde und mit 17 Cent war er doch passabel bewertet. Mein Votewert betraf damals 1 Cent, was daran lag, das ich noch eine offizielle Delegation in Höhe von fast 150 SP bekommen hatte. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen bei den aktuell 14.5 SP die man jetzt kriegt.
Sommer
Steemit war mein Tor in die Crypto-Welt. Ich ahnte schon, dass diese Plattform mir beim Verständnis dieser Welt helfen kann und so war es auch. Hier dreht sich vieles darum, die Vielfalt dergleichen, die Funktionsweise derselben und ich habe sehr viel gelernt. Etwa ein halbes Jahr zuvor hatte ich damit begonnen, nach alternativen Medien zu suchen, denn im Wesentlichen hatte mich die weltweite finanzielle Lage beschäftigt, der gegenüber ich irgendwie ein ungutes Gefühl hatte. Anders konnte ich das zunächst nicht beschreiben. Aus einem eher brotlosen Bereich stammend, hatte ich nie wirklich Geld. Aber als ich mit eisernem Willen mühsam eine gewisse Summe gespart hatte, blieb die Frage danach, wohin damit. Wie manchen vielleicht bekannt, glaube ich an die edlen Metalle und meine erste Handlung war die Anlage darin, die mich nach wie vor selig schlafen lässt. Diese Investition ist keine Spekulation, sondern eine Gewissheit, die ich immer haben wollte: mein Erspartes gehört mir. Keiner Bank, keiner Versicherung, keiner Börse. Mir.
Herbst
Aber ich wollte auch im Crypto-Bereich investiert sein und da ich überhaupt keine Ahnung hatte, war es an der Zeit, mich schlau zu machen. Es war nur logisch, mit Steem zu beginnen. Denn hier hatte ich eine Anwendung vor Augen, einen praktischen Zugang. Etwas, was kaum irgendeine andere Crypto vorweisen konnte und kann. Ich bin offen gesagt kein Blogger und ich habe auch sonst nichts mit Social Media am Hut, aber die Themen und die Leute hier sprachen mich an und mir genügt es in der Regel, mich dazu zu verhalten, will sagen, zu kommentieren. Oft entspinnen sich interessante Gespräche daraus. Und im Laufe der Zeit wuchs in mir die Sehnsucht, etwas mehr bewegen zu können. Und so investierte ich in Etappen insgesamt 600€ meines Geldes in Ethereum, die ich via in Steem getauscht habe. Wohlgemerkt war das in etwa genau die Summe, die ich entbehren konnte, sollte das ganze in die Hose gehen und ich habe nie nachgelegt. Für mich eine Menge Holz, auf das ich gerade noch verzichten kann, wenn einmal der Winter kommt.
Winter
Und er kommt. Dessen bin ich mir so sicher, wie das Amen in der Kirche. Es ist eine Metapher für den Zusammenbruch des Finanzsystems, wie wir es kennen. Für den Kollaps der FIAT-Welt oder den größten Wohlstandstransfer unserer Geschichte. Niemand kann vorhersagen, wann es soweit ist. Ich lebe nur in der Überzeugung, dass ich das erleben werde und daraus folgt, dass man sich nicht nur innerlich darauf vorbereiten muss. Nachdem ich mir ein Bild der aktuellen Lage gemacht hatte, blieb mir die Wahl - Entweder die Menschheit verdammen und mich zurückziehen, miesepetrig und verbittert - oder mich mit dem Ist-Zustand arrangieren, Wege heraus suchen, positiv bleiben und produktiv mit der kritischen Masse in mir umgehen. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Das ist weder Schwarz noch Weiß, das ist das ganze Spektrum, vorausgesetzt, man kann bei allem was man tut noch guten Gewissens in den Spiegel schauen und investiert regelmäßig in sich selbst. In diesem Sinne ist mir die Laune und das Lachen nicht vergangen und zwar, ohne mir vormachen zu müssen, mich beträfe das alles nicht...
Wintersonnenwende
Ich könnte hier noch allen danken und ich tue es auch. Aber jeden hier zu nennen, da platzt dieser Post. Via Discord bin ich mit vielen in Kontakt. Und auch eine Lobeshymne auf Steemit möchte ich nicht singen. Es genügt schon zu erwähnen, dass diese Plattform interessante und bereichernde Bekanntschaften ermöglicht und obendrein Geld einbringt. Beides ist erfreulich. Ich verbleibe nüchtern und hinterfragend, was dieses System betrifft (und halte auch einen Rückzug für möglich, sollte ich zu dem Schluss kommen, das Steemit langfristig keine Perspektive hat). Noch jedoch bin ich fasziniert von diesem Experiment und gespannt auf den nächsten Frühling.