Sie wird oft vermieden, oft schlechtgeredet und hat in unserer digitalen Welt eigentlich keine echte Chance mehr: die Langeweile. Dabei ist sie einer der besten Nährböden für Kreativität und Motivation. Es ist kein Wunder, dass die Mehrweit der größten Denker in einer Zeit gelebt haben, als es keinen nennenswerten Zeitvertreib außer Nachdenken gab.
Wie viele Menschen wurden wohl zum Maler, weil sie gerade nichts zu tun hatten und vor ihnen ein leeres Blatt Papier mitsamt Bleistift lag?
Langeweile ist perfekt für Kreative!
Wenn man einmal eine langweilige Stunde verbringt, weiß man auch genau warum. Unterdrückte Gedanken drängen sich in den Vordergrund. Man formuliert sie teilweise bewusst, teilweise unbewusst aus, denkt sie weiter, zu Ende, reißt andere an. Es entsteht ein Fluss aus Gedanken, aus Eindrücken, die man über die letzte Zeit gesammelt hat und die erst jetzt an die Oberfläche kommen.
Nicht immer, aber manchmal mündet dieser Fluss in eine Idee oder eine Entdeckung oder eine Realisation, die man ohne die Langeweile nie gehabt hätte.
Mit dem Handy jederzeit griffbereit wie ein Revolver, ist die Langeweile allerdings eine Rarität geworden. Bevor man sich mit seinen eigenen Gedanken auseinandersetzt, liest man sich lieber die neuesten Tweets von einer Person durch, die man nie getroffen hat und auch nie treffen wird.
Schade eigentlich. Ich aus meiner Erfahrung kann nur dazu raten, sich ab und zu mal zu langweilen. Am besten noch mit ein bisschen Musik im Hintergund. Dann kommen echte Perlen zum Vorschein.
»Ich bin nicht kreativ«, sagen viele Menschen. Meiner Meinung nach wissen sie bloß nicht, wo sie die Kreativität finden.
Danke an die, die bis hierher gelesen haben :)
Link zu meinem letzten Post: https://steemit.com/deutsch/@physik0r/ideen-strukturieren-or-die-leiden-des-jungen-selfpublishers-teil-3