Jeder kennt wohl Monopoli. Entweder hasst man es, oder man liebt es, wahrscheinlich hat es aber jeder schon mal gespielt. Lustigerweise war das Spiel konzipiert um die negativen Effekte von "Kapitalismus" aufzudecken, also eher ein linkes Konzept. Später hat Goebbels das Spiel gar verboten, man höre und staune wegen des "jüdisch-spekulativen Charakters". Böse Zungen munkeln es wären die Wucherpreise von Schwanenwerder gewesen, wo Goebbels residierte, die zu dem Verbot geführt hätten. Egal... Ich möchte auf etwas völlig anderes hinaus.
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Ich habe es wieder einmal auf die Sozialisten abgesehen und das Unding, welches den "Kapitalismus" als das ultimativ Böse zu identifizieren versucht. Sehen wir uns das Spiel einmal an. Jeder startet mit den absolut gleichen Möglichkeiten. Mit etwas Glück und etwas Geschick, sowie meist einer Menge Zeit landet irgendwann das gesamte Geld beim Gewinner. Wenn man so will, sind das die Grundbedingungen des "American Dream". Jeder kann seinen Traum leben, man startet als Tellerwäscher und kann zum Millionär werden. So weit, so gut.
Der Nachteil ist, nur einer kann gewinnen. Projiziert man das auf eine größere Gruppe Menschen landet man wieder mal fast zwangsläufig beim Pareto-Prinzip. Vereinfacht ist dies eine Hierarchie mit einer Verteilung von 80-20. Diese findet man fast überall in dieser oder sehr ähnlicher Variante. 20 Prozent der Frauen bekommen 80 % der Männer ab und andersrum. 20% der Mitarbeiter erledigen 80% der Arbeit. 20% der Planeten besitzen 80% der Masse. Es lassen sich unendlich viele Beispiele finden. Man hat nun zwei Möglichkeiten das zu bewerten.
Man könnte sagen, das Spiel lehrt uns ein Grundprinzip des Universums und gibt uns eine Möglichkeit zu lernen damit klarzukommen oder man kann sagen, daß das Spiel grundsätzlich schlecht ist und es ablehnen mitzuspielen. Alternativ gäbe es natürlich noch die Möglichkeit das Spiel zu verbieten, so wie Goebbels.
Will man nun das Spiel "fair" spielen, kann man es entweder so oft spielen, bis jeder mal gewonnen hat oder man kann die Regeln ändern, so dass keiner gewinnen kann. Man sammelt nach jeder Runde einfach alles Geld und alle Straßen ein und verteilt neu und fair. Ersteres ist Kapitalismus das Zweite ist Kommunismus oder Sozialismus, je nachdem in welchem Maße das Geld eingesammelt wird (man könnte ja auch einen Steuersatz von sagen wir 50% für die Besitzer der Schloßallee beschließen etc.). In jedem Fall gewinnt hier keiner der Spieler, sondern nur der, der die Bank verwaltet.
Das Problem daran: Beim zweiten Modell hat keiner mit halbwegs klarem Verstand Bock mitzuspielen.
Warum das im echten Leben anders ist, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.