"Während ein Mann jederzeit so gekleidet ist, daß sein Anblick auf keinen Fall beim anderen Geschlecht sexuelle Erregung hervorrufen könne, beginnt die Frau bereits im Alter von zwölf Jahren, sich als Köder herauszuputzen.
Sie betont die Rundungen ihres Busens und ihrer Hüfte in enganliegenden Kleidungsstücken, macht in durchsichtigen Strümpfen auf die Form ihrer Waden und Schenkel aufmerksam, schminkt Lippen und Audenlider feuchtschimmernd, tönt ihre Haare in leuchtenden Farben - und alles zu keinem anderen Zweck, als damit die Gier des Mannes nach sexueller Bestätigung zu erregen und ununterbrochen wachzuhalten.
Sie bietet ihm ihre Ware so offen an, als läge sie in einem Schaufenster, und als bedürfe es nur der Überwindung einer winzigen Distanz, um sie zu besitzen.
Was Wunder, daß der Mann, durch dieses unverhohlene Kaufangebot in ständige sexuelle Erregung versetzt, bald keinen anderen Gedanken mehr hat als den, genug Geld zu verdienen, um sich in den Besitz der verlockenden Ware zu bringen."
Esther Vilar