Ist es nun erlaubt oder verboten? Oder besser gesagt: wo ist wild Camping erlaubt und wo nicht?
Dieses Thema ist in einigen Campinggruppen heiß diskutiert und auf vielen Blogs akribisch dokumentiert. Eine weitere Auflistung der genauen Gesetzeslage in den einzelnen Ländern soll deshalb nicht Inhalt dieses Artikels sein. Wenn du dich dafür interessierst, findest du hier eine tolle und ausführliche Zusammenfassung!
Ich möchte euch viel mehr über meine Erfahrungen von nun über 6 Monaten wild Camping berichten. Ich war jetzt schon in einigen europäischen Ländern mit Dachzelt unterwegs: Norwegen, Dänemark. Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien, Frankreich, Portugal, Niederlande, Slowenien, Kroatien. Ob in den Bergen, an Seen, in Wäldern oder mitten in der Frankfurter, Hamburger oder Berliner Innenstadt - Dachzelten geht scheinbar überall.
Gerade eben hatte ich erst wieder eine interessante Begegnung. Ich stehe auf einer Lichtung in einem Nutzwald. Die Einfahrt zu diesem Wald war nicht erlaubt. Als die Dunkelheit einsetzte kamen zwei Autos angefahren und haben tatsächlich bei mir gehalten. Ich habe mich schon auf Ärger eingestellt.
Vier Männer und ein Hund steigen aus, kommen zu mir rüber und leuchten mich mit Taschenlampen an. Ich hatte kein schlechtes Gefühl und bin ausgestiegen, um gleich freundlich auf die Männer zuzugehen. Schließlich stehe ich hier unerlaubt auf Privateigentum. Ich fragte deshalb gleich, ob ich die Lichtung verlassen solle und ob ich störe. Dir Männer waren verwundert über meine Anwesenheit hier, machten sich aber mehr Sorgen, dass es gefährlich wäre hier zu stehen. Denn hier wird gejagt. Ich könne aber bleiben und brauche nun nicht mehr "das Feld zu räumen". Na dann hoffe ich mal, das heute hier keiner mehr jagt.
Solche und ähnliche Situation passieren mir immer wieder- unabhängig davon in welchem Land ich bin. Tatsächlich ist wild Camping nicht überall erlaubt, in vielen Ländern verboten und sogar mit hohen Strafen versehen. Meine Erfahrungen sind allerdings durchweg positiv.
Ich habe in über 6 Monaten wild Camping nicht eine Nacht Probleme gehabt
Vielleicht hatte ich nur Glück? Vielleicht bin ich aber auch besonnen genug bei der Standortwahl? Da ich in den meisten Fällen täglich den Standort wechsle und häufig erst abends meinen Camping Spot beziehe, ist es schwieriger mich überhaupt zu entdecken und zu verscheuchen. Außerdem campe ich meistens an Stellen, an denen die Polizei nicht wirklich patroulliert. Da könnte sich dann doch eher der Besitzer des Feldes oder des Waldes über meine Anwesenheit aufregen. Aber auch das hatte ich erst einmal. Und dann bin ich eben gefahren.
Auch morgens habe ich nie Probleme. Obwohl ich manchmal gut und gerne bis 10 Uhr im Zelt verbringe. Da ist die Welt ja schon längt wach und unterwegs - meine nächtliche Tarnung somit aufgeflogen. Doch auch hier habe ich mehr nette Unterhaltungen mit Farmern, Anwohnern und Förstern als irgendwelche Probleme oder Strafen.
In Frankfurt am Museumsufer wurde ich morgens sogar schon einmal von einer netten Dame zum Kaffee und auf eine Dusche eingeladen. In Deutschland bieten einige andere Dachzeltnomaden ihre Äcker und Wiesen zum campen an. In Spanien hat mich ein Bauer auf sein abgesperrtes Privatgrundstück gelassen, damit ich keinen Ärger mit der Polizei bekomme. Solche Geschichten erlebe ich immer wieder. Es sind in meinen Augen wesentlich mehr nette und positive Begegnungen als auch nur eine negative.
Ein paar Regeln beachte ich natürlich, z.B.:
- nicht in direkter Sichtweite von Häusern stehen
- kein Lärm machen
- kein Feuer machen
- kein Müll hinterlassen, lieber fremden Müll mitnehmen
- die Gegend zu Fuß ein wenig auschecken um ein Feeling zu bekommen, ob der Spot für die Nacht passt
- eher weit weg vom Schuss als mittendrin campieren
- nicht an touristischen Orten stehen
- nicht in Naturschutzgebieten campieren
Und falls dann doch mal irgendeine Strafe kommen sollte: im Prinzip habe ich mir bereits ein halbes Jahr Unterkunftskosten gespart, da kann ich auch einmal ne Strafe zahlen! 😂 Think positive! 😉