Dein Kopf ist voller Ideen und in dir regt sich der Drang sie umzusetzen. Du stellst dir die Zukunft in den schillersten Farben vor und träumst von einem Leben in grenzenloser Freiheit. Du liest gescheite Bücher und hörst hilfreiche Podcasts, welche dir helfen sollen, dein Potential zu entfalten. Doch irgendwie klappt das nicht so, wie du es dir vorstellst. Irgendwas bremst dich aus und du kommst einfach nicht vom Fleck.
Diese Einleitung beschreibt mein Leben in den letzten drei Jahren. Es war eine verdammt anstrengende Zeit, welche mich viele, viele Male an meine Grenzen und darüber hinaus getrieben hat. Kommt dir das auch bekannt vor? Du powerst dich jeden Tag volle Kanne aus und fühlst dich am Ende leer und als ob du überhaupt nichts gerissen hast.
Wie kann es denn sein, dass man es einfach nicht schafft seine Ziele zu erreichen, auch wenn man in sich ein mächtiges Verlangen danach hat?
Da gibt es mehr als einen Grund!
Ha, wäre richtig geil, wenn ich dir jetzt den einen Grund präsentieren könnte, der dir quasi die Bremsen löst und dir hilft deine Kraft, dein Potential in eine einzige klare Richtung zu schicken, um alles zu erreichen, was du dir vorstellen kannst – Nicht wahr? Leider muss ich dich enttäuschen, die Lösung sieht wohl bei jedem ein wenig anders aus. Und weil ich keine kollektive Antwort geben kann, werde ich dir nun davon erzählen, wie es sich bei mir persönlich zugetragen hat. Ich hoffe, du kannst trotzdem eine Scheibe davon abschneiden.
Ich musste feststellen, dass sich meine Persönlichkeit auf keinen Fall einheitlich verhält. Nicht, dass ich von einer ernstzunehmenden Störung betroffen wäre. Doch auf jeden Fall gibt es mehrere Anteile in mir, die sich seit langer Zeit ein episches Battle abliefern.
Auch wenn ein Teil in mir drin auf jeden Fall dem Licht (Ziel, Glück, Erfolg, was auch immer du willst) entgegenstrebte, so war da auch der Teil, der sich mit aller Bestimmtheit dagegen entschied. Dieser Teil ist das Arschloch, welches mich die ganze Zeit ausgebremst hat und es manchmal noch immer tut. Dieser miese, kleine Verräter, der mir die Selbstzweifel ins Ohr flüsterte: «Du bist nicht gut genug, trau dich nicht etwas aus dir zu machen und folge schön deiner Herde. Träume sind zum träumen da, du Spasst. Tret' dich in den Arsch und füg' dich deinem Schicksal».
Hier sein, anstatt dort sein zu wollen lautet die Devise
Nur zu oft habe ich ihm geglaubt. Habe gedacht, dass ich die Stimme in meinem Kopf bin, die mich fertig macht und mich kleinredet. Ich dachte, dies sei gerechtfertigt. Schliesslich fühlte ich mich über lange Zeit kraftlos und ohnmächtig. Als würde mich das Leben leben und nicht umgekehrt. Doch zum Glück sind diese Zeiten jetzt vorbei. Wenn man bereit ist mehr und mehr Selbstverantwortung zu übernehmen, können wahre Wunder geschehen! Nicht, dass ich von jeglichen negativen und selbstkritischen Emotionen und Gedanken befreit wäre – bestimmt nicht! Doch nun fühle ich mich diesem Chaos nicht mehr so ausgeliefert, wie dies einst der Fall war.
Dieses Chaos ist auch darum entstanden, weil ich mir zum Erreichen meiner Wünsche einen enormen Druck aufgeladen und viel zu viel Fokus auf das Ziel selber anstelle des Weges gerichtet hatte. Ja, es mag vielleicht abgedroschen klingen, doch es ist wirklich so: Seit dem ich dem Prozess mehr Bedeutung beimessen kann, fällt mir alles leichter. Hier sein, anstatt dort sein zu wollen lautet die Devise. Jeden Schritt bewusst machen, anstatt sich in seiner Fantasie im Ziel zu verlieren.
Einen anderen Meilenstein habe ich erreicht, als ich gelernt habe, besser mit meinem Energiehaushalt umzugehen. Ich war immer auf Vollgas, oder hatte zumindest das Gefühl es zu sein. Neben einer 100% Arbeitstätigkeit aber noch eigene Projekte aufzuziehen, kann schnell an die Substanz gehen. Denn der Körper und Geist müssen ab und zu ruhen und sich wieder auftanken. Auch wenn uns das unsere Gesellschaft ganz anders beibringt, so sind wir keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren!
Ab und zu ist einfach nur chillen angesagt!
Diesbezüglich habe ich einen festen Anker in einer regelmässigen Meditationspraxis gefunden. Jeweils am Morgen direkt nach dem Aufstehen 25 Minuten und am Abend kurz vor dem schlafen gehen je nach dem 10-20 Minuten verbringe ich auf der Matte und übe mich darin einfach wahrzunehmen was ist. Um mich herum und in mir drin. Ich werde mich gerne in einem separaten Artikel noch etwas umfassender mit diesem Thema befassen.
So, lange ist's her seit meinem letzten richtigen Artikel hier auf Steemit. Ich bin froh, dass ich den Wiedereinstieg geschafft habe und freue mich darauf von nun an wieder in regelmässigeren Abständen zu schreiben.
Herzliche Grüsse
Noël