Wenn mir etwas stinkt hier in Asien, dann sind es diese unheimlich grossen und zahlreichen Müllberge. Natürlich gibt es da von Land zu Land gewisse Unterschiede. Doch im Allgemeinen kann man sagen, dass in Asien noch kein grosses „Abfall -und Recycling-Bewusstsein“ herrscht.
Das schmerzt. Echt jetzt. Ich kann echt traurig werden, wenn ich sehe, wie schlecht wir mit unserer Erde umgehen. Manchmal will ich auch meine Augen davor verschliessen. Will zum Beispiel nicht wissen, wie viel und welche Art Müll in unseren Gewässern landet. Doch wenn ich Menschen sehe, die ihre Zigaretten schwungvoll und mit voller Absicht ins Meer, anstatt in den daneben stehenden Abfalleimer schmeissen, dann wird mir echt übel.
Zugegeben, ich bin in dieser Hinsicht auch kein Heiliger und ich habe es auch nicht vor einer sein zu wollen. Manchmal schmeiss ich auch was auf den Boden, was eigentlich in die Tonne gehören würde. Das ist aber der Tatsache geschuldet, dass es in Asien (zumindest den Teil, den ich besucht habe: Philippinen, Malaysia, Myanmar, Thailand, Nepal) nur in den seltensten Fällen Abfalleimer auf offener Strasse gibt. Man wird also vor die Wahl gestellt, ob ich jetzt meinen Müll einen Tag lang mit mir rumtragen will oder ob ich ihn einfach „entsorge“ :P Man ist halt nie ganz so gut, wie man gerne sein möchte…
Obwohl wir im Westen grundsätzlich eine bessere Entsorgungs -und Recyclingsinfrastruktur haben, heisst das noch lange nicht, dass wir uns zurücklehnen können und den "Asiaten" die Schuld in die Schuhe schieben können.
Wie lange glaubst du dauert es, bis sich eine PET-Flasche zersetzt hat?
Schätzungen gehen von 450 Jahren aus. Klingt wie ein schlechter Scherz und das ist es auch.
Wir leben in einer Welt, in der wir versuchen unsere Babys zu designen und unsere Toten wieder zum Leben zu erwecken. Aber wir verwenden immer noch Wegwerf-Plastiktüten aus fossilen Rohstoffen, die unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urenkel noch immer bestaunen werden können. Bei einer Dauer von 25 Jahren pro Generation, war das eben noch eine krasse Untertreibung. Ganze 18 Generationen dauert es, bis die Plastiktüte von heute Mittag verrottet sein wird. Da sträuben sich meine Nackenhaare und fangen an Tango zu tanzen.
Auch wenn Plastik billiger ist, als irgendwelche Ersatzstoffe: Wir können es uns nicht mehr länger leisten biologisch nicht abbaubare Stoffe zu verwenden. In diesem Fall darf man nicht in die Falle tappen und dies nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Auch wenn Ersatzstoffe teurer wären, brauche wir sie. Wenn nicht jetzt, dann in spätestens in fünfzig Jahren, wenn es nicht mehr genügend Öl dafür gibt.
Ich verstehe auch nicht, warum es nicht schon längst gesetzlich geregelt ist, dass alle Zigaretten einen biologisch abbaubaren Filter enthalten müssen.
https://www.freitag.de/autoren/barbara-muerdter/greenbutts-zigarettenfilter-die-gammeln
Oder wie wärs mit essbaren Plastikflaschen?
Der Witz ist ja, dass es schon richtig viele innovative Ideen gibt, die einen riesigen Unterschied machen könnten. Doch bisher gehen die irgendwie am Mainstream vorbei. Doch für mich ist das nur eine Frage der Zeit.
Zum Glück gibt es jetzt schon spürbare Fortschritte, auch in Asien. Es gibt hier tatsächlich schon Supermärkte die auf Plastik verzichten. Das ist objektiv gesehen nur ein kleiner Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Doch schlussendlich zählen genau diese kleinen Schritte und daher sind sie auch unendlich wertvoll.
Weg mit dem Rohöl-Plastik!
Ganz egal wie’s gegenwärtig aussieht, ich bin und bleibe ein Optimist. Ich glaube an eine harmonische und nachhaltige Zukunft und dafür kämpfe ich auch.
Wie sieht’s mit dir aus? Was ist dein Statement zur „Plastikfrage?“ :P
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