Wo früher auf die Strasse gegangen wurde um seine Rechte einzufordern, beschränkt sich die klassische Rebellion von heute darauf, ab und zu einen kritischen Post auf Facebook zu teilen. Es scheint so, als hätte uns die zurzeit vorherrschende Polarität von Leistungs -und Konsumgesellschaft derart träge gemacht, dass wir uns fast schon vorbehaltlos unserem Schicksal ergeben haben. Bitte liebe Jugend: Zieh dir endlich deinen Stock aus dem Arsch und fange an für deine Werte- und Moralvorstellungen einzustehen.
«Ich leiste, also bin ich»
Wir wurden in eine Welt hineingeboren, die eine klare Vorstellung davon hat, was es braucht, um ein nützlicher Teil der Gesellschaft zu sein. Und so wurden wir mit Glaubenssätzen vergiftet, die etwa heissen: «Du musst etwas leisten» oder «Du musst konsumieren» um ein guter Mensch zu sein.
Wer sich auch nur schon ein klein wenig gegen diese Wertvorstellungen auflehnt, wird sofort als Idealist verschrien und für weltfremd erklärt. Man darf diese heutigen Strukturen genauso wenig hinterfragen, wie dies damals bei Gott der Fall war. Es mag zwar sein, dass wir seitdem etwas zivilisierter geworden sind und zum Beispiel niemanden mehr auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Doch trotzdem erscheint es mir passend, unsere heutige Gesellschaftsstruktur mit einer Art Religion gleichzusetzen, die genauso von zahllosen und illusionären Dogmen getragen wird.
Doch nur weil wir von klein auf mit diesen Glaubenssätzen belastet wurden, sind wir nicht verpflichtet diese mit ins Grab zu tragen.
Tiefgreifende Veränderungen sind in der Pipeline
Fakt ist, dass die bereits heranrasende «Digitalisierungslawine» einen riesigen Einfluss auf unser aller Leben haben wird und unsere Gesellschaft von Grund auf revolutionieren könnte. Was ist, wenn wir Roboter und Künstliche Intelligenz damit beauftragen uns als Leistungsträger des Systems abzulösen und wir uns stattdessen dem widmen könnten, was unser Herz uns zuflüstert? Ich meine, wieso sollten wir uns für Jobs versklaven, wenn es Robos gäbe, die diese viel effizienter ausführen könnten?
Auch wenn es mit Sicherheit noch einige Jahre dauern wird, bis die technologische Entwicklung reif für diesen Schritt ist, macht es absolut keinen Sinn auf vollendete Tatsachen zu warten. Denn heute werden jene Steine in den Boden gesetzt, welche später als Fundament dienen werden.
Darum lasst uns gemeinsam eine Zukunftsvision erschaffen, für die man am Morgen mit Herzenslust und voller Tatendrang aus dem Bett springt. Lasst uns überlegen, wie wir leben wollen, nicht wie wir leben sollen! Lasst uns Brücken bauen, wo es vorher nur tiefe Schluchten gab. Lasst uns zueinander finden anstatt uns voneinander abzugrenzen. Lasst uns gemeinsam für ein Leben kämpfen, für das es sich wirklich zu leben lohnt. Für ein Leben, das uns zutiefst erfüllt und glücklich macht – frei von Konsumrausch und Leistungswahn.
Herzlich,
Noël