Das eine kann nicht ohne das andere. Wer ein kleines Haus bauen will, muss zuerst ein Grundstück zerstören. Er gräbt die Erde um und vernichtet dadurch den Lebensraum für Milliarden Kleinstlebewesen. Wurde das Haus mal gebaut, wird es irgendwann wieder abgerissen. Selbst wenn es nicht abgerissen wird, dauert es nicht sehr lange bis es in sich zusammenfällt weil alles verwittert. Der Lebensraum von 2 – 5 Menschen wurde wieder zerstört.
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Was wir nicht sehen ist, dass in diesem Schutthaufen ein riesiger Lebensraum entstanden ist. Durch die Zerstörung des Hauses können wieder Millionen Kleinstlebewesen und Insekten zwischen den Trümmern leben. Es ist ein geben und nehmen und ich hab den Eindruck wir Menschen nehmen oft sehr viel. Dadurch stören wir das natürliche Gleichgewicht.
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Jedes einzelne Produkt, und sei es noch so umweltfreundlich, hat einen zerstörerischen Prozess hinter sich. Selbst die besten Produkte kommen da nicht drum herum. Schließlich müssen die auch irgendwie transportiert werden, was ja auch wieder Rohstoffe kostet die irgend einen Fleck Erde mit Schadstoffen belastet haben.
Natürlich könnte man jetzt sagen dass ich das ganze ziemlich schwarz male, aber es geht natürlich auch anders herum. Wir können nichts zerstören ohne gleichzeitig etwas zu erschaffen. Wer meine Texte kritisch hinterfragt, denkt jetzt vielleicht:
Ist der Abwurf einer Atombombe ein schöpferischer Vorgang?
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Ja, ist es! Zumindest wenn man es aus einem neutralen Standpunkt betrachtet und nicht emotional bewertet. Das Ausmaß der Zerstörung ist natürlich erschreckend und der schöpferische Prozess relativ unbedeutend. Aber nach dem Abwurf haben wir auch etwas geschaffen. Einen Krater in dem sich evtl. ein eigenes Mikroklima bildet. Es soll ja auch Bakterien geben die solche extremen Bedingungen mögen. Vielleicht entwickelt sich im laufe der Jahrtausende in genau diesem Krater eine ganz neue Spezies die für den Planeten eines Tages sogar von essenzieller Bedeutung ist?
Natürlich war das jetzt weit her geholt aber ich denke der Gedanke hinter dem Gedanken ist jetzt in Worte gefasst.
Was auch immer wir machen, wir erschaffen und zerstören. Jeder Joghurt oder jede Banane die wir kaufen hat eine Wirkung die unseren Augen verborgen ist. Das Problem ist nur, dass unsere Bilanz vermutlich weit in den roten Zahlen ist.
Die Erde lässt uns Schulden machen
Aber wenn wir so weiter machen, wird der Planet den Menschen eines Tages für Bankrott erklären und alles Gold das wir gehortet haben, wird da nicht helfen. Die reichsten und mächtigsten Menschen werden genauso aussterben wie die Armen weil das Klima immer extremer wird. Das könnte bis zu dem Punkt gehen an dem die Erdoberfläche lebensfeindlich ist, die Atmosphäre zerstört und keine Luft mehr zum Atmen existiert.
Man muss nämlich auch bedenken dass unsere Zivilisation hunderte Atomkraftwerke gebaut hat und die wollen die nächsten 50.000 Jahre gekühlt werden damit sie nicht hoch gehen! Was würde wohl passieren wenn die Kühlung mal für ein paar Wochen ausfällt? Über so ein Blackout Szenario werde ich wahrscheinlich auch mal schreiben.
Wirklich reiche Menschen haben sich mit ihren Milliarden vielleicht 200 Jahre in einem Luxus Bunker kaufen können aber eines Tages wird auch deren Vorrat knapp und ihre Enkelkinder werden sich fragen weshalb alle so dumm waren wenn es doch so viele Anzeichen gab.
Sie werden aufgrund von Sauerstoffmangel, Wasserknappheit oder fehlenden Lebensmitteln die Türen öffnen und alles was sie zu sehen bekommen wird eine tote Landschaft sein die so verstrahlt ist, dass sie innerhalb weniger Stunden elendig verrecken. Vielleicht sehen sie eine neue Eiszeit oder einen gnadenlosen Wüstenplanet.
Vielleicht wird es ein paar Milliarden Jahre dauern bis das Leben wieder aus den Tiefen des Ozeans oder aus den tiefen engen Spalten der Erde kommt. Vielleicht wird es stark mutiert sein aufgrund der Strahlung die sich überall ausgebreitet hat, aber selbst unsere eigene Zerstörung wird dann die Grundlage für neues Leben sein. Ein Leben das vielleicht noch viel komplexer und vielfältiger ist, als wir es uns jetzt vorstellen können?
Das soll jetzt keine Rechtfertigung sein so weiter zu machen. Im Gegenteil. Der Beitrag soll zum Nachdenken anregen und unser Handeln bewusster machen. Aber er soll auch ein Stück weit relativieren. Vielleicht sprengen wir ja den Planeten einfach in die Luft und verteilen Milliarden Erdensplitter im Weltall die für hunderte neue Planeten den beginn des Lebens bedeuten?
Wie heißt es so schön? Das Leben findet seinen Weg. Aber wir sind es mittlerweile, die den Weg ein Stück weit Pflastern und unsere Steine haben Auswirkungen!
Denkt nur mal an die ganzen Straßen auf diesem Planeten. Jede davon reflektiert Licht und erzeugt unnötige Hitze. Jede einzelne Straße begrenzt den Lebensraum für viele Tiere oder ist einfach nur eine tödliche Falle. Brauchen wir wirklich mehr Straßen nur weil wir Lemminge zu blöd und zu faul sind mit dem Bus zu fahren oder mal den Arsch aufs Rad zu schwingen? Diese Fragen könnte man tausendfach stellen. Brauchen wir das wirklich?
Natürlich wollen wir nicht zurück in die Steinzeit aber es führt kein Weg daran vorbei wenn wir so weiter machen. Entweder wir lernen bewusst zu leben und üben uns in genügsamkeit oder der Planet wird uns früher oder später in die Knie zwingen. Die Physik kann man nicht bescheissen egal wie gut ein Klima-Protokoll geschrieben ist und die Weltwirtschaft oder Politik ändert so schnell garnichts. Ausser sie können davon profitieren und mit "nichts" oder weniger profitiert man nicht. Wir brauchen Wachstum! horstkotzt
Nur wir selbst können etwas ändern. Aber das fängt mit Verzicht an und das wird vielen nicht gefallen. Was denkt ihr darüber?