In diesem Beitrag geht es um Perfektion. Warum Perfektion eine schlechte Zielsetzung ist, zeige ich euch anhand eines einfachen Beispiels. Wir brauchen nur ein Stück Brot dazu, dann sehen wir uns das Universum an und letztendlich landen wir beim Menschen. Aber bevor ich euch mit meinen (fehlerhaften?) Gedanken verwirre, fange ich mit einem einfachen Beispiel an.
Viele von uns kennen das vielleicht. Man hat eine Idee, ein Projekt oder ein Hobby und möchte es so gut wie möglich machen. Man möchte es perfekt machen. Mit perfekt meine ich nicht das subjektive perfekt, (dass wir manchmal etwas so beurteilen) sondern das absolute Perfekt. Das "so perfekt dass jeder, wirklich JEDER es perfekt findet". Nenn es das absolute Perfekt, das göttliche Perfekt oder wie auch immer...
Grafik: @Remotehorst23 - CC0 (Frei für jegliche Verwendung!)
Dieses Perfekt gibt es nicht!
Bevor wir uns ans Universum wagen, nehmen wir ein einfaches Beispiel. Du möchtest eine Scheibe Brot schneiden. Aber egal wie viel Mühe du dir gibst, die Scheibe wird einfach nicht gleichmäßig dick. Ok, dann schneidest du es eben mit der Brotmaschine. Jetzt ist es fast gleichmäßig dick. Aber es ist bei weitem nicht perfekt. Durch das schneiden liegen jetzt überall Krümel. Ok, dann schneiden wir es eben mit einem Laser wirst du dir jetzt vielleicht denken.
Endlich keine Krümel mehr! Eine perfekte Scheibe Brot. Absolut gerade geschnitten!
Man könnte meinen wir sind hier am Ziel und perfektion ist tatsächlich zu erreichen. Das ist aber eine täuschung. Denn trotz fehlender Krümel gibt es einen Verlust an Brot, da Moleküle vom Brot verdampft werden. Also auch wieder nur fast perfekt. Noch dazu verbraucht der Laser so viel Strom dass man damit wahrscheinlich 5 neue Brote backen könnte! Überhaupt nicht perfekt. Die Scheibe ist zwar super geschnitten, aber der Verbrauch ist viel zu hoch.
Man kann es drehen und wenden wie man will. Perfektion bleibt unerreichbar. Aber warum ist das so? Ich hab viel darüber nachgedacht und letzten Endes ist die Antwort ganz einfach. Das Universum (das Medium in dem wir uns befinden) ist selbst nicht perfekt und das ist auch gut so! Wäre es perfekt, hätte es beim Urknall keine Temperaturdifferenzen gegeben, keine Verklumpung der Partikel. Alles wäre perfekt gleichmäßig verteilt worden und alles wäre der perfekt gleiche Staub. Jedes Partikel gleicht dem anderen und alle haben den selben Abstand voneinander.
Fehler machten das Universum perfekt!
Selbst das Vakuum im Universum hat unterschiedliche Intensität. Die minimalen Temperatur Abweichungen beim Urknall, der "Fehler" im Universum hat es uns erst ermöglicht zu existieren! Erst diese Ursache hat dazu geführt dass sich Materie zu Klumpen und letztendlich zu Planeten geformt haben. Das Ergebniss ist perfekt! Mit einer Ausnahme. Der Mensch. Es gibt immer eine Ausnahme! Daher gibt es auch keine absolute Perfektion!
Der Mensch verursacht Kriege und Leid, er zerstört und baut auf. Zerstört dann wieder nur um von neuem aufzubauen. Und praktisch nebenbei gibt es ein paar Menschen die sich lieber mit dem entdecken im Universum befassen. Man nennt sie Wissenschaftler. Aber kommen wir zurück zum Kernpunkt des Themas.
Das Universum wurde also durch eine ungleichmäßigkeit erst zu dem was es ist. Aber was bedeutet das letztendlich für uns Menschen?
Der Fehler ist es, der uns menschlich macht!
Ohne Fehler wären wir vollkommen....
langweilig! Ohne Fehler wären wir alle gleich. Und dieses "gleich sein", der Versuch hat in der Geschichte der Menschheit noch nie so gut funktioniert...
Ohne Fehler müssten wir nicht lernen, nicht entdecken oder verstehen. Ohne Fehler würde es uns einfach nicht geben, da es im Universum nicht möglich ist, absolute Perfektion zu erreichen. Und doch versuchen wir Menschen immer wieder die Fehler zu beseitigen. Wir geben der Perfektion einen sehr hohen Stellenwert und verabscheuen Fehler. Und jedes mal wenn wir uns an der Perfektion versuchen, produzieren wir neue Fehler. Unsere Technologie ist das "perfekte" (Haha!) Beispiel dafür!
Elektroautos sollen die Umwelt schonen, dabei zerstören wir sie damit nur noch mehr. Die Blockchain soll uns vor Missbrauch und Betrug schützen, dabei sind viele der Shitcoins selbst schon Betrugsmaschen. Das gibt einem Stoff zum Nachdenken...
Der Zweck heiligt die Mittel
Ist es wirklich der Zweck der die Mittel heiligt? Oder ist es eher der Fehler der die Perfektion heiligt? Die einen sagen, man soll besser werden. Man soll an sich arbeiten. Und jetzt komme ich und sage das ist der falsche Weg? Nein, das mache ich nicht. Man soll sich nur nicht zu sehr darauf fixieren. Es ist gut wenn man an sich arbeitet. Es ist gut wenn man besser werden will. Man soll es nur nicht übertreiben, denn man kann letzten endes nur daran scheitern.
Mein Fazit:
Der perfekte Mensch existiert nicht, und er wird auch nie existieren. Und doch gibt es manche die das von einem verlangen oder die diese Utopie herbeisehnen. Das ist wohl ihr Fehler...
Hiermit möchte ich den #Mindfuck-Montag bzw. #Mindfuck-Monday auf dieser Blockchain ins Leben rufen.
Die Challenge ist einfach:
Schreibe einen Beitrag über ein Thema das irgendwie verwirrend ist, aber trotzdem interessante und neue Gedanken hervorrufen kann. Das Thema kann jeder selbst wählen. Ein wissenschaftlicher bzw. philosophischer Zusammenhang wäre jedoch cool.
Nutze den Tag #mindfuck-montag oder #mindfuck-monday.
Geb dir nicht zu viel Mühe, damit du nicht an der Perfektion scheiterst. ;)
Verlasse dich nicht darauf dass ich nächsten Montag wieder einen Mindfuck parat habe. Ich würde mich freuen wenn der Tag ein Eigenleben entwickelt. Die Grafik die ich erstellt habe kann gerne verwendet werden. Muss aber nicht. (Ich hätte die Grafik natürlich besser machen können und ich weis das darin Fehler sind.)