Lieber Torsten,
die Diskussion ist schon beendet (und war sie schon vor ca. 5 Kommentaren). Du hast die Diskussion in dem Moment verloren, als Du eine unbeweisbare Hypothese als Wahrheit dargestellt hast.
Es ist auch nicht so, dass wir 2 Kontrahenten sind, die diskutieren. Du hast Dich mit Deiner absurden Behauptung selbst ausgeknockt. Ich bin eher der Schiedsrichter, der konstatiert "Loss by self KO".
Da helfen auch die von Dir aufgemachten Nebenschauplätze (Strohmann, "konzipier mal ein anarchisches Szenario", blabla) nichts. In denen verzettelst Du Dich nur noch mehr, verwechselst Annahme mit Fakt, lässt jede Stringenz vermissen und forderst von mir ein Szenario, das Du gerne widerlegen möchtest. Ich sage: „Ich kann (und möchte) die Möglichkeit einer Anarchie nicht ausschliessen und ich finde es erstrebenswert, dass kein Mensch über einen anderen herrscht." Das muss ich nicht beweisen. Du begibst Dich mit Deiner Aussage "Anarchie ist ein Hirngespinst und wird es niemals geben." in die Beweispflicht und musst dabei scheitern.
Solange Du nicht jede einzelne aller möglichen Anarchiekonzepte widerlegt hast (und das kannst Du nicht, weil Du nicht alle kennst), bleibst Du den Beweis der Unmöglichkeit schuldig (Unvollständigkeit). Deine Hypothese ist nicht beweisbar. Dass ich das erklären muss, ist mindestens sonderbar.
Wie dem auch sei, Schach und matt!
Zumindest hast Du in Deinem letzten Kommentar zugegeben, dass Du bisher inadäquat argumentiert hast.
Warum sagst Du nicht "Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich ein System etabliert, in dem Menschen ohne Herrschaft miteinander leben."? Das könnte ich nachvollziehen. Es geht letztlich immer um Wahrscheinlichkeiten.
Zu sagen "Anarchie ist ein Hirngespinst und wird es niemals geben." ist unwissenschaftlich und nicht beweisbar. Damit behauptest Du die Zukunft vorhersagen zu können. Das ist haarsträubend. Entweder Deine Aussage war reine Effekthascherei und Du hoffst Dich jetzt aus der Affäre ziehen zu können, oder Du willst mich einfach verarschen. Dass Du wirklich glaubst, was Du hier behauptet hast (das wäre reiner Glauben / Fundamentalismus), schliesse ich dir zuliebe aus. Diese ganze Diskussion erinnert mich an Deine Behauptung, dass Klassik auch in 1000 Jahren noch gehört wird (garantiert!). Vollkommen absurd.
Es tut nicht weh zu sagen "Ich weiss es nicht.".
Alternativ könntest Du sagen:
"Ich mache die folgenden 12 Annahmen:
1....
...
12....
Aufbauend auf diesen Annahmen schlussfolgere ich 1., 2., usw. und abschliessend daraus, dass eine Anarchie nicht umsetzbar bzw. denkunmöglich ist."
Selbst dann würden mir noch 10 weitere Annahmen einfallen, die Du implizit annimmst und es gäbe Hunderte weitere, dahinterstehende Annahmen, die uns beiden nicht mal bewusst sind. All diese Annahmen sind keine Fakten (z.B. dass der Mensch ein tribales Wesen ist), sodass Deine abschliessende Hypothese auf tönernen Füssen steht. Mit jeder Annahme sinkt die Allgemeingültigkeit einer These. Man kann auch behaupten, dass 1+1=0 ist, wenn man die Annahmen entsprechend setzt (Mathematik, 1. Semester).
Und selbst wenn man diese Annahmen und Deine Hypothese akzeptiert, ist dieser "Beweis" gemäss der "Philosophischen Logik" ein Beweis im schwachen Sinn.
Fazit: Die Welt und der Mensch sind fucking komplex.
Aber ja, lassen wir es an dieser Stelle. Ich werde mit Nicole demnächst unseren Urlaub für nächstes Frühjahr planen. Wäre cool, wenn wir uns dann sehen und endlich mal wieder einen zusammen trinken.
Ich hoffe Du fühlst Dich trotz der rassistischen Panamaer wohl in Deiner neuen Heimat.
RE: Steemcleaners zeigt, dass Anarchie nicht funktioniert